Dates of Life
1882 bis 1920
Place of birth
Rein bei Brugg (Aargau, Schweiz)
Place of death
Zürich
Occupation
Mundartdichter
Religious Denomination
reformierte Familie
Authority Data
GND: 119041952 | OGND | VIAF
Alternate Names
  • Haller, Paul

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)
Personen in der GND - familiäre Beziehungen
Personen in der GND - Bekannte und Freunde

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Haller, Paul, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119041952.html [11.12.2019].

CC0

  • Genealogy

    V Erwin (1840–1911), Pfarrer in R., S d. Friedrich (s. Gen. 1);
    M Angelika (1844–1918), T d. Amtmanns Joh. Jak. Schwab;
    Vt Hermann (s. 1); -ledig.

  • Life

    H. studierte seit 1902 Theologie in Basel, Berlin, Marburg und Zürich. Einflußreiche Lehrer waren in Berlin A. Harnack, in Marburg der Ethiker J. G. W. Herrmann und in Zürich Th. Ragatz besonders in sozialer Beziehung. 1906-10 war H. Pfarrer auf der ländlichen Pfarrei Kirchberg bei Aarau, sah sich dann durch innere Gründe (Glaubenszweifel) gezwungen, das geistliche Amt niederzulegen. Hierauf begann er ein zweites Studium an der Universität Zürich in Germanistik, Geschichte und Psychologie und erwarb 1913 mit einer Dissertation über „Pestalozzis Dichtung“ (Druck 1914) den Grad eines Dr. phil. 1913-16 war H. als Lehrer an der evangelischen Lehranstalt in Schiers im Prätigau (Graubünden), einer privaten Schule, und 1916-20 am Aargauischen Lehrerseminar Wettingen bei Baden tätig. – H. fühlte von früh an seine dichterische Begabung. Die ersten Versuche gehen bis ins 12. Jahr zurück. Als Jüngling versuchte er sich auch an historischen Stoffen, ohne jedoch Bleibendes zu schaffen. Erst als Pfarrer auf Kirchberg im Verkehr mit der bäuerlichen Bevölkerung und der Arbeiterschaft fand er, von sozialen Problemen ausgehend, seinen eigensten Ausdruck, angeregt von Pestalozzi und Jeremias Gotthelf. Doch ging er in seinen größeren Dichtungen – im Gegensatz zu beiden – ganz zur Mundart über. 1911/12 entstand „'s Juramareili“, ein Versepos in 12 Gesängen, das dörfliches Leben und seine Probleme und auch die Landschaft der Aare und des Juras gestaltet. In Schiers beendete H. seine einzige hochdeutsche Erzählung, „Unter der Treppe“ (1916), eine Auseinandersetzung mit der kindlichen Psyche. Ferner schrieb er dort sein zweites Hauptwerk, das Mundartschauspiel „Marie und Robert“ (1916, 21935), das bis heute in der schweizerischen Mundartliteratur unübertroffen ist. Es ist aus H.s persönlichem Erleben entstanden, aber in ländliche Verhältnisse übertragen. Auch in den späteren Lebensjahren schrieb er neben der Mundartdichtung stets noch hochdeutsche Gedichte persönlichen Charakters. Hinzuweisen ist besonders auf die Produktion der letzten drei Lebensjahre, die in der Gesamtausgabe unter dem Titel „Wende“ zusammengefaßt ist. – Während der Wettinger Jahre hatte H. gehofft, seine seelischen Konflikte durch psychoanalytische Behandlung – unter dem Einfluß von C. G. Jung – überwinden zu können. Doch im Herbst 1919 erfolgte plötzlich ein innerer Zusammenbruch, und im März 1920 ging er in den selbstgewählten Tod.

  • Works

    Weitere W Gedichte, ges. u. hrsg. v. Erwin Haller (B), 1922;
    Ges. Werke, hrsg. v. dems., 1956, 21965 (P).

  • Literature

    Erwin Haller [B], P. H., 1931 (P);
    ders., in: Lb. a. d. Aargau 1803-1953, 1953, S. 429-32 (P);
    G. Wälchli, P. H., 1946;
    HBLS;
    Kosch, Lit.-Lex.

  • Portraits

    Ölgem. v. G. Giacometti, 1918 (im Bes. v. Dr. Erwin Haller, Aarau);
    Selbstbildnis (Bleistiftzeichnung), 1919 (ebd.).

  • Author

    Erwin Haller
  • Citation

    Haller, Erwin, "Haller, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 551 f. [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119041952.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA