Lebensdaten
1891 – 1965
Geburtsort
Innsbruck
Sterbeort
Innsbruck
Beruf/Funktion
Pharmakologe
Konfession
evangelisch Augsburger Bekenntnisses
Normdaten
GND: 136270018 | OGND | VIAF: 80643871
Namensvarianten
  • Jarisch, Adolf
  • Jarisch, Adolph

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Zitierweise

Jarisch, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136270018.html [14.08.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf (1850–1902), Prof. d. Dermatol. in I. u. Graz (s. ÖBL; Fischer), S d. Philipp (1804–87), Dr. med., k. k. Leibzahnarzt in Wien, u. d. Karoline Gordon;
    M Franziska (1861–1919), T d. Kaufm. Franz Gruber u. d. Franziska Schredl; ( 1923 ( 1923/24) N. N.; kinderlos.

  • Biographie

    J.s wissenschaftliche Laufbahn – er veröffentlichte schon als Medizinstudent unter Anleitung von Holl, Pfeiffer und Brugsch wissenschaftliche Arbeiten über anatomische, serologische, immunologische und physiologische Fragen – wurde nach der Promotion zum Dr. med. (Graz 1914) durch Kriegsdienstleistung zunächst unterbrochen. Mit dem Eintritt in das Grazer Pharmakologische Institut (1.2.1919) entschied sich J. endgültig für die experimentelle Pharmakologie. 1924 übernahm er das Innsbrucker Pharmakologische Institut; 1930 folgte er einer Berufung nach Düsseldorf, kehrte aber 1931 wieder nach Innsbruck zurück. – J. hat zahlreiche Probleme der Pharmakologie, Physiologie und der experimentellen Pathologie bearbeitet (z. B. Schilddrüsen-Wirkung; Effekt von Strophanthin, von Strychninderivaten; Zuckerstich; Seifenhydrolyse; Kreislaufwirkung der Mistel, des Veratrins, des Apomorphins). Sein Hauptarbeitsgebiet wurde die experimentelle Untersuchung der Regulation des Blutkreislaufes. Ein vom Herzen ausgehender Reflex mit Blutdruckabfall und Herzverlangsamung wird jetzt allgemein als „Bezold-Jarisch-Effekt“ bezeichnet, nachdem J. den von Bezold 1867 mit Veratrin ausgelösten Kreislaufeffekt 1937 experimentell aufgeklärt und exakt definiert hat. Vom depressorisch-bradycarden Kreislaufreflex kam J. auf das Problem der Ohnmacht. Mit Hilfe von Apomorphin wurde das Phänomen eingehend untersucht und als allgemeine parasympathische Hemmungsreaktion gedeutet. Damit war ein Gegenstück zur sympathischen Notfallsfunktion aufgestellt, zu der er in seinen frühen experimentellen Untersuchungen über die Piqûre-Glykosurie schon einen wichtigen Beitrag geliefert hatte. J. benützte Arzneimittel und Gifte als Instrumente der biologischen Forschung und als Spürsonden zur Aufklärung physiologischer Vorgänge; er begnügte sich nicht mit der Analyse einer pharmakologischen Wirkung. Seine Ergebnisse ordnete er in sinnvoller Verbindung mit der Wirklichkeit des Lebens in den weiten Rahmen biologischer Gesetzmäßigkeiten ein.

  • Werke

    u. a. Nebenniere u. Zuckerstich, in: Zs. f. experimentelle Pathol. u. Therapie 13, 1913;
    Die Pharmakol. d. Zirkulationsgröße, in: Archiv f. experimentelle Pathol. u. Pharmakol., 1929;
    Der Bezold-Effekt - e. vergessene Kreislaufreaktion, in: Klin. Wschr. 18, 1939;
    Kreislaufsteuerung durch d. Herz, ebd. 20, 1948;
    Depressor Reflexes from the Heart, in: Acta Physiologica Scandinavica 16, 1948;
    Macht u. Ohnmacht, in: Schweizer. Med. Wschr. 81, 1951.

  • Literatur

    H. Konzett, in: Dt. Med. Wschr. 86, 1961, S. 539;
    F. Brücke, ebd. 90, 1965, S. 1971 u. in: Wiener Klin. Wschr. 77, 1965, S. 939;
    C. Henze, in: Arzneimittel-Forschung 15, 1965, S. 1477.

  • Porträts

    Phot. in: Forschungen u. Forscher d. Tiroler Ärzteschule (1945-47), 1947, S. 142.

  • Autor/in

    Heribert Konzett
  • Zitierweise

    Konzett, Heribert, "Jarisch, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 355-356 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136270018.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA