Dates of Life
1853 bis 1929
Place of birth
Andelsbuch (Vorarlberg)
Place of death
Andelsbuch (Vorarlberg)
Occupation
österreichischer Staatsmann
Religious Denomination
katholisch
Authority Data
GND: 120009889 | OGND | VIAF
Alternate Names
  • Fink, Jodok

Relations

Outbound Links from this Person

Life description (NDB)

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Fink, Jodok, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120009889.html [18.08.2019].

CC0

  • Genealogy

    Aus alter Bauernfam.;
    V Jos. Alois (1793–1857), Bauer;
    M Maria Kath. Mätzler (1818–90);
    1886 Maria Kath. Meusburger (1859–1933);
    12 K, u. a. Pius (* 1898), Dir. d. Vorarlberger Illwerke AG.

  • Life

    Von den großen Begabungen, die der alemannische Volksteil Österreichs in Vorarlberg während des letzten Jahrhunderts hervorbrachte, gewann keine so allgemeine Anerkennung und Bewunderung wie die F.s, der aus einem bescheidenen Bauernhof mit eigener Kraft – er besuchte die Volksschule und eine Klasse Gymnasium – zum Vorsteher seiner Heimatgemeinde Andelsbuch, zu einem führenden Politiker des Landes Vorarlberg, zum Abgeordneten des Reichsparlamentes und schließlich zum Vizekanzler der ersten Republik Österreich emporstieg. Er blieb sein Leben lang der einfache Gebirgsbauer, nie trieb ihn der Ehrgeiz oder die Gier nach Macht; wenn es auf ihn angekommen wäre, hätte er seinen Hof und seine Sennhütte nie verlassen. Er war kein gewaltiger Redner, aber jedes seiner Worte hatte Gewicht und Kraft. Vor allem fiel an ihm die erstaunliche Begabung auf, in allen schwierigen, noch so verwickelten politischen Fragen eine verblüffend einfache, brauchbare Lösung zu finden. So wurde er fast sprichwörtlich, als er in der Kulturdebatte um die Freiheit der Universitäten, die Tomas G. Masaryk im österreichischen Abgeordnetenhause entfachte (1907), mit einer kleinen Abänderung des Masarykschen Kampfantrages einen einstimmigen Beschluß des in so viele Volksstämme und politische Systeme zerrissenen Abgeordnetenhauses erzwang. Es entsprach seiner Herkunft, daß sich F. als Abgeordneter der Christlichsozialen Partei anschloß. Als diese Partei, die unter K. Luegers Führung in der ersten Wahl nach dem allgemeinen gleichen Wahlrecht 1907 einen mächtigen Aufschwung genommen hatte, bei den Wahlen 1911 in Wien geschlagen wurde, verlegte sich der Schwerpunkt der Partei in die Länder, und ganz von selbst wurde F. eine tragende Säule der christlichen Volksvertretung in Österreich. Im 1. Weltkriege arbeitete er unverdrossen als erfahrener Praktiker an der Versorgung der Bevölkerung. Nach dem traurigen Ausgang des Krieges war er einer der drei Präsidenten der Konstituierenden Deutschen Nationalversammlung und später Staatsrat. Als 1919 die erste Regierung Renner zusammentrat, wurde F. zum Vizekanzler berufen. Diese erste Koalitionsregierung war aus sehr ungleichen Partnern zusammengesetzt. Während die Sozialdemokraten sich mit allem Eifer in die neue Zeit stürzten, hatte F. alle Hände voll zu tun, allzuheftige Ausschläge des Pendels nach links aufzuhalten, eine undankbare Aufgabe. Seit 1922 Obmann des Christlichsozialen Klubs im Nationalrate, war F. der berufene Führer des christlichen Volkes Österreichs geworden. Bis an sein Lebensende mühte er sich im Abgeordnetenhause ab, im raschen Wechsel verschiedener Regierungen der bleibende, pflichtgetreue stille Vermittler im Hintergrunde. – Wohl nie hat ein einfacher Bauer solche Ehrungen wie F. erfahren. Zwei Kaiser zeichneten ihn mit hohen Ehrenzeichen aus. An seinem Grabe in Andelsbuch sprachen ihm alle politischen Parteien der ersten Republik, zum letzten Male einig, Dank und Anerkennung aus.|

  • Awards

    Dr. iur. h. c. (Innsbruck).

  • Literature

    H. Deuring, J. F., 1932;
    ders., in: NÖB X, 1957, S. 87-95 (P).

  • Portraits

    Bronzerelief v. Philipp (Wien, J.-F.-Platz);
    Die Berufung, Ölgem. v. Bertle (Vorarlberger Bauernkammer);
    Bronzebüste v. Humplik (Familienbes. in Andelsbuch);
    Bronzestandbild in Bregenz.

  • Author

    Hermann Deuring
  • Citation

    Deuring, Hermann, "Fink, Jodok" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 160 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120009889.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA