Lebensdaten
1878 bis 1957
Geburtsort
Budapest
Sterbeort
Los Angeles
Beruf/Funktion
Internist
Konfession
jüdisch,katholisch
Normdaten
GND: 118956302 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Plesch, János
  • Plesch, Johann
  • Plesch, János
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Zitierweise

Plesch, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118956302.html [21.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus ungar. Ärzte- u. Gelehrtenfam.;
    V Ludwig (1852–1908, jüd., später ev.), Kaufm.;
    M Honoria Seligmann (1848–1917), T e. Arztes aus Neupest;
    B Arpad (* 1889), Dr. iur., RA, Mitgl. d. Aufsichtsrats d. I. G. Farbenindustrie A. G., Mitgl. d. Kaiser-Wilhelm-Ges., ungar. Konsul (s. Rhdb.; Wenzel; L);
    1917 Melanie (1884–1954), T d. Adolf Gans (1842–1912), Kaufm. in Frankfurt/M., Teilh. d. Cassella, u. d. Martha Pick (Bick) (1851–1918);
    2 S, 1 T; Schwägerin Marie Bernhardine ( Milton Seligmann, 1866–1948, Amtsger.rat, Mitgl. d. Aufsichtsrats d. I. G. Farbenindustrie A. G., emigrierte 1938 in d. USA, s. L).

  • Leben

    Nach dem Medizinstudium in Budapest (bis 1900) und Assistententätigkeit in der Lungenheilanstalt Görbersdorf (b. Breslau) und in Straßburg arbeitete P. seit 1903 in Berlin (dt. Staatsbürgerschaft 1910). Als Assistent am tierphysiologischen Institut der Landwirtschaftlichen Hochschule und gleichzeitig an der II. Medizinischen Universitätsklinik (b. F. Kraus) trat P. mit funktionsdiagnostischen Apparaturen und Methoden (u. a. Perkussionsmethode, Blutmengenmessung, Chromophotometer) sowie mit „Hämodynamischen Studien“ (1909) hervor. 1912 habilitiert, wurde er 1917 Professor (Tit., 1921 ao.). 1912-33 leitete P. die Innere Abteilung am kath. Franziskus-Hospital in Berlin und führte eine renommierte Luxuspraxis in zentraler Lage. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten emigrierte er im Mai 1933 nach London (Entzug d. Lehrbefugnis Nov. 1933), wo er 1934 eine Praxis eröffnete (brit. Staatsbürgerschaft 1939). Beziehungen zu diplomatischen Kreisen ermöglichten es ihm, sein Vermögen nach England zu transferieren und auf einem Landschloß in Aylesbury sein gesellschaftliches Leben fortzusetzen. 1951 verlegte P. seinen Wohnsitz in die Schweiz nahe Montreux. Nicht zuletzt wegen seines internationalen Bekanntenkreises, zu dem neben Albert Einstein Künstler, Schauspieler, Wissenschaftler und Politikerzählten (u. a. O. Kokoschka, W. Furtwängler, A. Kerr, E. Bergner, J. M. Keynes), wurde seine Autobiographie „Janos, The Story of a Doctor“ (1947, 31949; zahlr. Überss., dt. 1949/51, P) ein großer Erfolg. In seiner Person verband sich der originelle physiologische Grundlagenforscher, dem wegen seiner Herkunft eine akademische Stellung in Deutschland versagt blieb, mit dem weltläufigen Praktiker, der vergeblich gegen das Vorurteil des „Ost-Juden“ ankämpfte und dessen übersteigertes Geltungsbedürfnis doch nicht befriedigt werden konnte.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Finn. Ak. d. Wiss. (1933) u. d. Royal Soc. of Medicine (1934).

  • Werke

    ca. 150 Veröff., u. a. Physiology and Pathology of the Heart and Blood Vessels, 1937;
    Blood Pressure and its Disorders, 1944.

  • Literatur

    R. Prigge, in: Dt. Med. Wschr. 82, 1957, S. 1019;
    C. Krings, J. P., Aus seinem Leben u. med. Wirken, 1990 (W-Verz);
    S. S. Kantha, Einstein's medical Friends. in: Medical Hypotheses 46, 1996, S. 257-60;
    Fischer. – Zu Arpad u. Mitton Seligmann: J. U. Heine. Verstand & Schicksal, Die Männer d. I. G. Farbenindustrie A. G., 1990.

  • Autor/in

    Peter Voswinckel
  • Empfohlene Zitierweise

    Voswinckel, Peter, "Plesch, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 531 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118956302.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA