Lebensdaten
1863 bis 1939
Geburtsort
Reval
Sterbeort
Potsdam
Beruf/Funktion
deutschbaltischer Landespolitiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 119265060 | OGND | VIAF: 74659274
Namensvarianten
  • Dellingshausen, Eduard Julius Alexander Freiherr von
  • Dellingshausen, Eduard Freiherr von
  • Dellingshausen, Eduard Julius Alexander Freiherr von
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Zitierweise

Dellingshausen, Eduard Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119265060.html [03.03.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Nikolai (1827–96), Gutsbesitzer, estländischer Ritterschaftshauptmann, Physiker, S des Eduard (1795–1845), russischer Gen.Lt. u. Genadjutant, u. der Anna Gfn. v. Lambsdorff;
    M Alexandrine v. Weiss-Uchten (1837–1912);
    Halljal (Estland) 1896 Alexandrine (1870–1953, Cousine 2. Grades), T des Johann v. Dellingshausen auf Jeß (1837–75) u. der Pauline v. Schubert;
    2 S, 4 T.

  • Leben

    D., der seine entscheidenden Jugendeindrücke in den Jahren des Abwehrkampfes gegen die Russifizierungspolitik empfing, studierte in Dorpat, Berlin und München, übernahm 1887 die Bewirtschaftung der väterlichen Güter und wurde bereits 1902 zum Ritterschaftshauptmann gewählt (bis im November 1918). Während und nach der Revolution von 1905, welche den nationalen und sozialen Gegensatz zwischen dem aufstrebenden Esten- und Lettentum und der baltisch-deutschen Oberschicht in aller Deutlichkeit hatte hervortreten lassen, wußte D., der von 1907 bis 1912 auch dem Reichsrat in Sankt Petersburg angehörte, mit Beharrlichkeit und diplomatischem Geschick die autonome Sonderstellung und die nationalen Belange seiner Provinz gegen das großrussisch-zentralistische Regierungssystem zu vertreten. Hierbei kamen die wiedererlangten Rechte - wie die Freigabe des muttersprachlichen Unterrichts - nicht nur dem baltischen Deutschtum, sondern auch den Esten und Letten zugute. Dagegen blieb seinen Bemühungen, durch einen zeitgemäßen Ausbau der landständischen Verfassung den estnischen und lettischen bäuerlichen Bevölkerungsteil zur Landesverwaltung heranzuziehen, der Erfolg versagt, unter anderem weil die russische Reichsregierung die Reformprojekte nicht bestätigte. Als durch die Revolution von 1917 die baltischen Provinzen in den russischen Zusammenbruch hineingezogen wurden, gelang es D. durch die gemeinsam mit der livländischen Ritterschaft am 28.1.1918 erklärte Loslösung Estlands und Livlands vom bolschewistischen Rußland, die Besetzung der beiden Provinzen durch die deutschen Truppen im Februar 1918 zu erreichen. Doch fanden die von D. nach dem Frieden von Brest-Litowsk lebhaft geförderten Bestrebungen, die baltischen Lande unter Wahrung der auf dem Großgrundbesitz beruhenden führenden Stellung des Deutschtums als vereinigtes Herzogtum dem Deutschen Reich anzugliedern, nicht die Unterstützung der bereits mit dem Sieg der Entente rechnenden Esten und Letten und wurden mit dem Zusammenbruch des deutschen Kaiserreiches gegenstandslos. Nach der Übernahme der Macht durch die estnische und die lettische Regierung legte D. seine Ämter nieder und siedelte im Dezember 1918 mit zahlreichen Deutschbalten nach Deutschland über.

  • Werke

    Gemeinsame Arbeit im Dienste d. Heimat, in: Jb. d. Deutschtums in Lettland, Riga 1926, S. 76 bis 81;
    Russifizierungsmaßnahmen d. Regierung in d. balt. Provinzen im Laufe d. 19. Jh., in: Balt. Bll, 10. Jg., 1927, S. 129-131;
    Die Entstehung, Entwicklung u. aufbauende Tätigkeit d. balt. Ritterschaften, in: Fr. Manns Pädag. Magazin, H. 1190, 1928, photomechan. Nachdruck 1954;
    Im Dienste d. Heimat, Erinnerungen, = Schrr. d. Dt.-Ausland-Inst., R. D, Bd. 3, 1930.

  • Literatur

    E. v. D., in: Baltische Köpfe, 1953, S. 123-34;
    R. Wittram, Balt. Gesch., 1954 (L);
    Hdwb. d. Grenz- u. Auslandsdeutschtums II, 1938, S. 104 ff. (L). - Zu V Nikolai: BJ III (Tl. 1896, L);
    Pogg. III (W).

  • Autor/in

    Arved Freiherr von Taube
  • Empfohlene Zitierweise

    Taube, Arved Freiherr von, "Dellingshausen, Eduard Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 588 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119265060.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA