Lebensdaten
1797 bis 1873
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Koschentin (Schlesien)
Beruf/Funktion
preußischer Ministerpräsident
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 137601093 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hohenlohe-Ingelfingen, Adolf Prinz zu
  • Hohenlohe-Ingelfingen-Oehringen, Adolf zu
  • Hohenlohe-Ingelfingen-Oehringen, Adolph zu
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Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Hohenlohe-Ingelfingen, Adolf Prinz zu, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137601093.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich Ludwig (s. 5);
    - 1819 Luise (1799–1881), T d. Fürsten Karl zu Hohenlohe-Langenburg (1762–1825, s. NND III, S. 411-18) u. d. Amalie Gfn. zu Solms-Baruth;
    5 S (2 früh †), 5 T (3 früh †), u. a. Prinz Kraft (1827–92), preuß. Gen. d. Art. u. Gen.-Adjutant Wilhelms I., 1870/71 Leiter d. Artillerieangriffs auf Paris, bedeutender Mil.schriftsteller (s. W, L), Prinz Friedrich Wilhelm (1826–95), preuß. Gen. d. Kav. u. Gen.-Adjutant (s. Priesdorff VIII, S. 79-81, P);
    N Hugo (s. 8).

  • Leben

    H. nahm als Landwehroffizier am Kriege 1815 teil, strebte aber keine militärische Karriere an. So wurde er zunächst Landrat in Schlesien, war 1847 Abgeordneter des Vereinigten Landtags und gehörte später zum Erfurter Parlament. Als Mitglied der preußischen I. Kammer wurde er nach deren Umwandlung zum Herrenhaus 1856 dessen Präsident. Er galt als Vertreter einer feudalkonservativen Politik, die sich sowohl gegen den Bürokratismus des Reaktionsministeriums Manteuffel als auch gegen die liberalen Tendenzen in der Regierung der „Neuen Ära“ wandte. Auf dem Höhepunkt des Heereskonflikts wurde H. am 11.3.1862 zum interimistischen Ministerpräsidenten ernannt. Zwar sah er in seinem Mangel an außenpolitischer Erfahrung von vornherein einen schwerwiegenden Nachteil seiner Regierung, hoffte jedoch, im Streit um die Heeresreform zu einem Kompromiß in der Budgetfrage zu kommen. Die Landtagswahlen vom 6.5.1862 enttäuschten seine Erwartungen, und H. bot seinen Rücktritt an, den Wilhelm I. allerdings nicht annahm. Aus Gesundheitsgründen legte er aber den Vorsitz im Staatsministerium nieder, wodurch das Kabinett vollends den Charakter eines Provisoriums annahm. H., der die Ernennung Bismarcks zu seinem Nachfolger lebhaft begrüßte, zog sich nach dem September 1862 vom politischen Leben zurück.

  • Werke

    zu S Kraft: Mil. Briefe, 3 Bde., 21886 ff.;
    Strateg. Briefe, 2 Bde., 21887;
    Aus meinem Leben, 4 Bde., 1897-1904.

  • Literatur

    zu S Kraft: ADB 50;
    W. Möllmann, in: Schles. Lb. II, 1926, S. 318-23 (L);
    Priesdorff VIII, S. 76-79 (P).

  • Autor/in

    Günter Richter
  • Empfohlene Zitierweise

    Richter, Günter, "Hohenlohe-Ingelfingen, Adolf Prinz zu" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 486 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137601093.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA