Lebensdaten
1830 bis 1890
Geburtsort
Bremen
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Telegraphen- ; Elektroingenieur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 130262617 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Frischen, Carl Ludwig

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Zitierweise

Frischen, Carl Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd130262617.html [24.10.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. (1796–1845), Makler, S d. Landmanns Gottfr. in Kirchweyhe b. Bremen u. d. Margarete Grashoff; M Anna Franziska Sophia (1807–63), T d. Arztes Aug. Benj. Leonhard in Bremen u. d. Lucia Charl. Vollbort; 1855 Anna Busse; 2 T; Groß-N Franz Albert Gg. (* 1914), Gründer d. F. A. G. Frischen GmbH f. Electronik u. d. Norddt. Röntgenzentrale in Hannover.

  • Leben

    F. trat nach Besuch der Latein- und der Handelsschule als 15jähriger Lehrling in die Bremer Maschinenbaufabrik von Carsten Waltjen ein. 1849-51 besuchte er das Polytechnikum in Hannover, wo er besonders F. Heeren und Ch. M. Rühlmann hörte. 1851 trat er in den Telegraphendienst der hannoverischen Staatsbahn ein und wurde dort 1854 Telegraphen-Ingenieur. Wenig später fand F. eine Schaltung, die es gestattet, auf einem Draht gleichzeitig in beiden Richtungen zu telegraphieren. Dieses Gegensprech-Verfahren wurde fast zur selben Zeit von Werner Siemens entdeckt. Beide lernten sich nun erst kennen, trafen ein Patentabkommen und wurden Freunde fürs Leben. 1865 wurde F. zum Vorsteher der hannoverischen Telegraphen-Inspektion ernannt; 1867 kam er nach Berlin als Oberingenieur in die Telegraphenverwaltung des Norddeutschen Bundes. Aber auch in Preußen war ihm das Beamtendasein wesensfremd. 1870 trat er daher, einer alten Übereinkunft mit Werner Siemens folgend, in die Dienste der „Telegraphen-Bauanstalt Siemens & Halske“ ein, wo er als Oberingenieur eine leitende Stellung einnahm. Die Eisenbahn-Sicherungstechnik verdankt ihm wesentliche Konstruktionen, besonders den Eisenbahn-Streckenblock (1870/71) und den Schienendurchbiegungs-Kontakt (1879), durch die die Sicherheit im Schienenverkehr grundlegend gefördert wurde. An der Verkabelung des Telegraphennetzes in Deutschland (1877/81) hatte F. wesentlichen Anteil. Bei den frühesten Versuchen mit dem Bell-Telephon in Deutschland hat er Werner Siemens unterstützt; auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung (1879) führte er die von Siemens & Halske entwickelte erste elektrische Lokomotive öffentlich vor.

  • Werke

    Vorträge in: Verhh. d. Polytechn. Ges. Berlin, SB d. Ver. f. Eisenbahnkde., Elektrotechn. Zs. u. Druckschrr. v. Siemens & Halske.

  • Literatur

    Blenck, in: Polytechn. Cbl., Berlin, Nr. 17 v. 16.6.1890 (P); Giesecke, in: Dt. Verkehrs-Ztg., Nr. 19 v. 11.5.1923, S. 139-41; G. Schmidt, in: Zs. f. Fernmeldetechnik, Werk- u. Gerätebau, Nr. 2 v. 16.2.1924, S. 9 f.; C. Matschoß, Männer d. Technik, 1925; F. Natalis, Das 60j. Jubiläum d. Eisenbahn-Blockapparate u. d. 100. Geburtstag ihres Schöpfers C. F., in: Siemens-Jb., 1930, S. 25-45 (P); Verkehrstechn. Woche v. 4.-18.12.1935, S. 641-43; O. Gromodka, in: Die Techn. Gemeinschaft, 1955, S. 332 f. (P); Aus d. Hause F., Eine alte Tradition wird fortgesetzt, Festschr. d. Norddt. Röntgenzentrale Hannover, [1959] (P).

  • Portraits

    München, Siemens-Archiv.

  • Autor

    Sigfrid von Weiher
  • Empfohlene Zitierweise

    Weiher, Sigfrid von, "Frischen, Carl Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 620 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd130262617.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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