Lebensdaten
1748 bis 1821
Geburtsort
Langenisarhofen bei Vilshofen (Niederbayern)
Sterbeort
Salzburg
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 121365131 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nesselthaler, Andreas

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Nesselthaler, Andreas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121365131.html [25.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Michael (1719–90), Uhrmacher u. Maler in L., S d. Jakob ( 1741) u. d. Regina Maria Jobst ( 1721) in L.;
    M Catharina (1718–56), T d. Wilibald Kain, Lector, u. d. Regina N. N.;
    B Michael (1761–1826), Bildhauer in Wien, schuf N.s Grabstein (s. ThB).

  • Leben

    N. kam mit 16 Jahren zu seinem Onkel, einem Maler und Vergolder nach Baden bei Wien. Nach fünf Jahren Selbststudium wurde er Franz Anton Maulbertsch (1724–96) empfohlen, der ihn 1769-76 als Schüler in die Akademie aufnahm und ihn auch als Gehilfen heranzog (Seitenaltarbilder Györ 1772/74, Götzens 1775). Nach Maulbertschs Tod war N. sogar kurz im Gespräch für die Ausführung der Fresken in Szombathely. 1779 reiste er über Triest, Venedig, Bologna und Florenz nach Rom. Dort kopierte er im Auftrag des niss. Hofes unter Christoph Unterberger die Loggien Raphaels. Als Gehilfe Heinrich Fügers freskierte er danach in Caserta die Bibliothek mit Allegorien (1782–84) und malte im Boudoir und Empfangszimmer der Königin Ludovica Josefine Wiener Veduten (verloren).

    Zurück in Rom, erlernte N. bei Johann Friedrich Reiffenstein die Technik der Enkaustikmalerei. Es folgten Aufträge für den russ. Hof; wegen gesundheitlicher Probleme mußte er jedoch eine Einladung nach St. Petersburg ausschldgen. 1789 kam er nach Salzburg an den Hof des Fürsterzbischofs Hieronymus Gf. Colloredo. Nach Probearbeiten erhielt er dort den Auftrag zu einem Enkaustischen Kabinett in der fürsterzbischöfl. Residenz (56 Landschaften, Tier- und Früchtebilder, mythologische und religiöse Darstellungen). N. wurde (letzter) Salzburger Hofmaler, Truchseß und Galerieinspektor und erhielt die Erlaubnis, auch für andere Auftraggeber zu arbeiten. Doch war er in den folgenden Jahren eher als Sammler, Vermittler und Ratgeber tätig. Nach 1803 diente er Ghzg. Ferdinand von Toskana und dann dem bayer. Kronprinzen und späteren Kg. Ludwig I. Weiteren Ruhm erlangte N. auch durch seine Transparentbilder, kühle Mondscheinlandschaften und mit seiner „Sammlung der schönsten Prospecte des Landes“ (28 Bll., 1791–95).

  • Werke

    Weitere W u. a. Aldobrandin. Hochzeit;
    Alexander u. Roxane nach Raphael;
    Amor u. Psyche in e. Landschaft (Probestücke für den russ. Hof, Verbleib unbekannt). – Enkaustik: Früchtestilleben, 1792 (Salzburg, Mus. Carolino Augusteum);
    Antiochus u. Stratonice, sign. 1796 (Stift St. Florian, Oberösterr.). – Opfer d. Melchisedeck u. Anbetung d. heiligsten Sakramentes durch d. Völker d. Erde, ca. 1795 (Brixen, Fresken in d. Nebenkuppeln). – Ölgem.: Prokris u. Cephalus, vor 1793 (Salzburg, Residenzgal.);
    Dionysos u. Ariadne (Salzburg, Mus. Carolino Augusteum);
    Christus, die zwei größten Gebote verkündend, sign. 1800;
    Sokrates, den Giftbecher nehmend, sign. 1800 (beide Stift St. Florian);
    Geburt Christi, 1799 (Hallein, Hochaltar d. Pfarrkirche);
    Ghzg. Ferdinand III. v. Toskana (Salzburg, Residenz);
    J. F. Dücker Frhr. v. Haslau, 1803, (Schloß Emsburg);
    Ghzg. Ferdinand III. v. Toskana, 1803 (Salzburg, Erzstift St. Peter).

  • Literatur

    G. Pezolt, A. N., letzter Salzburg. Hofmaler, u. seine Wandmalereien zu Caserta, in: Mitt. d. Ges. f. Salzburger Landeskde. XVII, 1877, S. 209 ff.;
    Österrr. Kunsttopogr. XVI, 1919;
    K. Garas, Franz Anton Maulbertsch 1724-1796, 1960;
    F. Fuhrmann, Salzburg in Alten Ansichten, 1963, S. 359, Kat. Nr. 86 f.;
    A. Rohrmoser, Salzburger Kunst- u. Kulturgut in d. Diaspora, A. N.s enkaust. Kabinett in d. Residenz, in: Das Salzburger J. 1979/80, S. 56 ff.;
    ders., Zweimal „A. N.“ im Salzburger Mus. Carolino Augusteum, Zur Erwerbung e. Alters-Selbstbildnisses d. letzten Salzburger Hofmalers, in: Salzburger Museumsbll. 45, Nr. 3, Sept. 1984, S. 25-27;
    G. Groschner, Wen verführst Du, Thamar?, Ausst.kat. Salzburg 1993;
    Wurzbach;
    Kosch, Kath. Dtld.;
    ÖBL;
    ThB. – Archiv d. Bistums Passau.

  • Portraits

    Selbstbildnis um 1780;
    Selbstbildnis 1814 (beide Salzburg, Mus. Carolino Augusteum), beide abgeb. in: A. Rohrmoser, Zweimal „A. N.“…, 1984 (s. L).

  • Autor/in

    Regina Kaltenbrunner
  • Empfohlene Zitierweise

    Kaltenbrunner, Regina, "Nesselthaler, Andreas" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 75 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121365131.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA