Lebensdaten
1686 bis 1753
Geburtsort
wohl Dresden
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Architekt
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 136011896 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fürstenhoff, Johann Georg Maximilian von

Orte

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Zitierweise

Fürstenhoff, Johann Georg Maximilian von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136011896.html [16.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Illegitim;
    V Kf. Joh. Georg III. v. Sachsen ( 1691);
    M N. N.;
    Halb-B Kf. Joh. Georg IV. v. Sachsen ( 1694), Kf. Friedrich August I. v. Sachsen ( 1733, s. NDB V);
    1) Margarethe Dor. Küster ( 1738), 2) Charl. Emilie N. N.;
    1 S (jung †), 3 T aus 1).

  • Leben

    F. wurde bürgerlich erzogen. Seine Ausbildung als Architekt erhielt er unter A. von Wackerbarth im sächsischen Ingenieurkorps, in dessen Listen er 1709 erscheint. 1712 wurde er Ingenieur, 1714 Kapitän, 1716 Major und Lehrer der Kadetten für das Fach der Militärbaukunst, nach weiteren Beförderungen 1745 Generalleutnant und als Nachfolger J. de Bodts Chef des Ingenieurkorps und „Direktor der Fortifikationen auch der sämtlichen Festungs-, Militär- und Civil-Gebäude“, 1746 Kommandant der Festung Königstein. Er zeichnete sich bereits im Nordischen Kriege aus und bekleidete im Polnischen Thronfolgekriege sowie im 1. und 2. Schlesischen Kriege hohe Posten. – F.s Bauten lagen auf militärischem Sektor oder waren durch den Auftraggeber mit diesem verbunden. Sie zeigen die typischen Formen des Dresdner Barock mit Lisenengliederung und abschließendem mittlerem Dreieckgiebel, sauber aber trocken, ohne die gestaltende Kraft und Phantasie des gleichaltrigen J. Ch. Knöffel. – Wahrscheinlich leitete F. seit 1717 den Wiederaufbau des bereits 1701 abgebrannten Georgentraktes des Dresdener Schlosses. 1722-25 übernahm er den ersten Umbau des Obergeschosses von Buchners Stallgebäude und gab der Fassade einen barocken Charakter. 1729/31 legte er vor die Fassade die zum 1. Stockwerk führende doppelläufige Freitreppe, nicht ohne Vorbild von Starckes Treppe zum Palais im Großen Garten. Den Dresdener Torbauten, die aus der Festung herausführten, gab er den repräsentativen Rahmen. 1718 leitete er den Umbau des Weißen Tores in der Neustadt, erweiterte 1740 das Pirnaische Tor und öffnete 1747/48 das 200 Jahre geschlossene Seetor wieder. 1742-47 veränderte er auch das Zeughaus nach barocken Gesichtspunkten. Als Festungskommandant von Dresden lehnte er die Demolierung der Festungswerke neben der Augustusbrücke zugunsten des Neubaues von Chiaveris Katholischer Hofkirche ab. – Umfangreiche Bauten schuf F. auf der Festung Königstein. Hier wurde unter anderem 1731 die Friedrichsburg zu einem barocken Pavillon umgebaut und ihr eine reiche doppelläufige Freitreppe hinzugefügt. – Nach dem Tode F.s gingen|seine bedeutende Bibliothek, Pläne und Risse in den Besitz des Grafen Brühl über, aus dem sie in die Sächsische Landesbibliothek gelangten, darunter ein meist eigenhändig gezeichnetes 3bändiges Planwerk mit 458 Tafeln und 501 Plänen von Festungen und befestigten Orten Europas (Msc. Dresd. R. 30 m).

  • Werke

    Weitere W u. a. Eigenes Palais vor d. Pirnaischen Tor, 1747 (b. d. Beschießung Dresdens 1758 zerstört);
    Straße v. Dresden nach Moritzburg, 1727;
    Bauten z. Zeithainer Lustlager, 1730;
    Kasernen auf d. Sonnenstein, 1737-40.

  • Literatur

    F. W. Hansch, Gesch. d. K. S. Ing.- u. Pionier-Korps, 1898 (f. militär. Laufbahn);
    P. E. Richter, J. G. M. v. F. u. s. Zeichnungen, in: Über Berg u. Thal 24, 1901, S. 329-32, 339-42;
    H. Schuster, Die Baugesch. d. Festung Königstein, 1926, Abb. 52-56;
    F. Löffler, Das alte Dresden, 31958, S. 88 f., 395, Abb. 87/88, 90, Tafel 151, 172, 175;
    ThB.

  • Portraits

    Ölgem. v. L. Schneider, 1752 (früher Festung Königstein, jetzt verschollen).

  • Autor/in

    Fritz Löffler
  • Empfohlene Zitierweise

    Löffler, Fritz, "Fürstenhoff, Johann Georg Maximilian von" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 699 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136011896.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA