Lebensdaten
1693 bis 1760
Geburtsort
Oberdrauburg (?)
Sterbeort
Klagenfurt
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 12311893X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fromiller, Josef Ferdinand
  • Fromiller, Jos. F.
  • Fromiller, Joseph Ferdinand

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Zitierweise

Fromiller, Josef Ferdinand, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12311893X.html [09.04.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Benedikt F. ( 1726), Maier, illeg. S d. Benedikt v. Fromiller, Bestandinhaber d. landschaftl. Maut in Mauthen, aus d. alten ausgestorbenen Kärntner Fam.;
    M Elisabeth N.N. ( 1742);
    B Joh. Benedikt (1696–1762), Maler;
    Halb-B d. V Josef Benedikt Frhr. (seit 1705) v. Fromiller verlangt 1713 v. diesem, sich „für ewige Weltzeiten“ Müller (Miller) zu nennen (Versprechen jedoch v. diesem u. s. Nachkommen nicht gehalten);
    Obervellach 1719 Anna Maria ( 1749), T d. Marktvorstehers Clemens Eysank (Aysankh) v. Marienfels u. d. Klara Cletenhamer;
    3 S, 6 T.

  • Leben

    Anfangs wurde F. von seinem Vater, später von dem heimischen Maler Ferdinand Steiner unterrichtet. Die ersten Auftraggeber waren die Freiherren von Stampfer (Fresken in ihrem Schloß Trabuschgen 1716 und die der Stampferschen Gruftkapelle in Stallhofen 1717). Ein Studienaufenthalt in München wird angenommen; die Autopsie der Werke Rottmayrs in Salzburg erscheint wahrscheinlich. Bei diesem fand F. die auch für sein Werk bezeichnende Synthese von vlämischer (Rubens) und italienischer Malerei (für F. war A. Carracci maßgebend). Seine Vorliebe im Farbigen für einen schweren, goldbraunen Ockerton, sein Figuren-Stil scheint überhaupt der Vatergeneration, jener Rottmayrs, anzugehören; darin ist er echter Repräsentant der Malerei Kärntens, die bewußt dieser retardierenden Linie von den Malern der späten Gotik bis zu denen des 19. Jahrhunderts folgt. Nur in seinen spätesten Werken, im Saal von Töscheldorf (Götter, allegorische Gestalten) und im Benediktus-Fresko im Ossiacher Stiegenhaus (um 1756), das die gesamte Ausmalung der Kirche überragt, ist etwas von der Generationsfarbe zu spüren. – F. hat für|manche Kirche und Schloßkapelle Altarbilder geschaffen: unter anderem Michael, Sebastian (Klagenfurt), Josef (Maria Rain), Immaculata (Schloß Werthenau/Völkendorf). Unter den profanen Themen ist das Vanitas-Stilleben aus dem Todesjahr das bedeutendste. 1733 wurde er landschaftlich kärntnischer Maler. 1734 erwarb er ein Haus. Im Saal des Landhauses in Klagenfurt (1740) mit den Wappen der ständischen Familien des Landes sind historisierende Fresken (Schenkung der Stadt durch Maximilian I. an die Stände, Herzogseinsetzung, Erbhuldigung Karls VI.) bildhaft verwendet. In diesem breiten Dekorationsprogramm wie in jenem des tonnengewölbten Saales im Schloß Ebenthal (Götter und Allegorien, um 1748) und im Benediktusfresko (Ossiach) malte er reiche Scheinarchitekturen nach dem Lehrbuch A. Pozzos. – Ein Klebeband mit schönen Vorzeichnungen und Altarentwürfen – es überwiegt auch qualitativ die lavierte Federzeichnung den farbigen Bozzetto – hat sich erhalten (Landesarchiv). F. hat auch Kupferstiche (kleinere Reihen und Buchillustrationen) geschaffen. – Als bedeutendster Barockmaler Kärntens – unerhört fruchtbar – kam er mit seinen auch technisch vollendeten Spätwerken und den besten lavierten Zeichnungen vielleicht Rottmayr nahe, ohne jedoch die österreichischen Maler seiner Generation, den um ein Jahr jüngeren Gran oder den genialen Troger annähernd zu erreichen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Kopien nach Stichen v. Rubens' Medici-Zyklus (Trabuschgen);
    Deckendekorationen in Schloß Meiselberg: Triumphzug (Fresko) u. Kain u. Abel (gr. Öltondo, nach Tizian);
    Justitia (Fresko), 1739 (Klagenfurt, Altes Rathaus, jetzt Palais Rosenberg-Orsini).

  • Literatur

    K. Garzarolli-Thurnlackh, Die Barocke Handzeichnung in Österreich, 1928;
    W. Frodl, Neue Werke J. F. F.s, in: Carinthia I, Jg. 133, 1943 (W, L);
    R. Milesi, F.s Fresken im Saal d. Schlosses Töscheldorf, ebd. I, Jg. 150, 1961;
    ders., j. F. F.s Selbstbildnis, in: Kärntner Kultur- u. Mus. schätze, 1961;
    ThB.

  • Portraits

    Selbstbildnis (Winter) in d. als Jahreszeiten gemalten Fam.bild mit Frau (Herbst) u. 2 T (Sommer, Frühling) (Klagenfurt, Landesmus.).

  • Autor/in

    Richard Milesi
  • Empfohlene Zitierweise

    Milesi, Richard, "Fromiller, Josef Ferdinand" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 656 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12311893X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA