• Genealogie

    V Johann Casp., Offizier, S des Johann und der Anna Maria Hetzler aus Villingen;
    M Maria Eva Leutgardis, T des Columban Jüngling und der Anna Marg. Bach aus Ehrstein;
    1) unbekannt, 2) Johann Cath. Michael von Gutenthal, 3) 1774 Luise (1731–1813), T des Wilhelm Moritz Graf von Ysenburg-Philippseidi, kurpfälzischer Generlalfeldmarschalleutnant und der Phil. Gräfin v. Stolberg-Geldern.

  • Leben

    B. empfing 1734 unter Prinz Eugen die Feuertaufe, machte den Feldzug gegen die Türken 1737 mit, kämpfte im ersten schlesischen Krieg bei Mollwitz, im 7jährigen Krieg vor Prag, bei Striegau und Trautenau, nahm 1758 als Oberst im Infanterieregiment Colloredo am Überfall des Grafen A. von Hadik auf Berlin teil und wurde 1775 Feldmarschalleutnant und Kommandant von Olmütz. - Während des durch die Reformen Josephs II. hervorgerufenen Abfalls der österreichischen Niederlande und der Ausrufung des „Vereinten Belgiens“ (11.1.1790) hielt B. in Luxemburg die Empörung nieder. Nach der Thronbesteigung Leopolds II. mit der Niederwerfung des Aufstandes betraut, stellte er, ohne ernsthaften Widerstand zu finden, die alte Ordnung wieder her. Er führte 1791/92 das Oberkommando in Belgien und erlebte an der Spitze seiner Truppen am 6.11.1792 bei Jemappes den von C. F. Dumouriez geführten, ersten Massenangriff, der einen welthistorischen Wendepunkt der Taktik bedeutete. Er zog die Österreicher in guter Ordnung und ohne verfolgt zu werden|zurück. Die Franzosen besetzten Belgien, die Österreicher hielten nur Luxemburg, das nach fast siebenmonatiger Belagerung unter B. am 7.6.1795 kapitulierte.

  • Literatur

    ADB II;
    J. Hirtenfeld, Der Militär-Maria-Theresien-Orden, Wien 1857;
    A. Chuquet, Jemappes et la conquête de la Belgique, Paris 1890;
    H. R. v. Zeissberg, Zwei J. belg. Gesch. (1791, 1792), in: SB d. kaiserl. Ak. d. Wiss., phil.-hist. Kl. 123, 1891;
    H. Pirenne, Hist. de Belgique V u. VI, Brüssel 1926;
    Wurzbach I (L-Verz.).

  • Portraits

    Ölbild (Heeresmus. Wien);
    Stich danach (mit Wappen), 1791, 2 Zeichnungen nach d. Wachsbild v. J. Müller, eine v. Lange, eine v. A. Ecker (Nat.-Bibl. Wien, P-Slg.).

  • Autor/in

    Heinrich Benedikt
  • Empfohlene Zitierweise

    Benedikt, Heinrich, "Bender, Blasius Kolumban Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 38 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135924766.html#ndbcontent

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  • Leben

    Bender: Blasius Columban Frhr. v. B., österr. Feldmarschall, geb. 1713 in Gengenbach, 20. Nov. 1798. 1733 in die kaiserliche Armee eingetreten, machte er noch unter Eugen den Türkenkrieg mit, dann die schlesischen, den niederländischen wie den siebenjährigen Krieg, überall durch Bravour hervorleuchtend, bei Mollwitz, Prag, Striegau und Trautenau schwer verwundet. 1758 ward er Oberst bei Colloredo Infanterie, 1769 Generalmajor und Commandant von Philippsburg; 1775 F.-M.-Lieutenant und Commandant von Olmütz; 1782 erhob ihn der Kaiser in den Freiherrnstand und 1785 zum Feldzeugmeister und Commandanten von Luxemburg. Hier Ward ihm beim Ausbruch der belgischen Unruhen die wichtigste Rolle zu Theil. Kaiser Josephs Verfahren in den österreichischen Niederlanden, schwankend zwischen rücksichtslosen Eingriffen in die geistliche und weltliche Verfassung und Versuchen der Nachgiebigkeit, welche immer zu spät kamen, hatte in der Zeit vom October bis December 1789 den Abfall der Lande zur Folge. Nur in Luxemburg hielt B. die auch dort gährende Empörung nieder, und verhinderte den Anschluß an das „vereinte Belgien“, wie sich seit dem 11. Jan. 1790 die Lande nannten. Ihn stellte darauf Kaiser Leopold II., soeben seinem Bruder in der Regierung gefolgt, an die Spitze eines Heeres zur Niederwerfung des Aufruhrs. Eine Spaltung unter den Gegnern kam ihm zu statten. Den Aristokraten unter van der Noot und van Eupen widersetzte sich an der Spitze der Demokraten, denen sich die Armee zuerst anschloß, van der Mersch. Angesichts eines Kampfes aber mit den eigenen Landsleuten verließen letzteren die Soldaten; er ward zu Antwerpen gefangen gesetzt. Inzwischen hatte B. von Luxemburg aus Limburg besetzt. Der Kaiser war jetzt zu jeder Nachgiebigkeit in der Verfassungsfrage bereit, gleichwol blieben die sich durch den Sommer hinziehenden Unterhandlungen fruchtlos. Ende Novembers brach daher B. mit 30000 Mann von Luxemburg auf, erschien am 30. d. M. vor Brüssel und hielt schon am 3. Dec. seinen|Einzug. In wenigen Wochen war ganz Belgien unterworfen und Herzog Albert von Sachsen-Teschen kehrte als Oberstatthalter nach Brüssel zurück. Der französische Revolutionskrieg gab aber dann seit 1792 den Dingen wieder eine neue Wendung: B., welcher von 1791—92 in Belgien das Obercommando geführt, hatte gleichwol an dem Kriege der folgenden Jahre dort keinen Antheil. Aber nach dem Rückzuge der Oesterreicher aus den Niederlanden schloß er seine militärische Laufbahn noch durch die glänzende achtmonatliche Vertheidigung Luxemburgs gegen die Franzosen bis zur Capitulation vom 5. Jan. 1795. — B. hat in 29 Feldzügen 12 Schlachten und 9 Belagerungen mitgemacht.

    • Literatur

      Hirtenf. u. Meynert, Oesterr. Mil.-Conv.-Lex.

  • Autor/in

    v. Janko.
  • Empfohlene Zitierweise

    Janko, Wilhelm Edler von, "Bender, Blasius Kolumban Freiherr von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 320-321 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135924766.html#adbcontent

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