Lebensdaten
1782 bis 1848
Geburtsort
Satteins (Vorarlberg)
Sterbeort
Feldkirch
Beruf/Funktion
Textilindustrieller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136459803 | OGND | VIAF: 80799473
Namensvarianten
  • Getzner, Christian

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Zitierweise

Getzner, Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136459803.html [08.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus alter Bauernfam. in Vorarlberg;
    V Jakob (1755–1816), Bauer, S d. Bauern Johann u. d. Maria Scherer;
    M Elisabeth Walser (1744–1814);
    1806 Maria Barbara Kath., T d. Franz Xaver Barbisch in Bludenz u. d. Elisabeth Gaßner aus Nenzing;
    Vt Andreas Gaßner (1776–1823), Fabrikant (s. NDB VI*);
    N Josef (1815–95), Leiter u. Mitbes. d. Werkes.

  • Leben

    G., der bei Johann Josef Ganahl in Feldkirch gelernt hatte, betrieb zuerst ein Spezerei-, Farbwaren- und Schnittwarengeschäft und befaßte sich von 1813 an mit der Verarbeitung von Baumwolle, die in den Dörfern und Bergtälern des Walgaus in Heimarbeit zu Garn gesponnen wurde. Die Familien der Klein- und Zwergbauern waren auf ein Nebeneinkommen angewiesen. Da sich das Geschäft rasch entwickelte, stellte er seinen Verwandten Andreas Gaßner als Buchhalter an und nahm ihn 1817 als Teilhaber in sein Geschäft auf. Mit diesem und Franz Xaver Mutter gründete G. 1818 die Firma Getzner, Mutter & Cie. mit einem Kapital von 29 000 Gulden. Auf Mutter entfielen 51, auf G. 29 und auf Gaßner 20 % dieses Betrags. 1818/19 errichtete G. im Einverständnis mit seinen|Teilhabern auf gemeinsame Rechnung unter der Firma Getzner & Comp. in Feldkirch eine der ersten Türkischrotfärbereien Österreichs. Da sich die Feldkircher über die Verschlechterung der Luft beklagten, wurde sie 1822 in die Felsenau zwischen Feldkirch und Frastanz verlegt. Ein Jahr später kamen auch die Blau- und Schönfärberei und die Druckerei in die Felsenau, während in Feldkirch die ersten 2 mechanischen Spinnmaschinen aufgestellt wurden. Bald bezogen Getzner, Mutter & Cie. die Baumwolle über Hamburg oder Venedig und beschäftigten 3000 Heimarbeiter als Spinner. Das fertige Garn wurde durch die Fergger in Bludenz abgeliefert, teils nach der Schweiz ausgeführt oder in Bludenz auf Handwebstühlen zu Tuch gewoben. Die Kölsche, Kotonine und Taschentücher wurden auf den Märkten in Hall in Tirol, Bozen und Verona abgesetzt, wo die Firma schon 1820 ein Zweiggeschäft errichtete, das einen ausgedehnten Kundenkreis gewann. 1820 wurde zusammen mit Johann Josef Ganahl in Brunnental in Bludenz eine mechanische Spinnerei gebaut (1832 abgebrannt, 1834 verkauft), 1832 die „Obere Spinnerei Nenzing“, 1836 die Spinnerei und Weberei Lünersee in Bürs. G. gehört zu den Pionieren der Vorarlberger Textilindustrie, die für viele arme Landgemeinden von segensreicher Wirksamkeit wurde.

  • Literatur

    A. Leuprecht, Gedenkbll. d. Fam. Gaßner, 1929;
    H. Nägele, Textilland Vorarlberg, 1949;
    ÖBL.

  • Portraits

    Ölgem. (Bludenz, Fa. Getzner, Mutter & Cie.).

  • Autor/in

    Hans Nägele
  • Empfohlene Zitierweise

    Nägele, Hans, "Getzner, Christian" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 352 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136459803.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA