Lebensdaten
1856 bis 1917
Geburtsort
Sterkrade
Sterbeort
Essen
Beruf/Funktion
Eisenhütteningenieur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136480969 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gillhausen, Gisbert Karl Heinrich
  • Gillhausen, Gisbert
  • Gillhausen, Gisbert Karl Heinrich
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Orte

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Zitierweise

Gillhausen, Gisbert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136480969.html [19.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1818–65), Hüttenbeamter d. Gutehoffnungshütte in St., S d. Lehrers Giesbert in Hattingen;
    M Maria Lemmer (1826–1904);
    ⚭ Eugenie Joseph (1860–1934);
    3 S, 1 T.

  • Leben

    G., der aus beengten Verhältnissen stammte und früh auf sich selbst gestellt war, trat als kaum 20jähriger nach dem Studium am Aachener Polytechnikum 1876 in den Dienst der Gutehoffnungshütte in Sterkrade. Seine Beteiligung am Bau der zweiten Koblenzer Rheinbrücke und an verschiedenen Brücken der Gotthardbahn begründete seinen Ruf als Konstrukteur, so daß er in den 80er Jahren bei den Rheinischen Stahlwerken in Meiderich schnell zum Leiter des Technischen Büros und des gesamten maschinellen Betriebs aufstieg. Die Krisenwende, die der Ruhrindustrie 1880 nach 7jährigem Niedergang neue Chancen bot, gab ihm in Meiderich die Mittel zur Ausführung seiner zeitbedingten Neubaupläne. Besondere Verdienste hat G. an der Einführung des Thomasverfahrens in Deutschland, das die Verwendung phosphorhaltiger Erze zur Flußstahlerzeugung ermöglichte und dessen Lizenz die Rheinischen Stahlwerke und der Hörder Verein gleichzeitig 1879 von dem englischen Erfinder S. G. Thomas erworben hatten. – 1890-1913 gehörte G. der Firma Krupp an, die ihn 1893 zum Vorstand des Technischen Büros und 1899 zum Mitglied des Direktoriums ernannte. G.s Hauptleistung lag in der Modernisierung der Essener Werkstätten, in der Planung und Anlage des Hüttenwerks Rheinhausen und im Ausbau der Germaniawerft in Kiel. An der Entwicklung des Dieselmotors, der 1897 in Zusammenarbeit von Krupp und der Maschinenfabrik Augsburg gebrauchsfähig wurde, war er beteiligt. Als erster hat G. 1897 die Verwendung des Dieselmotors zum Schiffsantrieb angeregt. Er war kein Erfinder wie Diesel, aber ein technischer Wegbereiter, dessen praktische Arbeit auf geschultem wissenschaftlichem Denken beruhte. Seine bedeutsamste Neuerung war die Gasverwertung in Großmaschinen,|die er in Rheinhausen durchführte. – 1917 berief Groener ihn auf Vorschlag der deutschen Industrie in das neugeschaffene zentrale Kriegsamt. Der Tod hinderte ihn, sich in dieser Stellung zu bewähren.|

  • Auszeichnungen

    1907 Dr.-Ing. E. h. (TH Aachen), 1912 preuß. Geh. Baurat.

  • Literatur

    Kruppsche Mitt. v. 5.7. u. 2.8.1913, 24.3.1917;
    [R. Hartwig], in: Stahl u. Eisen, 1917, S. 321-23 (P);
    Techn. Mitt. u. Nachrr. d. Vereine, Rhein.-westf. Bez.ver. dt. Chemiker Dortmund, 1917, S. 262;
    VDI-Zs., 1917, S. 425 f.;
    Die Entwicklung d. Dieselmotors b. d. Fa. Krupp, in: Kruppsche Mhh., 1923, S. 25 ff.;
    W. Berdrow, in: Männer d. Technik, 1925, S. 89 f.;
    ders., in: DBJ II (u. Tl. 1917, L);
    W. Däbritz u. H. Dickmann, 75 J. Ver. Dt. Eisenhüttenleute 1860-1935, 1935, S. 140 (P);
    Essener Anz. v. 16.3.1937;
    Stahl v. Rhein, Die Gesch. d. Hüttenwerks Rheinhausen 1897-1957, 1957, S. 13-31.

  • Autor/in

    Ernst Schröder
  • Empfohlene Zitierweise

    Schröder, Ernst, "Gillhausen, Gisbert" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 398 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136480969.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA