Lebensdaten
um 1530 bis 1591 oder 1592
Geburtsort
Nürnberg (?)
Beruf/Funktion
Maler ; Dürer-Imitator
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 129222909 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hofmann, Hans
  • Hoffmann, Hans
  • Hofmann, Hans

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Zitierweise

Hoffmann, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129222909.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    vor 1572 Eva N. N. ( n. 1609);
    K.

  • Leben

    H. stammt nicht (wie lange Zeit vermutet) aus den Niederlanden, und wohl auch nicht aus dem nord-niederdeutschen Raum, doch könnte er auf Wanderschaft in den Niederlanden gewesen sein. Da kein Aufnahme-Nachweis in den Nürnberger Bürgerbüchern steht, muß er hier geboren sein. Erstmals wird er als Nürnberger Bürger 1576 genannt. 1584 war H. in München am Hof Herzog Wilhelms V. tätig. 1585 wurde er durch Vermittlung Willibald Imhoffs ( 1595) von Kaiser Rudolf II. nach Prag berufen und zum Hofmaler ernannt; er blieb aber weiterhin Nürnberger Bürger, und der Rat genehmigte 1585, 1588, 1590 die Beurlaubung. Mehrfach ist H. in den Prager Hofzahlamts-Rechnungen genannt. 1594 wurden in Nürnberg zwei Vormünder (darunter der Goldschmied Abraham Jamnitzer) für H.s Kinder in Prag bestellt.

    Seine Ausbildung erhielt H. wohl in einer Nürnberger Malerwerkstatt. Einwirkungen der niederländischen Porträtmalerei auf seine Kunst könnten auf eine Wanderschaft in den Niederlanden zurückzuführen sein. Dort oder 1561-67 in Nürnberg wurde er durch den Niederländer Nicolas Neufchatel genannt Lucidel beeinflußt; auch kopierte er italienische Gemälde. Stilistisch kann er den Manieristen der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zugerechnet werden. H.s Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Deckfarbenmalereien (auch auf Pergament) sind genaue Kopien nach Albrecht Dürer, zum Teil aus verschiedenen Werken kompiliert. Er ahmte Dürers Technik nach, verwandte wie dieser farbig getöntes grundiertes Papier und wiederholte Monogramm und Datierung Dürers; dazu kamen Monogramm und Datierung von H. selbst. Unter den oberdeutschen und Nürnberger Dürer-Kopisten ragt H. hervor. Seine Blätter galten als Kunstkammer-Stücke und wurden hoch bezahlt. Sie wurden bis ins 20. Jahrhundert zum Teil als Originale Dürers angesehen; nach ihnen können verlorene Blätter Dürers rekonstruiert werden. Zwei große Bestände derartiger Zeichnungen befanden sich ehemals in Nürnberg in der Sammlung Willibald Imhoffs ( 1580) und im Kunstkabinett Paulus Prauns (159 Blatt, von denen 50 über den Fürsten Nicolaus Esterházy in das Kupferstichkabinett in Budapest gelangten). Von einem nach Dürer kompilierten Dreifaltigkeitsaltar (Triptychon) für Rudolf II. ist die Mitteltafel verloren, die Flügel sind in Wien (Kunsthistorisches Museum) erhalten. Als selbständige Arbeiten malte H. einige Porträts Nürnberger Bürger (1573, 1581, 1585, zum Teil verschollen) und religiöse Figurenbilder (2 Evangelisten Johannes und Markus, Frankfurt a. M., Sammlung Eduard Wagner-Hallenperg). Andere Werke, wie mehrere Wiedergaben des Ecce homo in Deutschland und Schweden, besonders das Gemälde in der Galerie Pommersfelden, gelten noch jetzt irrig als Werke Dürers. An eigenen Zeichnungen haben sich Bildnisse, Figuren, Pflanzen und Szenen erhalten. In einem 3bändigen Kodex (Wien, Nationalbibliothek) mit Tierdarstellungen von Georg und Jacob Hoefnagel in Band I und II stammen die Arbeiten in Band III von H.

  • Literatur

    ADB XII, S. 629;
    Ch. G. v. Murr, Description du cabinet … de Praun, 1797;
    Jb. d. Kunsthist. Slgg. d. Allerhöchsten Kaiserhauses 7, 12, 15, 1888-94 (Urkk. u. Regg. aus Wien, Prag usw.);
    G. Glück, Fälschungen auf Dürers Namen a. d. Slg. Erzhzg. Leopold Wilhelm, ebd. 28, 1908, wieder in: Aus 3 Jhh. europ. Malerei, Ges. Aufsätze, II, 1933;
    Th. Hampe, Nürnberger Ratsverlässe üb. Kunst, Künstler …, 1.-3. Bd., 1904;
    F. Winkler, Die Zeichnungen A. Dürers, 1.-4. Bd., 1936-39;
    K. Pilz, Nürnberg u. d. Niederlande, in: Mitt. d. Ver. f. Gesch. d. Stadt Nürnberg 43, 1952;
    ders., H. H., ebd. 51, 1962 (Verz. d. signierten u. datierten W; d. andere Oeuvre-T. noch ungedr., L)
    ;
    H. Kaufmann, Dürer i. d. Kunst u. im Kunsturteil um 1600, in: Anz. d. German. Nat.mus. 1940–53, 1954;
    Manuscripts et livres imprimés concernant l'hist. des Pays-Bas 1475-1600, Bibl. Nat. d'Autriche, 1962, Nr. 159, S. 97 f.;
    Meisterwerke niederländ. Buchmalerei i. d. Österr. Nat.bibl., 1962, Nr. 159, S. 24;
    ThB (L). - Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Kurt Pilz
  • Empfohlene Zitierweise

    Pilz, Kurt, "Hoffmann, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 418 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129222909.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hofmann: Hans H., ein Nürnberger Maler, welcher sich durch seine sehr sorgfältig und sein ausgeführten Arbeiten, besonders auch Miniaturgemälde (in Gummifarben) auszeichnete. Er stellte gern Thiere, Blumen und Kräuter dar (im berühmten Praun'schen Cabinet zu Nürnberg waren davon 159 Blatt), malte aber auch Porträts und copirte die Gemälde von A. Dürer so vortrefflich, daß viele seiner Arbeiten noch heute für Originale von der Hand Dürer's gehalten werden. Er war seiner Zeit hoch geschätzt, erhielt u. A. im J. 1575 für „einen mit Oelfarb gemachten Hafen“ 200 fl. und wurde 1584 von Kaiser Rudolf II. in dessen Dienst als „Hofmaler“ nach Wien berufen, woselbst er um 1600, einige sagen 1592, starb.

    • Literatur

      Doppelmayr, Nachricht von Nürnbergischen Künstlern.

  • Autor/in

    R. Bergau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Bergau, R., "Hoffmann, Hans" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 629 unter Hofmann [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129222909.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA