Lebensdaten
1888 – 1976
Geburtsort
Posen
Sterbeort
Bonn
Beruf/Funktion
Germanist ; Mundartforscher ; Linguist ; Studienrat
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118734296 | OGND | VIAF: 19775896
Namensvarianten
  • Mitzka, Walther
  • Mitzka, W.
  • Mitzka, Walter

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Zitierweise

Mitzka, Walther, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118734296.html [03.10.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (1857–1943) aus Grabnick (Ostpreußen), Mittelschulkonrektor in P., S d. Johann (1826–1914), Dorfschullehrer in Masuren, aus Groß-Stürlack Kr. Lötzen, u. d. Johanna Willimsohn (1829–1920) aus Goldap;
    M Frieda (1870–1949), T d. Hermann Rathke (Radtke) (1838–1930) u. d. Auguste Deininger (1834–1916);
    Berlin-Charlottenburg 1916 Eva (1896–1979), T d. Max Hugk (1868–1938), Drogeriebes. in Rochlitz (Sachsen), u. d. Charlotte Gelbke (1869–1938);
    2 S Diether (* 1917), Dr. iur., Oberfinanzpräs. in Freiburg (Breisgau), Ernst (1920–41, ⚔), Marineoffz.;
    E Ernst (* 1945), Prof. an d. Hochschule f. bildende Kunst in Hamburg.

  • Biographie

    M. studierte germanische Philologie an den Universitäten Marburg, Heidelberg und Berlin, wurde 1911 unter Ferdinand Wrede in Marburg zum Dr. phil. promoviert, habilitierte sich 1927 in Königsberg, wurde 1929 an der TH Danzig zum ao., 1933 an der Univ. Marburg zum o. Professor ernannt. Als Nachfolger Wredes leitete er 1933-56 (mit Suspension 1947–51) das Forschungsinstitut Deutscher Sprachatlas an der Univ. Marburg. M. war ein sehr innovativer Fortsetzer der deutschen Dialektgeographie, indem er sie zur deutschen Wortgeographie erweiterte. In seinen frühen Arbeiten zur Dialektologie und Volkskunde Ost- und Westpreußens und zur deutschen Sprache in den balt. Ländern wies er soziolinguistische Ursachen von Sprachwandel nach: Siedlungsbewegungen, slawisch-deutsche Zweisprachigkeit, Sprachwechsel, Sprachanschluß, Prestigewirkung von Oberschichtsprache. Mit seinem Deutschen Wortatlas (Aufnahmen 1939–42, Publikation 1951–73) stellte er umfangreiches neuartiges Material bereit für die onomasiologische Wortforschung, vor allem über vielfältige Dialekt-Heteronymik im landwirtschaftlichen Bereich. Seine Wortatlaskarten wurden unter seiner Leitung sprachgeschichtlich ausgewertet und erklärt in zahlreichen Dissertationen seiner Schüler, besonders hinsichtlich psychologischer Benennungsmotive und soziolinguistischer Schichten. Aufsehenerregende Hypothesen entwickelte er über die frühdeutsche Konsonantenentwicklung und den „Oberschicht“-Charakter des Altsächsischen. Neben Einführungsbüchern und -artikeln über deutsche Dialekte sind M. Fortsetzungen und Neubearbeitungen germanistischer Grundlagenwerke zur Wortgeschichte, Etymologie und historischen Grammatik zu verdanken. M. war 1935-57 Herausgeber der „Zeitschrift für Mundartforschung“ und der Schriftenreihen „Deutsche Dialektgeographie“ und „Gießener Beiträge zur deutschen Philologie“. Zeitgeschichtlich verdienstvoll war als Alterswerk sein aus Flüchtlingsbefragungen gewonnenes Schlesisches Wörterbuch (1963–65).

  • Werke

    Weitere W u. a. Ostpreuß. Niederdeutsch nördl. vom Ermland, Diss. Marburg 1911;
    Grundzüge nordostdt. Sprachgesch., 1937, ²1959;
    Dt. Fischervolkskde., 1940;
    Dt. Mundarten, 1943;
    Btrr. z. hess. Mundartforschung, 1946;
    Hdb. z. Dt. Sprachatlas, 1952;
    Kleine Schrr. z. Sprachgesch. u. Sprachgeographie, 1968 (W-Verz.).

  • Literatur

    L. E. Schmitt, in: Dt. Wortforschung in europ. Bezügen II, 1963, S. XI-XXVIII (P);
    ders., in: W. M., Kl. Schrr. (s. W), S. V-VIII (P);
    ders., in: German. Dialektol., FS f. W. M., 1968 (Zs. f. Mundartforschung, Beihh., NF 5), S. 3 f.: Zs. f. Dialektol. u. Linguistik 43, 1976, S. 257;
    I. Reiffenstein, ebd. 55, 1988, S. 273-79;
    R. Hildebrandt, in: Germanist. Linguistik, 1976, H. 3-4, S. 2;
    E. Riemann, in: Korr.bl. d. Ver. f. niederdt. Sprachforschung 83, 1976, S. 25-28;
    B. Martin, in: Hess. Bll. f. Volkskde., NF 4, 1977, S. 117;
    Altpr. Biogr. IV.

  • Autor/in

    Peter von Polenz
  • Zitierweise

    Polenz, Peter von, "Mitzka, Walther" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 593-594 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118734296.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA