Lebensdaten
1767 – 1849
Geburtsort
Waldsassen (Oberpfalz)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Kameralist ; Forstmann ; Forstwirt ; Verwaltungsbeamter
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 129748188 | OGND | VIAF: 8473539
Namensvarianten
  • Thoma, Josef (bis 1849)
  • Thoma, Joseph von
  • Thoma, Josef Ritter von (seit 1849)
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Zitierweise

Thoma, Josef Ritter von (seit 1849), Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129748188.html [01.07.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Christoph Adam Bernhard (* 1735), bayer. Rentkammersekr. in Amberg, Amtsgegenschreiber in W., S d. Johann Adam, Klosterschreiber d. Zisterzienserklosters in W., u. d. N. N. Ott, aus Tirschenreuth, Spitalverw.-T;
    M Maria (* 1745), aus Amberg, T d. Joseph Wolf, Maurermeister;
    München 1791 Sabina (1773–1816), aus M., T d. Heinrich Frhr. v. Heppenstein (1751–1808), auf Kornburg, bayer. Hofkammerrat in M., u. d. Maria Franziska v. Weinbach (1749–1805); ältester S Franz (?) (1798–1862), Forstmeister in Rottenbuch u. Kaufbeuren;
    Ur-E Ludwig T. (s. 2).

  • Biographische Darstellung

    T. besuchte das Gymnasium in Amberg, um anschließend an der Univ. Ingolstadt Rechts- und Kameralwissenschaften zu studieren. Nach vorbereitendem Finanzdienst übernahm er 1791 den Posten seines Vaters. 1799 wurde er zum Landesdirektionsrat nach München berufen, zunächst in die Deputation für Maut- und Kommerzsachen, 1803 in die staatswirtschaftliche Deputation. 1808 wurde er Oberfinanzrat in der neu gebildeten Steuer- und Domänensektion des Finanzministeriums. Nach dem Tod des Präsidenten des Zentralforstkollegiums in München, Karl v. Zyllnhard (1744–1816), übernahm T. 1817 als Ministerialrat das Referat Forstwesen und war damit oberster Leiter der bayer. Staatsforstverwaltung (1837 Geh. Oberforstrat).

    Als Kameralist war T. für den Forstdienst nicht speziell ausgebildet, hatte jedoch reiche Erfahrungen in der landesfürstlichen Verwaltung gesammelt, die auch für die Wälder Bayerns zuständig war. In technischen Fragen stand ihm seit 1826 sein Mitarbeiter und Freund, der Ministerialrat Christian Albert v. Schultze (1781–1851), zur Seite. Die enge Zusammenarbeit beider Männer führte zu bahnbrechenden Neuerungen, wie der Betriebsregelung 1830, die „Instruktionen über Vermessung, Eintheilung, Kartierung, etc. der Forsten“ 1844 sowie die „Waldstandsrevision“ 1849. Ferner entstanden die Grundlagen für Forstwirtschaft und -wissenschaft, die deren hohen Stand bis in die Gegenwart gewährleisten. Dazu zählen u. a. die Entstehung der Massentafeln zur Ermittlung des Holzvorrats, die Schaffung von Forschungsprobeflächen und die Eröffnung der Bayer. Forstlehranstalt 1844 in Aschaffenburg. Nachdem in Folge der Säkularisation 1803 große Forstareale an den Staat fielen, wurde eine den neuen Gegebenheiten entsprechende Forstorganisation nötig. 1821 wurde die Neugestaltung der Forstorganisation (das sog. Forstmeistersystem) in Angriff genommen, die zu T.s Hauptwerk wurde. Die zeitliche Verzögerung ergibt sich aus dem Fehlen institutioneller und verwaltungstechnischer Gegebenheiten, die erst mit der Verfassung 1818 geschaffen wurden. Als Grundlage diente die aus Frankreich übernommene Dreiteilung der Forstverwaltung, die bis 1885 in Kraft und in Grundzügen bis zur Forstreform 2005 erhalten blieb. Eine Schwäche war, daß die Forstmeister die ihnen zugewiesenen Aufgaben der Betriebsführung in ihren großen Amtsbezirken nur mangelhaft bewältigen konnten. 1830 richtete T. das „Ministerial-Forsteinrichtungsbüro“ ein und erließ die „Instruktion für Forstwirtschaftseinrichtung“, die bis 1910 ihre Gültigkeit behielt. In allen Staatswaldungen Bayerns wurden nun die sog. „primitiven“ Operate (Forsteinrichtungswerke) erstellt sowie Wirtschaftregeln für die einzelnen Waldgebiete erlassen, die nach mehreren Überarbeitungen prinzipiell bis heute Verwendung finden.

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    A Verdienstorden v. hl. Michael (1839);
    Komturkreuz d. Verdienstordens d. bayer. Krone (1849).

  • Literatur

    L R. Heß, Lb. hervorragender Forstmänner, 1885, S. 371 f.;
    A. Schlögl, Bayer. Agrargesch., 1954, S. 879;
    M. Steinle, Aufgaben d. Bayer. Staatsforstverw. im Wandel d. Zeit, in: Allg. Forst-Zs. 40, 1978, S. 1148 (P);
    F. X. Fritsch, Gesch. d. oberpfälz. Forstorganisation, in: Mitt. aus d. Staatsforstverw. Bayerns 39, 1974, S. 126 f.;
    R. Heydenreuter, Die Forstorganisation im Kgr. Bayern 1806–1908, ebd. 51, 2002, S. 37–47;
    R. Rösler, Vom Obristforstmeister d. Oberen Pfalz bis z. Leiter d. Forstdirektion Niederbayern-Oberpfalz, ebd., S. 597–622;
    ders., 250 J. Bayer. Staatsforstverw., Ein Rückblick auf d. Gesch. d. Forstdirektion Regensburg, in: Oberpfälzer Heimat 46, 2001, S. 24–48 (P);
    Gerber, Persönlichkeiten Land- u. Forstwirtsch.; – Qu Bayer. HStA

  • Autor/in

    Rudolf Rösler
  • Zitierweise

    Rösler, Rudolf, "Thoma, Josef Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 166 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129748188.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA