Lebensdaten
1849 bis 1921
Geburtsort
Düsseldorf
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Verleger
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11875470X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Scherl, August Hugo Friedrich
  • Scherl, August
  • Scherl, August Hugo Friedrich

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Zitierweise

Scherl, August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11875470X.html [23.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich, Mitinh. d. Verlags „Moeser & Scherl“ in B., Verleger d. „Ill. Ztg.“;
    M Therese N. N.: Schw Clara ( Heribert Kurth), gründete mit ihrem Mann d. Handelsges. „Kurth & Co.“ in B.;
    1) Flora Rosner (1855–85), aus d. Steiermark, Schausp., Sängerin, gründete 1878 mit S. d. Flora-Theater in Köln, T e. Schausp., 2) Kufstein 1886 Therese (1865–1923, kath.), als „Die Schützenkönigin“ v. F. Defregger gemalt, T d. Tischlermeisters N. N. Zöttl in Kufstein;
    3 K aus 1) u. a. Richard, Ing., arbeitete mit Hans Dominik an d. Entwicklung d.|„Scherl'schen Einschienenbahn“;
    E August (1918-v. 1977), Journalist, Schriftst. (s. Munzinger; W, L).

  • Leben

    Nach Kindheitsjahren in Düsseldorf und Berlin besuchte S. das Dt. Gymnasium in Konstantinopel, wo er bei Freunden der Familie wohnte, sowie bis 1864 die Realschule in Berlin. Er absolvierte eine Lehre im väterlichen Betrieb und übernahm danach die Leitung des Verlags „Duster & Co.“ in Köln, in dem er Kolportageromane v. a. von Ewald August König (Ps. Ernst Kaiser, 1833–88) herausgab, und zwar über Lotterieunternehmen, die die Romane als Preise aussetzten. Dank des unternehmerischen Erfolgs gründete er 1878 mit seiner späteren Frau in Köln das Flora-Theater und organisierte mit ihr Opern- und Theateraufführungen, was ihn jedoch finanziell ruinierte. Er kehrte Ende der 70er Jahre über Frankfurt/M. nach Berlin zurück, wo er 1883 einen Presse- und Buchverlag gründete (Heribert Kurth & Comp., seit 1888 KG Berliner Lokal-Anzeiger August Scherl & Comp., seit 1895 GmbH, seit 1900 August Scherl GmbH). Das verlegerische Flagschiff bildete zunächst der mit Hugo v. Kupffer (1853–1928) ins Leben gerufene „Berliner Lokal-Anzeiger“, eine kostenlose Zeitung, die sich über Inserate finanzierte und neben Nachrichten aus aller Welt Fortsetzungsromane enthielt; bereits nach zwei Jahren erschien sie täglich (nun mit d. Untertitel „Zentral-Organ f. d. Reichshauptstadt“; 1944 mit d. „Berliner Morgenpost“ vereinigt). 1889 kam die „Berliner Abend-Zeitung“ hinzu, 1894 die „Neuesten Berliner Handels- und Börsen-Nachrichten“, 1898 das „Berliner Wohnungs-Register“. Für das gebildete Publikum gründete er 1881 die Wochenausgabe „Die weite Welt“, 1899 „Die Woche, Moderne illustrierte Zeitschrift“, 1900 die Tageszeitung „Der Tag“ (ersch. bis 1934), 1901 die monatliche Familienzeitschrift „Vom Fels zum Meer“. „Die Woche“, die 1944 eingestellt werden mußte, gehörte zu den ersten dt. Illustrierten, die den Mehrfarbendruck und die aktuelle Fotoreportage einführten; „Der Tag“ erschien als zweifarbige illustrierte Zeitung. S. erwarb 1903 vom Kröner-Verlag (Stuttgart) die 1853 von Ernst Keil (1816–78) 1853 gegründete Familienzeitschrift „Gartenlaube“, die er mit „Vom Fels zum Meer“ und „Die weite Welt“ vereinigte und dem Lokalanzeiger als Sonntagsbeilage beifügte. Außerdem erwarb er „Sport im Bild“ (gegr. 1895) und „Sport im Wort“ (gegr. 1899), 1905 den „Praktischen Wegweiser“ (gegr. 1892; seit 1909 „Allg. Wegweiser“). 1895 gründete er die „August Scherl Dt. Adreßbuch-GmbH“ und erwarb 1905 die 1864 gegründete Frankfurter Anzeigenagentur „G. L. Daube & Comp.“. Mit großem Erfolg erstellte er Adreßbücher für Berlin, Frankfurt/M., Leipzig, Halle, Breslau und Magdeburg. S.s unternehmerische Initiative beschränkte sich nicht auf das Zeitungs- und Verlagswesen. So entwickelte er ein Prämiensparsystem für die Abonnenten seiner Zeitungen, errichtete Ferienhäuser, die seine Angestellten durch die Miete abbezahlen konnten, und propagierte den Bau einer Schnellbahn zwischen Berlin und Hamburg (Ein neues Schnellbahnsystem, 1909). 1914 verkaufte der menschenscheue S., der an einer Kehlkopferkrankung und Depressionen litt, sein Unternehmen an den „Dt. Verlagsverein“ (Düsseldorf), der es zwei Jahre später an den Hugenberg-Konzern weitergab.|

  • Auszeichnungen

    preuß. Kronenorden II. Kl. (1913).

  • Werke

    zu August (E): Die Brücke, 1946 (Balladenslg.);
    Technik formt unsere Welt, 1957;
    Das gr. Buch d. Technik, 1960.

  • Literatur

    H. v. Kupffer, in: Berliner Lokal-Anz. v. 19.4.1921;
    F. Schulze, Der dt. Buchhandel, 1925, S. 176 (P);
    J. Schanz, Die Entstehung e. dt. Presse-Großverlages, Diss. Berlin 1932;
    H. Erman, A. S., Dämonie u. Erfolg in Wilhelmin. Zeit, 1954 (unter Mitarb, v. S.s Enkel August; P);
    M. Zimmermann (Hg.), Die Gartenlaube als Dok. ihrer Zeit, 21967;
    P. de Mendelssohn, Ztg.stadt Berlin, Menschen u. Mächte in d. Gesch. d. dt. Presse, 1982;
    Mitgll.verz. d. KWG z. Förderung d. Wiss. 1991;
    K.-M. Grutschnig-Kieser, in: Mitteldt. Ib. f. Kultur u. Gusch. 6, 1999, S. 204-06 (P);
    Kultur & Technik 3, 1999, S. 58;
    DBJ III, S. 214-16 u. Tl.;
    Kussmaul.

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz, "Scherl, August" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 698-699 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11875470X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA