Lebensdaten
um 1512 bis 1589
Geburtsort
Biecz (Kleinpolen)
Sterbeort
Heilsberg (Ostpreußen)
Beruf/Funktion
Bischof von Ermland
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119056526 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kromer, Martin
  • Cromer, Martin von
  • Kromer, Martin

Orte

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Zitierweise

Cromer, Martin von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119056526.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bürger deutscher Abstammung in Biecz;
    M geb. v. Jastrzembecki.

  • Leben

    C. studierte seit 1528 in Krakau, zeigte humanistische Interessen und trat auch als Dichter hervor. Von 1533 ab arbeitete er in der polnischen Reichskanzlei. Als Domherr von Pultusk studierte er seit 1537 die Rechte in Padua und Bologna. Die von ihm 1542 bei der Petrikauer Provinzialsynode gehaltene Rede über die Würde des katholischen Priestertums wurde weithin berühmt. Als Sekretär des Königs von Polen bearbeitete er die Angelegenheiten Preußens. 1552 wurde er durch königliche Ernennung gegen den Widerstand des ermländischen Domkapitels Domkantor in Frauenburg, wenn er auch am Königshofe verblieb und 1558-64 als polnischer Gesandter am Hofe Kaiser Ferdinands I. wirkte. Als Kardinal Hosius nach Rom übersiedelte, machte der polnische König C. zum Koadjutor des Bistums Ermland mit dem Recht der Nachfolge. 1579 wurde er Bischof und nahm seinerseits den Andreas Bathory zum Koadjutor. Trotz vieler Widerstände im Kapitel und bei den preußischen Ständen wirkte C. eifrig im Sinne der Gegenreformation. So förderte er das Braunsberger Jesuitenkolleg und die neugegründete Schwesternkongregation von der heiligen Katharina. C. wurde besonders als theologischer und politischer Schriftsteller bekannt. Er verfaßte auch eine lateinische Geschichte Polens (De origine et rebus gestis Polonorum, 30 Bände, Basel 1555 und öfters) und eine heute höher bewertete statistisch-geographische Übersicht über Polen (Polonia, Köln 1573).

  • Literatur

    A. Eichhorn, Bischof M. Kromer, in: Zs. f. d. Gesch. u. Altertumskde. Ermlands 4, 1869, S. 1 ff.;
    F. Hipler, in: Bibl. Warmiensis I, S. 140 ff., = Monumenta historiae Warmiensis, Abt. 3, 1860 ff.;
    ders., Monumenta Cromeriana, in: Zs. f. d. Gesch. u. Altertumskde. Ermlands 10, 1894, S. 145 ff.;
    Buchholz, in: Altpreuß. Biogr. I, 1941, S. 370 (unter K);
    Pamietnik literacki, Jg. 43, H. 1-2, Breslau 1952.

  • Autor/in

    Anneliese Triller
  • Empfohlene Zitierweise

    Triller, Anneliese, "Cromer, Martin von" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 422 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119056526.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA