Lebensdaten
1913 bis 1991
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Bonn
Beruf/Funktion
Bankier ; Politiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 124472699 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Preusker, Victor-Emanuel
  • Preusker, Viktor Emanuel
  • Preusker, Viktor-Emanuel

Objekt/Werk(nachweise)

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Orte

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Zitierweise

Preusker, Victor-Emanuel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124472699.html [20.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    Fam. stammt aus d. Riesengebirge;
    V Emanuel, Reichsbankamtsrat;
    M Martha Wietasch.

  • Leben

    Nach dem Abitur 1931 am Herder-Realgymnasium in Berlin-Charlottenburg begann P. eine Banklehre bei der Darmstädter und Nationalbank. Bei deren Rechtsnachfolgerin, der Dresdner Bank, wurde er im Januar 1933 als volkswirtschaftlicher Referent eingestellt. Gleichzeitig war er seit November 1931 an der Univ. Berlin immatrikuliert, zunächst für Jura, dann für Nationalökonomie. Ein anschließendes Studium an der Wirtschaftshochschule Berlin schloß er 1937 als Diplomkaufmann ab. 1940 wurde er in Wien mit einer Arbeit über „Industriefinanzierung durch Marktkapital“ zum Dr. rer. pol. promoviert. Seit Mai 1933 Mitglied der SS, war P. seit 1934 nebenher als Dozent für Nationalökonomie für den „Führernachwuchs“ in der Dresdner Bank tätig. 1940 wurde er zum Dienst in der Luftwaffe eingezogen und war bis Kriegsende Jägerleitoffizier beim ersten deutschen Turbogeschwader.

    Nach dem Krieg baute P. mit seinem Bruder in Rotenburg/Fulda einen Betrieb zur Herstellung von Spielzeug und Lehrmitteln auf. 1947 wechselte er als Generalsekretär der FDP in Hessen in die Politik. 1949 wurde er in Wiesbaden direkt in den Bundestag gewählt, dessen Mitglied er bis 1961 blieb. P. gehörte dem nationalliberalen Parteiflügel der FDP an und vertrat einen konsequent marktwirtschaftlichen Kurs. Im Bundestag machte er durch originelle Pläne und Denkschriften auf sich aufmerksam, so durch seine Mitwirkung an der Ausarbeitung des Wohnungsbaugesetzes 1950 und den sog. „Preusker-Plan“ 1953 zur Belebung der Konjunktur. Bereits nach dem Tod Eberhard Wildermuths 1952 galt er als Kandidat für das Wohnungsbauministerium. P. lehnte – wohl wegen seiner Mitgliedschaft in der SS – ab, wurde aber nach der Bundestagswahl 1953 gleichwohl zum Wohnungsbauminister ernannt. Als solcher verfolgte er die Liberalisierung des Wohnungswesens, die Förderung des Haus- und Wohneigentums mit marktwirtschaftlichen Methoden. Hiermit scheiterte er jedoch am Widerstand von CDU/CSU und SPD, die den Bau von Mietwohnungen favorisierten. Seine Ankündigung, eine halbe Million Wohnungen pro Jahr zu erstellen, von denen mehr als die Hälfte Sozialwohnungen waren, konnte er sogar überbieten.

    In der FDP gehörte P. zu denjenigen, die seit 1955 den Partei Vorsitzenden Thomas Dehler kritisierten und eine Fronde bildeten. Beim Auseinanderbrechen der Bundestagsfraktion im Februar 1956 zählte er zu den Abtrünnigen, die sich zunächst zu einer Demokratischen Arbeitsgemeinschaft zusammenschlossen. Als sich hieraus die Freie Volkspartei bildete, die wegen Erfolgslosigkeit schon 1957 mit der Deutschen Partei fusionierte, übernahm er Führungspositionen innerhalb dieser Partei. Nach dem Ausscheiden als Wohnungsbauminister 1957 war P. 1958-60 Bundestagsvizepräsident. 1960 schloß er sich der CDU an, beendete aber schon ein Jahr später mit dem Ausscheiden aus dem Bundestag seine politische Karriere. Mitte der 70er Jahre kehrte er zur FDP zurück.

    Seit 1961 konzentrierte sich P. wieder auf seine Tätigkeiten im Bankwesen. 1958-62 war er geschäftsführender Gesellschafter des Bankhauses Hardy & Co. (Frankfurt-Berlin), 1963-70 Mitinhaber des Bankhauses Preusker & Thelen (Bonn), 1968 bis zu dessen Zusammenbruch Geschäftsführer des deutschen IOS-Fonds „Investors Fonds“. Daneben wirkte er 1958-71 als Präsident des Zentralverbandes Deutscher Haus- und Grundeigentümer (Düsseldorf), dessen Ehrenpräsident er anschließend wurde. – Großkreuz d. Bundesverdienstordens.

  • Literatur

    W. Henkels, Zeitgenossen, 50 Bonner Köpfe, 1954, S. 185-88 (P);
    Das Parlament v. 31.5.1991 (P);
    Munzinger.

  • Autor/in

    Udo Wengst
  • Empfohlene Zitierweise

    Wengst, Udo, "Preusker, Victor-Emanuel" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 707 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124472699.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA