Lebensdaten
1796 bis 1863
Geburtsort
Tübingen
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Verleger ; Buchhändler ; Politiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11879972X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Cotta von Cottendorf, Johann Georg Freiherr
  • Cotta, Johann Georg Freiherr von
  • Cotta von Cottendorf, Georg Freiherr
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Zitierweise

Cotta von Cottendorf, Georg Freiherr, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11879972X.html [21.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Frdr. s. (1);
    Frankfurt/Main 1820 Sophie (1801–38), T des Justinian Frhr. v. Adlerflycht (1761–1831), Senator in Frankfurt u. kurhessischer Gesandter, u. der Susanna v. Riese (1775–1846);
    3 S, 6 T, u. a. Carl (1835–88), führte den Verlag fort, anfänglich mit seinem Vt Albert v. Reischach (1826–76), mit A. Kröner gründete C. die Cottasche „Bibl. der Weltliteratur“, 1879 ging die Druckerei u. 1889 auch der Verlag an Adolf Kröner über, 1955 an ein Konsortium Stuttgarter Verleger.

  • Leben

    Von schwacher Gesundheit, vermochte C. sein 1815-17 in Göttingen, Heidelberg und Tübingen betriebenes Studium der philosophischen, ästhetischen und politischen Wissenschaften nicht abzuschließen. Eine Reise nach Rom 1817/18 brachte Besserung, doch erst 1819 war er zu regelmäßiger Berufsausübung hergestellt und widmete sich zunächst der diplomatischen Laufbahn als Sekretär der württembergischen Bundestagsgesandtschaft unter dem Freiherrn K. A. von Wangenheim, einem Freunde seines Vaters. Zu Ende des gleichen Jahres ging er in derselben Eigenschaft unter August Heinrich von Trott zu Solz nach Wien, wo über die Schlußakte des Deutschen Bundestages verhandelt wurde. 1821 schied er als Legationsrat aus dem diplomatischen Dienst aus, um „nicht durch freie Wahl, sondern durch den Willen seines Vaters“ sich dem Verlag zu widmen. 1824-28 redigierte er mit dem Vater zusammen das „Morgenblatt“ und wuchs daneben immer mehr in die Rolle des Stellvertreters und Nachfolgers in der gesamten Geschäftsführung hinein. Ende 1832, beim Tode seines Vaters, übernahm er mit seinem Schwager Hermann von Reischach zusammen die in den letzten Lebensjahren J. F. Cottas stark verschuldeten Familienunternehmen und sanierte durch den Verkauf aller nicht buchhändlerischen Zweige mit Ausnahme der Landgüter den Verlag mit großer Umsicht, um ihn dann krisenlos 30 Jahre lang auf der erreichten Höhe fortzuführen. Er gliederte zwei bedeutende Firmen, Göschen in Leipzig und die Vogelsche Bibelanstalt in Landshut, dem eigenen Hause an.

    Seine besonderen, durch den diplomatischen Dienst vertieften Interessen lagen auf dem Gebiet der Politik. Als oberster Leiter der „Allgemeinen Zeitung“ und als Gründer und Redakteur der „Deutschen Vierteljahrsschrift“ (1838-70) gewann er besondere Bedeutung im politischen Leben seiner Zeit.|Wie sein Vater gehörte er der Zweiten Kammer des württembergischen Landtags an (1833-49), wo er vor allem bei Beratung volkswirtschaftlicher Fragen mitwirkte. Der König von Bayern verlieh ihm den Titel eines Kammerherrn.

    Im Buchverlag führte er die Klassikertradition fort, die er durch die „Volksbibliothek der deutschen Klassiker“ und bedeutende illustrierte Ausgaben verbreiterte, durch die Bemühung um Goethes nachgelassene Werke und die erste kritisch-historische Schillerausgabe vertiefte. An neuen Autoren auf literarischem Gebiet gewann er Lenau, Mörike, Kinkel, Freiligrath, Dingelstedt, Hebbel, die Droste, Simrock und Geibel. Heine war ihm durch die „Allgemeine Zeitung“ eng verbunden. Dem wissenschaftlichen Zweig verlieh er neues Gewicht durch das Gesamtwerk A. von Humboldts und W. H. Riehls, mit denen ihn enge Freundschaft verband, wie durch bedeutende, zum Teil von ihm angeregte Werke Lists, Roschers, L. von Steins, Rankes und Gregorovius'.

    Frömmigkeit, lebhaftes, aber nicht enges nationales Empfinden, starkes Pflicht- und Verantwortungsgefühl und stets bewahrte Würde machten ihn zu einem „ganzen Mann in unserer Zeit schwankender Halbnaturen“ (Schäffle), der in der Öffentlichkeit eine fast fürstliche Stellung und Achtung genoß.

  • Werke

    Übers. d. „Manuscrit venu de St. Hélène d'une manière inconnue“ [von Lulin de Châteauvieux], 1817;
    Die Schweiz aus d. Europ. Standpunkte, 1821 (beide anonym);
    Alphabetisch-chronolog. Namen- u. Sachreg. [zur Allg. Ztg. 1822-61].

  • Literatur

    ADB IV;
    A. Schäffle, in: Allg. Ztg., Beil. 97-100 v. 7., 8. u. 10.4.1863;
    J. Proelß, Das junge Dtschld., 1892;
    E. Heyck, Die Allg. Ztg. 1798-1898, 1898, S. 100-110 u. ö.;
    F. Deitmaring, Die Dt. Vierteljahrsschr., Diss. Münster 1922;
    F. List, Schrr., Reden, Briefe, hrsg. im Auftr. d. Friedrich-List-Ges., 1927 ff., bes. Bd. 8, S. 958;
    O. Steuer, C. in München 1827-31, Diss. München 1931, S. 26;
    Briefe an C., Bd. 3: Vom Vormärz bis Bismarck, hrsg. v. H. Schiller, 1934 (P);
    W. Gebhardt, Die dt. Politik d. Augsburger Allg. Ztg., 1859-66, Diss. München 1935;
    H. Berl, Baden-Baden im Za. d. Romantik, 1936, S. 51 f.;
    F. Höfle, C.s Morgenbl. f. gebildete Stände u. seine Stellung z. Lit. u. lit. Kritik, Diss. München 1937, S. 124 f.;
    H. Schiller, Das C.sche Archiv, ein Schatzhaus schwäb. u. dt. Kultur, in: Schwaben, Mhh. f. Volkstum u. Kultur, 1939, S. 455 ff.;
    ders., Verlegerische Arbeit unter polit. Gesetz, G. v. C. als Politiker, in: Der Buchhändler im neuen Reich, Mai 1940, S. 68-70;
    ders., G. v. C., in: Lb. Schwaben II, 1941, S. 54-56 (L, Qu., P).

  • Portraits

    Lithogr. v. B. Weiß, 1853, u. O. Merseburger, 1864.

  • Autor/in

    Liselotte Lohrer
  • Empfohlene Zitierweise

    Lohrer, Liselotte, "Cotta von Cottendorf, Georg Freiherr" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 379-380 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11879972X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA