Lebensdaten
1885 bis 1933
Geburtsort
Bern
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118733508 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer-Amden, Otto
  • Amden, Otto Meyer-
  • Meyer Amden, Otto
  • mehr

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Zitierweise

Meyer-Amden, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118733508.html [18.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (1846–1921), Hufschmied in B., S d. Charles Louis (1803–79), Hufschmied in B., später in Kirchdorf Kt. Bern, u. d. Anna Barbara Tellenbach (1812–94);
    M Margaritha (1847–88), T d. Friedrich Balsiger aus Mühlethurnen Kt. Bern u. d. Anna Hirter;
    Stief-M (seit 1891) Lina Aeschlimann (1864–1934) aus Rüegsau Kt. Bern; ledig.

  • Leben

    Nach dem frühen Tod der Mutter kam M. zu Pflegeeltern, 1893-1900 lebte er im Burgerlichen Waisenhaus in Bern. 1901-03 absolvierte er eine Lehre als Steindrucker, 1903-06 setzte er seine Ausbildung in der Lithographischen Werkstätte Graf in Zürich fort. Daneben besuchte er die Kunstgewerbeschule. 1906 wurde er in die Klasse von Peter Halm an der Kunstakademie in München aufgenommen, 1907-12 studierte er an der Kunstakademie in Stuttgart als Schüler von Christian Landenberger und Adolf Hölzel.

    In der Zürcher Zeit (1903–06) bildete sich ein erster Freundeskreis um M., darunter Paul Bodmer und Hermann Huber. In Stuttgart lernte er dann seine lebenslangen Freunde Oskar Schlemmer und Willi Baumeister kennen. Es war vor allem Baumeisters früher Erfolg in Zürich, der zu dem Gedanken beigetragen haben dürfte, in dem Bergdorf Amden über dem Walensee 1912 eine Künstlerkolonie zu gründen, die sich jedoch nach einem knappen Jahr wieder auflöste. Lediglich M. blieb weiterhin dort und machte die bäuerliche Umgebung zum Thema seiner kleinformatigen Bleistift- und Farbstiftzeichnungen. Seiner homophilen Neigung verlieh er Ausdruck in den von Balzac inspirierten mystischen Kompositionen und ebenso in den seit 1914 zahlreich variierten, mit Bleistift gezeichneten Jünglingsakten, die aufgrund seiner Beschäftigung mit der archaisch-griech. Jünglingsstatue entstanden sind. Seit 1918 begann in den Themenreihen „Im Münster“, „Ess-Saal“, „Vorbereitung“, „Impfung“ die künstlerische Auseinandersetzung mit seiner Jugendzeit im Berner Waisenhaus. Unter dem Einfluß der großformatigen Werke Schlemmers entstand 1923-25 das große Glasfenster in der Zwinglikirche in Zürich-Wiedikon, seine einzige Auftragsarbeit. In den Ausstellungen 1924 in der Kunsthalle Basel und im Kunsthaus Zürich fand sein Werk dann wachsende Beachtung. 1928-32 unterrichtete M. Gegenstandszeichnen (Gerätezeichnen) an der Kunstgewerbeschule in Zürich. Wegen eines schweren Kropfleidens mußte er die Tätigkeit 1932 aufgeben. Auf Initiative Willi Baumeisters kam 1932 die Ausstellung „W. Baumeister, Otto M.-A., O. Schlemmer“ im Frankfurter Kunstverein zustande. Die letzten Monate seines Lebens verbrachte M. bei Hermann Huber in Au am Zürichsee.

    Mit der von Schlemmer organisierten Gedächtnisausstellung, die 1934 im Kunsthaus Zürich und in den Kunsthallen in Basel und Bern gezeigt wurde, begann eine Rezeption, die M.s Werk zunehmende Beachtung verschaffte. M.s Bilder waren 1938 in der Exhibition of 20th Century German Art“ in London vertreten, 1955 und 1964 in der Documenta in Kassel und 1985 in der Ausstellung „100 Jahre Kunst in Deutschland“ in Ingelheim.

    M.s stilles Werk, das heute in verschiedenen Schweizer Museen (u. a. in Aarau, Basel, Bern und Zürich) gehütet wird, ist in anderen öffentlichen Schausammlungen nur marginal vertreten, und doch bleibt es unlösbar verbunden mit einem Kreis von Künstlern, die sich stets auf seinen hohen Kunstanspruch bezogen haben, vorab Oskar Schlemmer, der M. nach dessen Tode 1934 eine erste monographische Publikation gewidmet hat. Durch seine Briefe hat der einsam in Amden lebende M. seine Beziehungen zu den Freunden bis in die 20er Jahre aufrechterhalten. Die an M. gerichteten Briefe Schlemmers in der Bauhauszeit sind für die Kunstgeschichte von größter Bedeutung.

  • Werke

    Briefe z. T. in: T. Schlemmer (Hrsg.), O. Schlemmer, Briefe u. Tagebücher, 1958, 21977; weitere Briefe
    in: C. Huber sowie A. Meier u. H. Ch. v. Tavel (s. L).

  • Literatur

    O. Schlemmer, O. M.-A., Aus Leben u. Briefen, 1934;
    M. Stettler, O. M.-A., 1965;
    C. Huber, O. M.-A., 1968;
    J. Ch. Ammann, O. M.-A., Ausst.kat. Kunsthalle Basel 1979 (darin: R. Hohl, Knabenbilder – e. Thema im Werk v. O. M.-A.);
    A. Meier u. H. Ch. v. Tavel, O. M.-A., Begegnungen mit O. Schlemmer, W. Baumeister, H. Huber u. a. Künstlern, 1985 (Faks. d. Monogr. v. O. Schlemmer, 1934, P);
    Vollmer;
    Schweizer Lex.

  • Portraits

    Selbstbildnis, Zeichnung, um 1932 (Aarau, Kunsthaus).

  • Autor/in

    Andreas Meier
  • Empfohlene Zitierweise

    Meier, Andreas, "Meyer-Amden, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 378 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118733508.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA