Lebensdaten
1721 bis 1809
Geburtsort
Mainz
Sterbeort
Dünaburg
Beruf/Funktion
Jesuit ; Missionar
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119327406 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eckart, Anselm Franz Dominik von
  • Eckart, Anselm von
  • Eckart, Anselm Franz Dominik von
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Zitierweise

Eckart, Anselm von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119327406.html [24.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus vornehmer Mainzer Fam.;
    V Franz Peter v. E. (seit 1748, 1678-1751), kurmainzischer Hofgerichtsrat, S des Joh. Peter E. (1633–94), kurmainzischer Kammerrat, Ratsherr in Mainz;
    M Maria Adelh. v. Gobelius aus kurtrierischer Beamtenfamilie;
    B Gg. Jos. ( 1791), Weihbischof v. Erfurt, Heinr. Christian Adam Frhr. (seit 1784) v. E. gen. Ecker v. Mörlach, kurmainzischer GR;
    N Karl Gf. (seit 1790) v. E. (1758–1828), bayerischer GR u. Gen.Lt.

  • Leben

    1740 trat E. in die oberrheinische Provinz des Jesuitenordens ein, lehrte 3 Jahre Grammatik in Mannheim (1743–46) und 2 Jahre Poesie und Rhetorik in Heidelberg (1746–48). Nach seiner Priesterweihe in Mainz (1751) reiste er über Genua und Lissabon nach Brasilien, wo er 1753 zu S. Luis do Maranhão eintraf. Zunächst mußte er sich in Piraguirí am Xingú in die Sprache der Indianer und in die Mission einarbeiten. Dann wirkte er (1754/55) auf der Station Abacaxis am Madeira und übernahm Anfang Juli 1755 die Station Trocano. Nach der Verstaatlichung aller Missionsstationen durch die Pombalsche Kirchenpolitik wurde E. nach Pará abberufen, wo auch er ein Opfer der Pombalschen Kirchenverfolgung wurde. Ende November 1757 traf ihn der Ausweisungsbefehl und am 12.2.1758 landete er in Lissabon. Nach längerem Hausarrest schmachtete er 18 Jahre im Kerker, erst auf der Festung Almeida (1759–62), dann in den schrecklichen Verließen von Sâo Julião, bis der Sturz Pombals auch ihm im März 1777 die Freiheit gab. Seinen Bericht über diese Zeit legte er nieder in „Historia persecutionis Societatis Jesu in Lusitania“ (in: Ch. G. Murr, Journal für Kunstgeschichte und Literatur, Nürnberg 1775-89, Band 7, S. 293-320, 8, S. 81-288, 9, S. 113-254, 344-52). Nach seiner Rückkehr in die deutsche Heimat (1777) wirkte|er in Bingen und seit 1797 in Augsburg in Seelsorge und Schriftstellerei. Schon 1790 schloß er sich durch Erneuerung seiner Ordensgelübde dem Rest seines Ordens, der in Rußland der päpstlichen Aufhebung von 1773 entgangen war, an und reiste nach dessen päpstlicher Bestätigung 1803 ins Zarenreich. Wegen seines Alters konnte sein Wunsch, als Missionar zu den Deutschen an die Wolga geschickt zu werden, nicht mehr erfüllt werden.

  • Werke

    Weitere W Zusätze zu Pedro Cudena's Beschreibung d. Länder Brasiliens… u. Herm Rektors Chrstn. Leiste im sechsten Lessingschen Btr. zu Gesch. u. Lit.…, in: Ch. G. Murr, Reisen einiger Missionarien d. Ges. Jesu in Amerika, Nürnberg 1785, S. 451-597 u. F. X. Veigl, Gründl. Nachrr., ebd. 1785, S. 451-615;
    Nachrr. v. d. Sprachen in Brasilien, in: Ch. G. Murr, Journal f. Kunstgesch. u. Litt., 1775-89, VI, S. 195-213, VII, S. 121 f.

  • Literatur

    P. Bruder, Das gelehrte Bingen, 1921 [vielmehr 1923], S. 45-52;
    R. Streit, Biblioteca Missionum III, 1927, S. 498 f. (W);
    W. Kratz, Neue Daten zum Leben d. P. A. E., in: Archivum Historicum SJ 7, Rom 1937, S. 97-104;
    S. Leite, História da Compagnhia de Jesus no Brasil VIII, Rio de Janeiro 1949, S. 208 ff.

  • Autor/in

    Josef Albert Otto SJ
  • Empfohlene Zitierweise

    Otto SJ, Josef Albert, "Eckart, Anselm von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 283 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119327406.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA