Lebensdaten
1866 – 1940
Geburtsort
Breun (Kreis Wipperfürth, Rheinland)
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
Gewerkschafter ; Verleger ; Publizist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118751395 | OGND | VIAF: 37711823
Namensvarianten
  • Sassenbach, Johannes
  • Sassenbach, Johann
  • Brenn, Hans
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Sassenbach, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118751395.html [21.06.2024].

CC0

  • Genealogie

    V N. N. ( 1879), Landwirt, Sattler, Gastwirt in B.;
    M N. N.( 1875); ledig.

  • Biographie

    Die Wanderjahre als Sattlergeselle weckten S.s soziales Engagement sowie sein Interesse für andere Länder, deren Kultur und Sprache. Im Nov. 1889 richtete er in Köln eine Filialstelle des einige Monate vorher gegründeten „Allgemeinen Dt. Sattlervereins“ ein und wurde ihr Beisitzer. 1891-1906 war S. in Berlin Vorsitzender des „Sattlervereins“ und betreute dessen Zeitung. 1902 wurde er in den Vorstand der „Generalkommission der freien Gewerkschaften Deutschlands“ (seit 1919: Vorstand des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes [ADGB]) gewählt, dessen Mitglied er bis 1923 blieb. Der Schwerpunkt seiner gewerkschaftlichen Tätigkeit lag im Bildungs- und Kulturbereich. Er richtete Bibliotheken ein, organisierte Ausstellungen und war maßgeblich an der Konzeption und Errichtung einer eigenen Gewerkschaftsschule in Berlin beteiligt. Daneben engagierte sich S. in der SPD. 1905-15 war er Stadtverordneter in Berlin und 1915-20 erster sozialdemokratischer Stadtrat in Preußen. 1920 wurde er – begünstigt durch seine Bekanntschaft mit Friedrich Ebert sowie seine Sprachkenntnisse und Auslandserfahrung – der erste Sozialattaché Deutschlands an der Botschaft in Rom. Der Schwerpunkt seiner politischen Arbeit in der Weimarer Republik lag im Bereich des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), zu dessen Sekretär (1922) bzw. Generalsekretär (1927) er gewählt wurde. 1931 zog er sich aus der aktiven Politik zurück und verlegte seinen Wohnsitz nach Frankfurt.

    Neben der gewerkschaftlichen und parteipolitischen Karriere war S. verlegerisch und publizistisch tätig. Ergründete 1891 den „Johannes Sassenbach Verlag“, der bis 1926 existierte, gab 1896-98 die „Zeitschrift für Politik, Wissenschaft und Literatur“ „Neuland“ heraus und verfaßte mehrere Bücher.

    S. repräsentierte aufgrund seines sozio-ökonomischen und politischen Hintergrundes den typischen Gewerkschaftsführer der ersten Generation nach der Aufhebung des Sozialistengesetzes, der u. a. auch der erste Vorsitzende der Generalkommission der Gewerkschaften im Kaiserreich. Carl Legien (1861–1920), angehörte. In der Bildungsarbeit legte er Grundlagen, die bis heute nachwirken.

  • Werke

    u. a. Fünfundzwanzig Jahre Internat. Gewerkschaftsbewegung, 1926; Erinnerungen, eingel. v. D. Münkel, 1999 (W);|

  • Quellen

    Qu Nachlaüsplitter in d. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn, im DGB-Archiv (1/JSAB u. Depositum Willi Haug) u. in d. SAPMO.

  • Literatur

    O. Scheugenpflug, J. S., Ein Btr. z. Gesch. d. dt. u. internat. Arbeiterbewegung nach Aufzeichnungen S.s, 1959;
    G. Beier, Schulter an Schulter, Schritt für Schritt, Ll. dt. Gewerkschafter v. August Bebel bis Theodor Thomas, 1983, S. 157-62 (P);
    Biogr. Hdb. Erwachsenenbildung.

  • Autor/in

    Daniela Münkel
  • Zitierweise

    Münkel, Daniela, "Sassenbach, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 442-443 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118751395.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA