Lebensdaten
1816 - 1882
Beruf/Funktion
Lithograph ; Maler
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 136396844 | OGND | VIAF: 80747659
Namensvarianten
  • Melcher, Jakob
  • Melcher, Jacob

Porträt(nachweise)

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Melcher, Jakob, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136396844.html [09.05.2021].

CC0

  • Leben

    Melcher: Jakob M., Maler und Lithograph, geb. 1816 zu München als der Sohn eines Cafétier, bei welchem viele Maler zusprachen, besuchte die Akademie, bildete sich einige Zeit zu Düsseldorf, insbesondere in der Ornamentenzeichnung, ging dann nach München zurück, wo ihn Dominik Haiz (geb. 1810 zu Neustadt im Schwarzwald, am 11. März 1847 zu München) in der Lithographie unterwies, welche M. dann mit besonderer Vorliebe pflegte, ohne jedoch die Malerei darüber zu vergessen. M. lieferte viele Copien von Bildern in der Pinakothek für das Kunstinstitut von Piloty und Löhle, außerdem eigene, sehr|geschätzte Arbeiten, insbesondere Porträts. So zeichnete und lithographirte er ein Brustbild des Kaiser Franz Joseph, der Königin Therese von Baiern, des Tenoristen A. Bayer, der Grafen August von Rechberg und von Saporta, des Generalmajor v. Bauer, des Fürsten Karl Theodor v. Wrede, des General Struntz, Grafen Max Arco-Valley, Baron Andlaw, des griechischen Ministers Skhinas, der Schauspielerin Laura Ernst, der Freiherren August und Joseph v. Leonrod, Karl Ritter v. Brodesser, Professor Dr. Solbrig, Generaldirector L. Freiherrn v. Brück, General Jakob Freiherrn v. Hartmann, kurz eine lange Reihe von Koryphäen des Geistes, der Wissenschaft, von Militär und Adel; auch lithographirte er viele Bildnisse nach Schrotzberg, Engerth, Stieler, Bernhardt, Dürck, Heigel, Fr. Kaulbach u. A., darunter die 1852 von Simmler so geistreich gezeichneten beiden Tableaux des „Warschauer Künstler“. Auch Madonnenbilder nach Marie Ellenrieder, Karl Müller (in Düsseldorf) und Clemens Zimmermann, einen „Schutzengel“ nach A. Strähuber, auch Waldmüller's „Christbescheerung“ übertrug er auf Stein. Sein Hauptwerk aber bildeten die auf seinen Reisen in Ungarn, Kärnthen, Steiermark etc. gesammelten und während seines mehrjährigen Aufenthaltes zu Wien lithographirten „Oesterreichischen Trachtenbilder“ und der bei Fr. Bruckmann in München herausgegebene Cyklus „Typen österreichischer Schönheiten“, wozu M. die Originalzeichnungen auf das Sorgfältigste in Aquarell und in Kreide ausführte (21 Blatt Kreidezeichnungen der Letztgenannten erschienen 1868 auf der Wiener Kunstausstellung). Gerne griff M. zum Oelbild und malte dann irgend ein harmloses Genrestück, z. B. eine „Lautenspielerin“ und unter Anderem auch einen „Postillon“, am liebsten aber schone Frauenköpfe, welche er entsprechend als Croatin, Ungarin oder Tirolerin costümirte. Zwei solcher Serien brachte M. 1863 und 1872 in den Münchener Kunstverein, 1878 auch ein „Zigeunermädchen“. Der Künstler starb am 8. März 1882.

    • Literatur

      Vgl. Vincenz Müller, Universal-Handbuch von München 1845, S. 161. Nekrolog in Beil. 326 Allgem. Ztg. vom 22. November 1882.

  • Autor/in

    Hyac. Holland.
  • Empfohlene Zitierweise

    Holland, Hyacinth, "Melcher, Jakob" in: Allgemeine Deutsche Biographie 21 (1885), S. 283-284 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136396844.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA