Lebensdaten
1922 bis 1992
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Dramaturgin ; Medienwissenschaftlerin
Konfession
-
Normdaten
GND: 139818030 | OGND | VIAF: 64484644
Namensvarianten
  • Rülicke-Weiler, Käthe Elisabeth
  • Rülicke, Käthe (geborene)
  • Rülicke-Weiler, Käthe
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Rülicke-Weiler, Käthe, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139818030.html [26.11.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Otto R. (1889-1969), Eisenbahnarbeiter;
    M Elisabeth Bley (1897–1974);
    1959 Paul (1911–85), Schlosser, seit 1948 Mitgl. d. SED, 1954-69 in staatl. Dienst d. DDR tätig, S d. Matthias Weiler (1883–1927), Arbeiter, u. d. Maria Kreuner (1889–1951);
    Stief-T Margit Strehlau (1951–94).

  • Leben

    Nach Volksschule, Lehre und Abendstudium arbeitete R. Ende des 2. Weltkriegs als Sekretärin bei „Junkers Flugzeug- und Motorenwerke in Treuen (Vogtland), dann bei der „Dt. Armaturenfabrik“ in Leipzig. 1948 trat sie der SED bei. Sie studierte 1948-50 Kulturgeschichte und Kulturpolitik an der Univ. Leipzig (u. a. bei Ernst Bloch, Hermann Budzislawski, Wieland Herzfelde, Victor Klemperer, Hans Mayer) und begann Beiträge für Rundfunksendungen und Zeitungen zu schreiben. 1949 erhielt sie für ein Szenarium einen Preis. Bertolt Brecht nahm sie nach der Lektüre ihrer Abschlußarbeit „Zweimal Zerfall der Gesellschaft:, Wassa Schelesnowa' und, Herr Puntila und sein Knecht Matti'“ 1950 in das von Helene Weigel gegründete Berliner Ensemble auf.

    R. war 1951-56 als Regie-Assistentin und Dramaturgin an allen Produktionen Brechts beteiligt. Sie zeichnete seine Regieanweisungen und die Gespräche mit ihm auf, organisierte die Diskussion neuer Texte Brechts und neuer Ideen innerhalb des Ensemblekollektivs und veröffentlichte Diskussionsmaterial und Inszenierungsberichte. Als Mittlerin zwischen der von Brecht entwickelten epischen Spielweise und deren umstrittener Rezeption in der DDR erläuterte sie Brechts Positionen. 1951 lud R. den Ofenbauer Hans Garbe ein, dessen Lebensbericht sie stenographierte (Hans Garbe erzählt, 1952, westdt. Ausg. 1974). Brechts Versuch, daraus ein Historien-Stück zu machen, blieb Fragment; Heiner Müller verwendete den Stoff für sein Schauspiel „Der Lohndrücker“ (1957). Als Mitarbeiterin Brechts bei den Inszenierungen des Berliner Ensembles war R. auch an der Erarbeitung des Modellbandes., Theaterarbeit, 6 Aufführungen des Berliner Ensembles“ (1952, westdt. Ausg. 1968) beteiligt; als Regisseurin einer Inszenierung des bearbeiteten Stücks „Hans Pfriem oder Kühnheit zahlt sich aus“ von Martino Hayneccio schuf sie selbst ein Modell für Laienspielgruppen, das sie im gleichnamigen Buch veröffentlichte (1955).

    Nach Brechts Tod 1956 arbeitete R. als freiberufliche Dramaturgin. 1961 nahm sie am Institut für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED eine Aspirantur auf und wurde 1965 mit ihrer Arbeit „Die Dramaturgie Brechts, Theater als Mittel der Veränderung“ (1966, 21968, westdt. Ausg. 1976) promoviert. Danach war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin, seit 1966 Chefdramaturgin der Hauptabteilung Dramatische Kunst beim Dt. Fernsehfunk (DDR). 1967 wurde sie von der Intendanz an die Dt. Hochschule für Filmkunst (DDR) delegiert und nach deren Umbenennung in „Dt. Hochschule für Film und Fernsehen“ durch den Kulturminister für Fragen der Aus- und Weiterbildung eingesetzt. Seit 1969 war R. Prorektorin für Forschung, 1971-82 o. Professorin. Unter ihrer Leitung erschienen die Sammelbände „Film- und Fernsehkunst der DDR“ (1979) und „Beiträge zur Theorie der Film- und Fernsehkunst“ (1987).

  • Werke

    Weitere W „Der kaukas. Kreidekreis“ in Krakau, Frankfurt am Main, Berlin, in: Theater d. Zeit 10, 1955, H. 8, S. 11-13 (mit P. Palitzsch);
    Auf Tournee: Hinter d. Vorhang, ebd. 11, 1956, H. 12, S. 27-29;
    Die Arbeitsweisen Stanislawskis u. Brechts, Versuch e. Vergleichs, ebd. 17, 1962, H. 11, S. 54-65, H. 12, S. 53-64;
    Auskünfte über Helene Weigel u. Bertolt Brecht, Matthias Braun im Gespräch mit K. R.-W. über d. Arbeit am Berliner Ensemble, ebd. 40, 1985, H. 11, S. 60-64, H. 12, S. 10-14;
    „Leben d. Galilei“, Bemerkungen z. Schlußszene, in: Sinn u. Form 9, 1957, 2. Sonderh. Bertolt Brecht, S. 269-321;
    Dreizehn Bühnentechniker erzählen, ebd., S. 269-32;
    Notizen z. Bau d. Fabel, ebd. 11, 1959, H. 3, S. 429-44;
    Gegen neue Mißverständnisse. Zur „Kurzen Replik“ v. Fritz Erpenbeck, in: Studien 12, S. 31 f., Beil. zu Theater d. Zeit 14, 1959, H. 7;
    Einige Aspekte d. Beziehung Brechts z. aristotel. Theater, in: Arbeitskreis Bertolt Brecht, Mitt. u. Diskussionen, Nachrr.brief 45, 1967, S. 1-8;
    Bemerkungen Brechts z. Kunst, Notate 1951-1955, in: Weimarer Btrr., Brecht-Sonderh., 1968, S. 5-11;
    Über d. Bau d. Fabel [in Brechts Stück „Die Mutter“], in: Materialien zu Bertolt Brechts „Die Mutter“, 1969, S. 145-69;
    Bertolt Brecht, „Die heilige Johanna d. Schlachthöfe“, in: Das dt. Drama v. Expressionismus b. z. Gegenwart, hg. v. M. Brauneck, 1970, S. 119-29;
    Über d. Komik im „Don Juan“ […], in: Brecht im Gespräch, hg. v. W. Hecht, 1979, S. 126-33;
    Überd. Entwicklung d. jungen Regisseure u. Dramaturgen […], ebd., S. 136-39;
    Über d. Buch „Theaterarbeit“ […], ebd., S. 140-45;
    Diskussion mit Brecht über d. „Kaukas. Kreidekreis“, in: Brechts Theaterarbeit, Seine Inszenierung d. „Kaukas. Kreidekreises“ 1954, hg. v. W. Hecht, 1985, S. 223-27;
    Die Lukullus-Diskussion 1951, in: Sinn u. Form 40, 1988, H. 1, S. 21-28;
    [Tagebuchnotizen, Gesprächsnotate, Protokolle, 1951], in: Das Verhör in d. Oper, Die Debatte um d. Aufführung „Das Verhör d. Lukullus“ v. Bertolt Brecht u. Paul Dessau 1952, hg. u. kommentiert v. J. Lucchesi, 1993, S. 72 u. ö. (Biogr.: S. 428 f.);
    Arbeit im Kollektiv, Anfänge d. Berliner Ensembles, in: R. Mennicken, Peter Palitzsch, 1993, S. 57-61 (Biogr.: S. 61);
    H. Reiber, Das eigene Leben im Anderen, Gespräch mit K. R.-W. (1992), in: Focus: Margarete Steffin, The Brecht Yearbook 19, 1994, S. 163-85;
    Regienotate für Joseph Noerden z. „Don Juan“. Rostock 1952, in: Kontakte – Kontexte, Dt.-luxemburg. Lit.begegnungen, 1999, S. 132-33. |

  • Quellen

    Qu: Bertolt-Brecht-Archiv (BBA 1340/1-149; BBA 1513/1-133).

  • Literatur

    W. Hecht, Brecht Chronik, 1898–1956, 1997, S. 296 u. ö. (P);
    H. Loeper, Briefwechsel Bertolt Brecht, Margarete Steffin, (Isot Kilian, K. R.) u. Arnold Zweig 1934-1956, in: Helene Weigel 100, The Brecht Yearbook 25, 2000, S. 349-55, 387, 420-22;
    Kosch, Lit.-Lex.3.

  • Autor/in

    Heidrun Loeper
  • Empfohlene Zitierweise

    Loeper, Heidrun, "Rülicke-Weiler, Käthe" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 222-223 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139818030.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA