Lebensdaten
1826 bis 1907
Geburtsort
Mannheim
Sterbeort
London
Beruf/Funktion
demokratischer Politiker ; Schriftsteller
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118796569 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Blind, Karl
  • Blind, C.
  • Blind, Carl
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Blind, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118796569.html [26.02.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Adam, Schlitzbürger und Wachsfabrikant in Mannheim, später Wirt „zur Silberburg“ bei Karlsruhe;
    M Magd. Nicolaus;
    1849(?) Friederike Ettlinger aus Karlsruhe, verwitwete Cohen;
    S Rud. Blind (1850 bis nach 1915), Kunst- und Bühnenmaler und Schriftsteller in London;
    Stief-S Ferdinand Blind-Cohen ( 1866), Bismarck-Attentäter 1866;
    Stief-T Math. Blind-Cohen (1841–96), Dichterin (in englischer Sprache).

  • Leben

    Nach dem Besuch der Gymnasien in Mannheim und Karlsruhe studierte B. 1844-47 Rechtswissenschaft, mit Ausnahme eines Bonner Sommersemesters (1848) in Heidelberg. Wegen seiner Betätigung in der Heidelberger Studentenschaft, in der Bürgerschaft und in der radikalen Presse im Sinne seiner republikanischen und sozialrevolutionären Überzeugung wurde er zweimal von der Ruperto-Carola verwiesen. In der badischen Revolution 1848 stand er in vorderster Reihe der republikanischen Linken. Nach dem Struveputsch gefangengenommen, ertrug er standhaft die Untersuchungshaft in den Rastatter Kasematten und die über ihn verhängte Kerkerstrafe, von der ihn die Mairevolution 1849 befreite. Als badischer Vertreter der Pariser Gesandtschaft der pfälzisch-badischen Revolutionsregierungen wurde er in Paris verhaftet und ausgewiesen. Über Belgien suchte er Zuflucht in London. Im Kreise der Emigranten spielte er eine angesehene Rolle. B. wurde mit den Jahren der bedeutendste Vertreter des Deutschtums in England, in Wort und Schrift für die nationalen Erfordernisse seines Vaterlandes mit der gleichen Überzeugungskraft eintretend wie für seine alten republikanischen und sozialen Ideale. Daneben widmete er sich religionsgeschichtlichen und anthropologischen Studien, die zu mehreren Veröffentlichungen mit betont deutscher Einstellung führten.

  • Werke

    Üb. Staat u. Nationalität, London 1859;
    “They shall remain together“. An outline of the State of things in Schleswig-Holstein, ebenda 1861;
    Germany and the Schleswig-Holstein Question, ebenda 1862;
    Schleswig-Holstein, Poland|and Italy. ebenda 1864;
    The Rhine Frontier or Traditional Policy of France since the XV. Century, Glasgow 1870;
    A Defence of the German Cause, ebenda 1870;
    Fire-Burial among our Germanic Forefathers, London 1875;
    Bekenntnisse eines Achtundvierzigers, in: Die Gegenwart 22, 1882;
    Eine Verteidigung unserer Sage v. Wieland d. Schmied, in: Dt. Revue, Jg. 25, 1900, Bd. 3;
    Die bad.-pfälz. Gesandtschaft in Paris im J. 1849, in: Gartenlaube, Jg. 50, 1902, Bd. 1;
    Meine Kasemattenhaft in Rastatt, ebenda, Jg. 54, 1906, Bd. 2;
    Homerische Kenntnis d. german. Nordens, Die Sage v. d. Zauberin Kirke u. Holda-Hirka, in: Dt. Revue, Jg. 32, 1907, Bd. 1.

  • Literatur

    Verhh. der Freiburger Assisen gegen G. Struve u. C. B., 1849;
    Gerichtl. Verhh. gegen G. Struve u. K. B. vor d. Schwurgericht zu Freiburg, 1849;
    O. Bielefeld, K. B. in London, in: März, Jg. 1 1907, Bd. 3, S. 354-59;
    BJ XII (Totenliste 1907);
    F. Lautenschlager, K. B., in: Bad. Biogrr. VI/6, 1930, S. 423-29 (L, Qu.).

  • Portraits

    Lithogr. in: Portrait- u. Costüm-Gal. aus d. bad.-pfälz. Revolution v. 1849, 1849 (Bad. Generallandesarchiv Karlsruhe).

  • Autor/in

    Friedrich Lautenschlager
  • Empfohlene Zitierweise

    Lautenschlager, Friedrich, "Blind, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 304 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118796569.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA