Lebensdaten
1903 bis 1973
Geburtsort
Zürich
Sterbeort
Egloffstein
Beruf/Funktion
Unternehmer
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 138230021 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Neumeyer, Hans-Friedrich
  • Neumeyer, Hans
  • Neumeyer, Hans-Friedrich

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Zitierweise

Neumeyer, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138230021.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Fritz (s. 1);
    M Hedwig Husslein;
    Egloffstein 1933 Margot Pemsel;
    S Dieter (1931–89), Dipl.-Kaufm., Dr. oec. publ., letzter Hauptgesellschafter u. Geschäftsführer d. Zündapp-Werke GmbH München.

  • Leben

    N. wurde 1932 Geschäftsführer von Zündapp und leitete die Firma, unterstützt von Wilhelm Wittig (1889–1947). Ihm gelang eine weitere Aufwärtsentwicklung des Unternehmens durch die von Richard Küchen als Chefkonstrukteur entwickelte „K-Reihe“. Diese bestand aus Preßstahl-Rahmen, Blockmotoren von 200 bis 800 ccm und Kardanantrieb und zeigte das erste moderne Motorrad-Design. Die preisgünstigen Zweitaktmaschinen, weiterentwickelt von Albert Roder (1896–1970), wurden bis 1954 gebaut. Durch dieses Programm, ein Haupterfolg der „Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung“ Berlin 1933, stieg Zündapps Marktanteil von 10, 6 auf 17, 9% (1937). Im 2. Weltkrieg baute N. die schwere Zweizylinder-Maschine mit Beiwagen-Antrieb und einen unbemannten Sprengstoffträger von Carl F. W. Borgward (1890–1963). 1937 ließ er in seinem neuen Werk II einen Sportflugzeug-Motor mit vier hängenden, luftgekühlten Zylindern zu 45 bis 60 PS herstellen, der auch doppelt eingebaut wurde. Mit diesem Motor wurden sieben internationale Rekorde aufgestellt.

    Nach Kriegsende wurden Müllerei- und Nähmaschinen in das Fertigungsprogramm aufgenommen. 1947 begann N. in Nürnberg wieder mit dem Motorradbau, zunächst mit Zweitaktern nach dem Entwurf von Paul Schauer (1870–1958). 1951 brachte er den beliebten „Grünen Elefanten“ (600 ccm-Zweizylinder) auf den Markt, 1952 ein Fahrrad mit Hilfsmotor und einen Seitenbord-Motor, 1953 schließlich das erfolgreiche „Moped“. Während der Motorradabsatzkrise in Europa seit 1954 baute N. das viersitzige „Rollermobil Janus“, Lizenz Dornier (1957/58: 6900 Stück). Als Ende 1954 der Führerscheinzwang für Zweiräder über 50 ccm eingeführt wurde, konnte N. in der folgenden Absatzkrise zwar die Produktion eines Kleinstmotorrades im Werk München erhalten, mußte aber 1958 sein Nürnberger Werk an Bosch verkaufen und zusätzlich den Nähmaschinenbau abstoßen. Seit 1956 baute er in München bereits Kleinmotorräder für die Führerscheinklasse IV. Dadurch gelangte Zündapp an die Spitze der deutschen Zweiradindustrie und hielt sich weiter mit einem „Mokick“ (1960) und einem „Mofa“ (1965). 1963 übernahm mit N.s Sohn Dieter die dritte Generation die Leitung von Zündapp. Nach anfänglichen Exporterfolgen in den USA verlor Zündapp Marktanteile an japan. Motorradhersteller. 1984 mußte das Münchener Werk nach China verkauft werden. – Dr. rer. nat. h. c. (Erlangen, 1956).

  • Werke

    Btrr. in „Zündapp Streiflichter“ 1953-57.

  • Literatur

    Das Motorrad 2, 1950, S. 263 (P);
    DDD (Der Doerschlag Dienst) Motorber., 1968, Nr. 4908;
    S. Rauch, Zündapp, 60 J. Zündapp-Technik, 1977;
    ders. u. H. Kletzke, Zündapp. 60 J. Zündapp-Technik, 1996 (P).

  • Autor/in

    Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß
  • Empfohlene Zitierweise

    Seherr-Thoß, Hans Christoph Graf von, "Neumeyer, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 175 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138230021.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA