Lebensdaten
1868 bis 1920
Geburtsort
Basel
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Chemieindustrieller
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 129429880 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hoffmann, Fritz (bis zu seiner Heirat 1895)
  • Hoffmann-La Roche, Fritz
  • Hoffmann, Fritz (bis zu seiner Heirat 1895)
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Zitierweise

Hoffmann-La Roche, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129429880.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1838–97), Bandfabr., 1872-82 Großhändler in Rohseide in B., S d. Emanuel (s. Gen. 1);
    M Anna Elisabeth (1845–1913), T d. Joh. Heinr. Merian, Oberstlt. u. Chef d. Artillerie, u. d. Elisabeth Vonder Mühll;
    Schw Elisabeth ( Albert Koechlin, 1859–1927, Präs. d. Basler Handelsbank);
    Vt Eduard (s. 1);
    - 1) Basel 1895 ( 1919) Adèle (1874-n. 1935), T d. Alfred La Roche (1840–1923), Seidenhändler in B., u. d. Adèle Passavant, 2) Basel 1919 Elisabeth (1882–1970), T d. Albert Christoph Vonder Mühll u. d. Maria Louise Merian;
    2 S aus 1) Emanuel (1896–1932), Dr. iur., Chemiker, zunächst in d. Brüsseler Filiale, dann im Basler Hauptgeschäft d. Fa. H.-La Roche tätig, Sammler v. Kunstwerken (heute Öffentl. Kunstslg. Basel, Eman.-Hoffmann-Stiftung), Alfred (* 1898), Kaufm. u. Industrieller in Paris, dann in Rolle, Maire u. Großrat d. Gemeinde u. d. Kt. Waadt;
    E (S d. Emanuel) Lukas, Zoologe, Ornithologe, Gründer u. Leiter d. „Station biologique de la Tour du Valat“ in d. Camargue, Vize-Präs. d. „Union Internationale pour la Conservation de la Nature et de ses Ressources“ u. d. „World Wildlife Fund“, Mitgl. d. Verwaltungsrates d. F. Hoffmann-La Roche u. Co. AG.

  • Leben

    H. machte kaufmännische Lehrzeiten in einem Bankhaus der welschen Schweiz und bei der Firma Bohny, Hollinger und Cie. in Basel, einem Betrieb pharmazeutischer Richtung, durch. Nachdem er seine Erfahrungen in London und Hamburg hatte erweitern können, übernahm er 1894 die kleine chemische Fabrik von Bohny, Hollinger und Cie. an der Grenzacherstraße, und zwar zusammen mit dem Chemiker Max Carl Traub (1855–1919) als neugegründete Firma Hoffmann, Traub und Co. Im ersten bescheidenen Fabrikationsprogramm dominierten die pharmazeutischen Spezialitäten, zunächst das aus Wismuth und Jod bestehende Wundpulver „Airol“. Um dessen Herstellung in Deutschland zu ermöglichen, wurde 1896 ein Zweigbetrieb in Grenzach errichtet. 1896 schied Traub aus der Firma aus, die als F. Hoffmann-La Roche und Co. weitergeführt wurde. 1897 gelang es dem in der Firma tätigen Chemiker Carl|Schaerges, Guajacol durch Sulfurieren wasserlöslich zu machen. Das als „Thiocol“ beziehungsweise als Hustensirup „Sirolin“ in den Handel gelangende Präparat verbesserte die finanzielle Lage der Fabriken. H. konnte den Umsatz durch eine in ihrem Ausmaß neuartige Werbung fördern. Erfolgreich war auch das Digitalispräparat „Digalen“. Filialfabriken entstanden in Italien, Frankreich, Amerika, England und so weiter. Durch Auslandsreisen, unter anderem nach Rußland, wußte H. das Geschäft zu beleben.

    Der 1. Weltkrieg brachte für H. starke Belastungen und Sorgen um sein Unternehmen. Das Basler Werk wurde von der Fabrik in Grenzach völlig abgeschnitten und mußte unter äußerst schwierigen Verhältnissen eigene Fabrikationsstätten für verschiedene Artikel einrichten. Von deutscher Seite zum frankophilen Unternehmen, das Filialen in Paris unterhielt, von französischer Seite wegen des Grenzacher Werkes zur deutschen Fabrik abgestempelt, war es hier wie dort polizeilichen Kontrollen, Warenboykott, Unannehmlichkeiten für die leitenden Persönlichkeiten ausgesetzt, die eine schwere Belastungsprobe darstellten. Nach Kriegsende gefährdeten der Wegfall des russischen Marktes, die Blockierung deutscher Guthaben, die in Deutschland anbrechende Inflation die Weiterführung des Werkes. Die Überführung in eine Aktiengesellschaft 1919 erwies sich als Rettung. Die Geschäftsleitung wurde H. unter gleichzeitiger Ernennung zum Vizepräsidenten und Delegierten des Verwaltungsrates übertragen. Unter seiner Initiative wurden aussichtsreiche Verbindungen in allen Ländern wieder angeknüpft. Die Entwicklung des Werkes zur Weltfirma, die heute über 25 000 Mitarbeiter beschäftigt, hat er aber nur noch in den Anfängen miterlebt. Schon 1920 erlag er einem schweren Leiden.

  • Literatur

    G. A. Wanner, in: Schweizer Pioniere d. Wirtsch. u. Technik 24, 1971 (P).

  • Portraits

    Relief v. A. Fahrenbruch in Bau 15 d. Stammhauses Basel.

  • Autor/in

    Berend Strahlmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Strahlmann, Berend, "Hoffmann-La Roche, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 395 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129429880.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA