Lebensdaten
um 1225 bis 1277
Sterbeort
Magdeburg
Beruf/Funktion
Erzbischof von Magdeburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136418686 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Konrad II.
  • Konrad von Sternberg
  • Konrad von Magdeburg
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Zitierweise

Konrad II. von Sternberg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136418686.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Grafen v. Sternberg, e. Nebenlinie d. Grafen v. Schwalenberg;
    V Gf. Heinrich ( 1279), S d. Gf. Volkwin III. v. Schwalenberg ( n. 1249) u. d. Ermengard v. Schwarzburg;
    M N. N. v. Woldenberg;
    Ov Volkwin v. Schwalenberg ( 1293), Bischof v. Minden (seit 1275), Günther v. Schwalenberg ( n. 1310), EB v. Magdeburg (1279/80), Bischof v. Paderborn (1307–10).

  • Leben

    Vermutlich durch die westfälischen Beziehungen des Erzstifts (Stift Enger) wurde K. vor 1245 Domherr in Magdeburg und war wohl auch Kanoniker an Sankt Simon und Juda in Goslar. 1258 wird er als Domkellner genannt. Als solcher scheint er auch in der erzbischöflichen Verwaltung eine nicht unwichtige Rolle gespielt zu haben. 1263 wirkt er bei der Schlichtung der Streitigkeiten des Erzstifts mit der Stadt Halle mit und ist 1264 an erster Stelle Vermittler bei der Teilung der Länder jenseits der Oder zwischen den beiden brandenburgischen Markgrafen, vielleicht weil schon damals seine Aufgabe in diesem auch für Magdeburg wichtigen Bereich lag. Spätere Chronisten hielten ihn jedenfalls für den Kanzler seines Vorgängers Ruprecht von Querfurt. Am 26.12.1266 wurde er zum Nachfolger Ruprechts gewählt. Doch verzögerte sich seine Bestätigung durch den Papst, wohl weil ein Teil des Domkapitels in Gegnerschaft zu ihm verharrte. Diese Partei konnte 1270 den schon 1264 vom Papst providierten Markgraf Erich von Brandenburg ins Kapitel introduzieren, womit der Druck der Brandenburger auf das Erzstift zur ernsten Gefahr wurde. Der vorher eher auf Ausgleich bedachte K. scheint jetzt gegen Brandenburg Stellung bezogen zu haben. Neben den wettin. Markgrafen und den Mecklenburgern scheint er sich besonders auf die Herzöge von Sachsen-Wittenberg gestützt zu haben. Letzteren überließ er 1269/70 das von ihm von den Grafen von Querfurt erworbene, mit der Hochvogtei über das Erzstift verbundene Burggrafenamt unter günstigen Bedingungen. Später erwarb er Staßfurt, Aken und andere Besitzungen von den Herzögen für sein Bistum. Seit langem erhob Magdeburg Anspruch auf das dem polnischen Erzbistum Gnesen unterstellte Bistum Lebus, auf das auch die Brandenburger Rechte geltend machten. 1249 konnten die Markgrafen und der Erzbischof diese Gebiete gemeinsam von den schlesischen Piasten erwerben. Sie teilten sie 1253, wobei Magdeburg das Land südlich der Warthe und östlich der Oder zum größten Teil erhielt. K. scheint den Landesausbau hier intensiv betrieben zu haben. Die von ihm gegründete Burg und Stadt Sternberg gaben dem Lande seinen späteren Namen, obwohl schon 1287 EB Erich von Brandenburg es an seine Verwandten gab. Während des Interregnums spielte K. in der Reichspolitik kaum eine Rolle. Doch besuchte er 1274 das zweite Lyoner Konzil, das Rudolf von Habsburg als deutschen König anerkannte.

  • Literatur

    ADB 16;
    Germania Sacra, Erzbistum Magdeburg I. 1929, S. 400;
    F. W. Hoffmann. Gesch. d. Stadt Magdeburg, 2hrsg. v. G. Hertel u. F. Hülße. I, 1885. S. 107-09;
    Johs. Schultze, Die Mark Brandenburg I, 1961. S. 182 f.;
    G. A. v. Mülverstedt, in: Gesch.bll. f. Stadt u. Land Magdeburg 5, 1870, S. 564-70.

  • Autor/in

    Berent Schwineköper
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwineköper, Berent, "Konrad II. von Sternberg" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 510 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136418686.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Konrad II., Erzbischof von Magdeburg (1266—1277), war ein geborener Graf von Sternberg, einer Seitenlinie der Grafen von Schwalenberg, und bekleidete bereits unter den beiden letzten Magdeburger Erzbischöfen Ruprecht und Rudolf das Amt eines Domcellerar. Seine Wahl zum Erzbischof fand bald nach dem Tode seines Vorgängers Ruprecht ( am 19. December 1266) statt. Die Magdeburger Schöppenchronik berichtet, daß er den Magister Richard nach Rom wegen des Palliums gesandt, daß sich dessen Erlangung aber geraume Zeit, eine andere Chronik gibt sieben Jahre an, verzögert habe. Zur Belohnung für|seine Dienste erhielt Richard eine Dompräbende und zwar wider der Domherren Willen. Deswegen verwies sie der Bischof; die Domherren gingen nach Bologna und blieben da zwei Jahre. Graf Günther von Lindau suchte eine Vermittlung zwischen den streitenden Parteien herzustellen, aber umsonst. Die Domherren wählten Markgraf Erich von Brandenburg zum Bischof und führten ihn mit bewaffneter Hand in den Dom. Alle Einzelnheiten dieser Erzählung lassen sich zwar nicht urkundlich belegen, aber aus einer Urkunde vom 1. Mai 1272 geht hervor, daß K. mit den Fürsten von Werle, Mecklenburg und Rügen sich gegen die Markgrafen von Brandenburg verbündete für den Fall, daß ihr Bruder Propst Erich ihn und das Erzstift mit Krieg überziehen sollte; also bereits damals muß Erich mit Hülfe seiner Brüder wol Anstrengungen gemacht haben, Erzbischof von Magdeburg zu werden. Näheres über diese Verhältnisse ergibt sich jedoch aus den Quellen nicht. — Die erhaltenen Urkunden und sonstigen Geschichtsquellen lassen K. als einen umsichtigen, energischen, stets für das Wohl seiner Kirche besorgten Herrn erscheinen. Ueberall weiß er seinem fürstlichen Nachbarn gegenüber das Ansehen und den Machtzuwachs seines Stifts durch Benutzung glücklicher Umstände, selbst durch Waffengewalt, zur Geltung zu bringen, auch auf die Hebung der geistlichen Stiftungen seines Sprengels ist er eifrig bedacht. Das wichtigste Ereigniß, das unter seine Regierung fällt, ist der Uebergang der Burggrafschaft Magdeburg von dem Querfurt'schen Hause an die Herzöge Johann und Albrecht von Sachsen. Am 15. September 1269 schloß er mit diesen Fürsten folgenden Vertrag: wenn der Erzbischof das Burggrafenamt vom Burggrafen Burchard von Querfurt kaufen sollte, so sei er verpflichtet, dasselbe den Herzögen zu Lehen zu geben gegen 1200 Mark und unter anderen für die Magdeburger Kirche günstigen näher modificirten Bestimmungen. Der eigentliche Kaufvertrag ist nicht vorhanden, doch muß derselbe bald nachher abgeschlossen sein, denn bereits in einer Urkunde vom 27. Juni 1270 erscheinen die Herzöge Johann und Albrecht als Burggrafen von Magdeburg und der bisherige Burggraf Burchard wird als ehemaliger Burggraf bezeichnet. — Ebenso wie K. sich und sein Land gegen die Markgrafen von Brandenburg zu sichern suchte, war er auch darauf bedacht, es gegen Angriffe vom Westen her zu schützen. Als eine Fehde Zwischen dem Grafen Otto von Hadmersleben und dem Herzog Albrecht von Braunschweig ausgebrochen war und letzterer dem Grafen Egeln, Gröningen und Harbke entrissen hatte, verband sich K. mit den Harzgrafen gegen den Herzog, um dessen gefährliche Nachbarschaft einzuschränken. Der Herzog wurde gezwungen seine Eroberungen wieder herauszugeben, nur Harbke und Horneburg verblieben ihm. Auch nach der sächsischen Seite hin wußte K. seinen Einfluß geltend zu machen. Die bereits genannten Herzöge von Sachsen. Johann und Albrecht, traten ihm (8. Juli 1276) für die Uebernahme ihrer Schulden die Stadt Staßfurt, das Schloß Gloworp und die Stadt Aken ab. Endlich betheiligte er sich auch an dem Kriege zwischen Markgraf Dietrich von Landsberg und seinem Bruder Albrecht dem Unartigen, und zwar auf Seiten des Letzteren. K. starb am 15. Januar 1277.

    • Literatur

      Chronicon Magdeburgense bei Meibom, Scriptores Rerum Germanicarum II, 831. Magdeburger Schöppenchronik (-Städtechroniken VII. 154, 158 ff.). Braunschweigische Reimchronik in Monumenta Germaniae historica, deutsche Chroniken II, S. 566, V. 8677 ff. Sagittarius, Historia archiepiscopatus Magdeburgensis bei Boysen, Histor. Magazin III, 28 ff. v. Dreyhaupt, Saalkreis, I. 41 ff., 775; II. 424 ff. Riedel, Codex diplomaticus Brandenburg. an verschiedenen Stellen. v. Mülverstedt, Regesta archiepiscopatus Magdeburg. II, 731 ss; Derselbe, Konrad II., Erzbischof von Magdeburg als Electus, in den Magdeburgischen Geschichtsblättern, 1869, S. 428 ff.

  • Autor/in

    K. Janicke.
  • Empfohlene Zitierweise

    Janicke, Karl, "Konrad II. von Sternberg" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 591-592 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136418686.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA