Lebensdaten
nach 1710 bis nach 1786
Geburtsort
Paris
Sterbeort
Rom
Beruf/Funktion
Architekt ; Kupferstecher
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118779230 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Le Geay, Jean-Laurant
  • Lejay, Jean-Laurant
  • Leger, Jean-Laurant
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Orte

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Zitierweise

Legeay, Jean-Laurant, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118779230.html [19.08.2019].

CC0

  • Leben

    Vom Leben und Werk L.s sind nur Episoden bekannt. Als Architekt an der École des Beaux-Arts in Paris ausgebildet, erhielt er 1732 für den Entwurf eines Kirchenportals den Rompreis; jedoch weilte er erst 1739-42 in Rom und kehrte Anfang 1742 nach Paris zurück, wo er sich wohl bis 1748 aufgehalten hat und Theaterdekorationen für die Jesuiten schuf. Vor 1747 war Charles de Wailly sein Schüler. Am Entwurf für die St. Hedwigskirche (Grundsteinlegung 1747), den ersten nachreformator. kath. Kirchenbau in Berlin, dessen Grundform vom röm. Pantheon bestimmt ist und starke Einflußnahme des Auftraggebers Kg. Friedrich II. verspüren läßt, hat er mitgewirkt. 1747 gab er eine sieben Blätter umfassende Kupferstichfolge „L'Église Catholique Qui Se Bastit A Berlin …“ heraus und ein Einzelblatt von der Grundsteinlegung, wofür er die Festdekoration entworfen hatte. – 1748 wird L. von Hzg. Christian II. Ludwig von Mecklenburg-Schwerin als Baumeister angestellt (1752 Hofbaudirektor), wobei er zwischenzeitlich auch als Maler und Stukkator tätig sein sollte. Er entwarf im Sinne von André Le Nôtre den 1748-56 angelegten und größtenteils noch erhaltenen Schweriner Hofgarten, dessen Hauptachse mit einem Kreuzkanal von seitlich flankierenden Rasenflächen und Baumquartieren eingefaßt ist. Außerdem schuf er um 1750 den Saalbau am Palais zu Rostock, der im Erdgeschoß ein Theater enthielt und im Obergeschoß noch den Festsaal mit Spiegelgewölbe aufweist. 1756 entwarf er den Plan für eine Erweiterung des Jagdschlosses Ludwigslust. Nach Differenzen mit dem Landbaumeister Horst erhielt er im selben Jahr seinen erbetenen Abschied und wandte sich Potsdam zu, wo er bis 1763 wirkte und mit der Planung des Neuen Palais beauftragt wurde. Er überwarf sich bei der Raumgliederung mit Friedrich II. Sein Anteil an dem 1763-69 ausgeführten Werk ist nicht eindeutig abgrenzbar, jedoch lassen die beiden nach Westen vorgelagerten Communs zweifellos seine franz.-klassizistische Formensprache erkennen, während die verbindende Kolonnade den Geist von C. Ph. Gontard zeigt. 1763 verließ L. Preußen und lebte dann in England, von wo er 1766 aus London den zweiten Entwurf für das Schloß und den Park von Ludwigslust für Hzg. Friedrich lieferte, der in den Einzelheiten Motive des engl. Landschaftsgartens innerhalb einer barocken Achsenstruktur verspüren läßt. Seither war er nur noch als Kupferstecher tätig. Um 1770 ging er nach Paris, wo er auftragslos blieb. Im Sept. 1786 erbat er vom Herzog von Mecklenburg eine Pension, um seinen Lebensabend in Rom verbringen zu können. Ob dieses Gesuch bewilligt wurde und ob er in Frankreich oder in Rom verstorben ist, bleibt unbekannt. In seinen letzten Lebensjahren hat sich L. auch der Erfindung nautischer Instrumente gewidmet. Als praktischer Architekt ist er nie hervorgetreten, jedoch hat man ihn schon in seiner Zeit als ideenreichen Entwerfer gerühmt. Für die Entwicklung des Klassizismus sind seine Kupferstichfolgen mit Ruinenlandschaften, Architekturphantasien und Grabmälern, die von seiner Begegnung mit Piranesi in Rom inspiriert wurden, bedeutsam.

  • Literatur

    J. P. Dobert, Bauten u. Baumeister in Ludwigslust, 1920, S. 8-13;
    G. Dettmann, Joh. Joachim Busch, d. Baumeister v. Ludwigslust, o. J. (1929), S. 7, 10-15, 22, 73;
    M. Hasak, Die St. Hedwigskirche in Berlin, 1932, S. 58-70;
    H. Schmitz, Kat. d. Ornamentstichslg. d. Staatl. Kunstbibl. Berlin, 1939 (W);
    E. Kaufmann. Three revolutionary architects Boullée, Ledoux and Lequeu, in: Translations of the american philosophical Society, NS, Bd. 42, 3, 1952, S. 450-53, 457, 544;
    P. du Colombier, L'architecture française en Allemagne au 18e siècle, 1956, I, S. 60-62, II, Abb. 213, 217, 218;
    W. Kurth, Sanssouci, 1962;
    J. Harris, Le Geay, Piranesi and International Neo-Classicism in Rome 1740–50, in: Essays in the Hist. of Architecture, presented to Rudolf Wittkower I, 1967, S. 189 u. ö.;
    J.-M. Pérouse de Montclos, Étienne-Louis Boullée (1728–99), de l'architecture classique à l'architecture révolutionnaire, 1969, S. 26, 39-46, u. ö.;
    H. Reuther, Barock in Berlin, 1969, S. 59 f., 125 f., 144, Abb. 47;
    E. Berckenhagen, Die franz. Zeichnungen d. Kunstbibl. Berlin, 1970, S. 260 f., 315;
    J. Adamiak, Schlösser u. Gärten in Mecklenburg, 1975, S. 44, 283-86;
    Ausst. Acad. de France à Rome, Piranèse et les Français 1740–90, 1976, S. 179-82;
    ThB.

  • Autor/in

    Hans Reuther
  • Empfohlene Zitierweise

    Reuther, Hans, "Legeay, Jean-Laurant" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 61 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118779230.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA