Lebensdaten
1857 bis 1930
Geburtsort
Lengerich
Sterbeort
Münster (Westfalen)
Beruf/Funktion
reformierter Theologe ; Liturgiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 119424584 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Smend, Julius Wilhelm Hermann
  • Smend, Julius
  • Smend, Julius Wilhelm Hermann

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Zitierweise

Smend, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119424584.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Rudolf (s. 1);
    Osnabrück 1890 Helene Springmann (1862–1950), aus Osnabrück;
    S Friedrich (1893–1980), Bibl. d. Univ. Münster 1923–45, später Prof. f. Hymnol. u. Liturgik d. Kirchl. Hochschule in Berlin (s. MGG; MGG2; Riemann mit Erg.bd.);
    N Rudolf (s. 3).

  • Leben

    S. besuchte das Paulinum in Münster, studierte 1876–79 ev. Theologie in Bonn, Halle und Göttingen und absolvierte anschließend sein Vikariat. Seit 1882 Hilfsprediger in Bonn, wurde er hier 1884 über das Herrenmahl zum Lic. theol. promoviert und unternahm mit seinem Freund, dem Theologen Friedrich Spitta (1852–1924), und dem Komponisten Arnold Mendelssohn (1855–1933) Erstaufführungen der Passionen von Heinrich Schütz. Auch im Pfarramt in Seelscheid 1885–91 standen Kirchenmusik und Gottesdienst im Vordergrund. Seit 1891 lehrte S. als Professor am Predigerseminar in Friedberg (Hessen), 1893 übernahm er den Lehrstuhl für Praktische Theologie an der Univ. Straßburg (Rektor 1906/07), wo seit 1887 auch Spitta wirkte. Mit diesem zusammen gestaltete S. vorbildliche Universitätsgottesdienste in Straßburg und initiierte mit der seit 1896 gemeinschaftlich edierten, in ganz Deutschland rezipierten „Monatschrift für Gottesdienst und kirchliche Kunst“ die später so genannte „Ältere liturgische Bewegung“. Diese verfolgte das Ziel, den Gottesdienst im Anschluß an Schleiermacher als Fest und Feier attraktiv zu gestalten und dabei Religion und Kultur verschiedener Epochen ebenso zu integrieren wie die konträren theol. Positionen der Zeit.

    1914 wechselte S. als Gründungsdekan an die Ev.-theol. Fakultät nach Münster (Rektor 1919/20, em. 1926). Nach Spittas Tod übernahm er von diesem 1924 die alleinige Herausgabe der „Monatschrift“. Für die Kirchenmusik engagierte sich S. in langjährigen Führungsfunktionen im Ev. Kirchengesangverein für Deutschland und in der Neuen Bachgesellschaft (Vors. seit 1924). Nach dem für das Elsaß konzipierten „Kirchenbuch für ev. Gemeinden“ (2 Bde., 1906/08, 21910/25), das auch im übrigen Deutschland als Privatagende weit verbreitet war, gipfelte S.s liturgisches Lebenswerk in der federführenden Mitarbeit an der preuß. Agendenreform (Entwurf vorgelegt 1931). Die theologischen und politischen Strömungen der 1930er Jahre verhinderten das Weiterwirken der Ansätze. Heute gilt die seinerzeit geprägte Formel „Spitta & Smend“ aber wieder als Inbegriff für innovatorisches Engagement in Sachen Gottesdienst und Kirchenmusik.

  • Auszeichnungen

    Dr. theol. h. c. (Gießen 1893); GR (1914).

  • Werke

    Feierstunden, Kurze Betrachtungen f. d. Sonn- u. Festtage d. Kirchenj., 1892, 21895;
    Über d. erzieher. Wert d. Hausmusik, 1894;
    Die ev. dt. Messen bis zu Luthers Dt. Messe, 1896;
    Kelchversagung u. Kelchspendung in d. abendländ. Kirche, 1898;
    Feierstunden NF, 1901;
    Der ev. Gottesdienst, Eine Liturgik nach ev. Grundsätzen, 1904;
    Zwölf Fest-Predigten u. -Ansprachen, 1908, 21913;
    Ev. Predigten samt d. zugehörigen Gottesdienstordnungen, 1910;
    Neue Btrr. z. Reform unsrer Agenden insbes. d. preuß., 1913;
    Luther u. Bach, 1917;
    Die röm. Messe, 1920;
    Das ev. Lied v. 1524, 1924;
    Vortrr. u. Aufss. z. Liturgik, Hymnol. u. Kirchenmusik, 1925;
    Kirchenkde., 1926;
    Nachlaß:
    Archiv d. Ev. Kirche im Rheinland, Düsseldorf.

  • Literatur

    P. Graff, in: Mschr. f. Gottesdienst u. kirchl. Kunst 32, 1927, S. 81–83 (P);
    A. Mendelssohn, ebd., S. 83–85;
    W. Stählin, J. S. z. Gedächtnis, 1931;
    F. Merkel, Der heutige ev. Gottesdienst u. die ältere liturg. Bewegung, Eine Erinnerung an J. S., in: Wiss. u. Praxis in Kirche u. Ges. 62, 1973, S. 25–37;
    K. Klek, Erlebnis Gottesdienst, Die liturg. Reformbestrebungen um d. Jh.wende unter Führung v. Friedrich Spitta u. J. S., 1996 (W, L, P);
    R. Siemoneit, J. S., Der ev. Gottesdienst als lockende Macht, 1999 (W, L);
    Riemann;
    MGG;
    Kosch, Lit.-Lex.3 (W, L);
    RGG2–4;
    NDBA;
    BBKL X (W, L).

  • Autor/in

    Konrad Klek
  • Empfohlene Zitierweise

    Klek, Konrad, "Smend, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 509-510 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119424584.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA