Lebensdaten
um 1070 bis 1132
Beruf/Funktion
Bischof von Regensburg ; Abt von Siegburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 122224817 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Konrad I. von Raitenbuch
  • Konrad von Raitenbuch
  • Kuno
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Zitierweise

Konrad I., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122224817.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus Ministerialenfam., d. es in Regensburg zu Ansehen u. Wohlstand gebracht hatte;
    B Nithard v. Raitenbuch;
    N Konrad II., Bischof v. Regensburg 1167–85.

  • Leben

    Schon mit circa 15 Jahren verließ K. (um 1085) die Sicherheit von Haus und Heimat, um zunächst wohl ins rheinische Kloster Brauweiler einzutreten und dann im Kloster Siegburg die Profeß abzulegen. Offenbar bewußt hatte er dieses junge, nach den strengen Reformstatuten von Fruttuaria lebende Kloster ausgewählt, dessen Ansehen und Größe unter dem 2. Abt Reginald (1076–1105) wuchs. Nach intensivem Studium erhielt K. um 1098 die Leitung der Schule, weil nicht nur seine Gelehrsamkeit, sondern auch seine beispielhafte monastische Disziplin Beachtung fand. Sofort nach Reginalds Tod wurde K. einstimmig zum Abt gewählt, als „Säule des mönchischen Ideals“. Unter seiner Leitung verdoppelte sich noch einmal die Zahl der Mönche (auf 120, dazu die Laienbrüder). Zur Sicherung des geistig-monastischen Lebens seiner Abtei bemühte er sich durch Hinzuerwerb und geordnete Verwaltung erfolgreich um eine Hebung der Einkünfte. Durch die Gründung von 7 abhängigen Propsteien im weiten Umkreis von Siegburg verbreitete K. die Siegburger Observanz über die Kölner Diözese hinaus. Weitreichende Pläne werden auch in der Gründung des Frauenklosters Nonnenwerth deutlich. K.s Geistigkeit wirkte anziehend auf so unterschiedliche Charaktere wie den Benediktiner Rupert von Deutz, Norbert von Xanten und Honorius Augustodunensis.

    Da K. schon seit seiner Jugend zur Seelsorge neigte, bedeutete die Wahl zum Bischof seiner Heimatstadt eine Erweiterung seiner Wirksamkeit. Wer das gespaltene Domkapitel auf ihn gelenkt hatte, bleibt ungeklärt (nach Rupert „ein Weiserer als die übrigen“); König Lothar III. war jedenfalls unbeteiligt. In der Reichspolitik trat K. nicht hervor. Behutsam versuchte er, das Bildungsniveau der Geistlichkeit zu heben. Förderung und Reformen der Klöster (besonders Mondsee und Weltenburg) reichten ihm dabei nicht aus. Die Einführung des gemeinsamen Lebens der Priester – das Grundanliegen des nach Cham berufenen Regularkanonikers Gerhoch – stieß auf Widerstand. Seine Bedeutung im Anregen philosophischer und literarischer Werke wird erkennbar in der mittelhochdeutschen „Kaiserchronik“ sowie in den Traktaten des Rupert von Deutz, die er in seinem süddeutschen Wirkungskreis verbreitete.

  • Werke

    Siegburger Statuten, in: E. Wisplinghoff, Urkk. u. Qu. z. Gesch. v. Stadt u. Abtei Siegburg, 1964, I. 34, S. 69-75.

  • Literatur

    Rupert v. Deutz, Prolog zu Comment. in: XII, S. 637 f.;
    F. Janner, Gesch. d. Bischöfe v. Regensburg II, 1884, S. 1-36;
    R. Bauerreiß, KG Bayerns III, 1951, S. 19;
    J. Semmler, Die Klosterreform v. Siegburg, 1959;
    P. Classen, Gerhoh v. Reichersberg, 1960;
    E. Wisplinghoff, Die Benediktinerabtei Siegburg, 1975, S. 157 f.

  • Portraits

    Dedikationsminiatur in Clm 14055, fol. 5V, Abb. in: MG Qu. z. Geistesgesch. d. MA V, vor S. 1.

  • Autor/in

    Lorenz Weinrich
  • Empfohlene Zitierweise

    Weinrich, Lorenz, "Konrad I." in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 523 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122224817.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA