Lebensdaten
1854 bis 1919
Geburtsort
Riedlingen/Donau
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Zentrumspolitiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118718924 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gröber, Adolf
  • Groeber, Adolf
  • Gröber, Adolph
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Gröber, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118718924.html [15.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Albert (1821–95), Graveur u. Goldschmied, Spielwarenfabr., seit 1859 in Weingarten, S d. Klemens, Kaufm. u. Posamentier, u. d. Josefine Steinhart;
    M Anna (1814–85), T d. Uhrmachers Michael Baumann in Augsburg u. d. Maria Anna Hörle;
    Ov Ferdinand (1826–94), KR, Fabr. (Strumpf-, imitierte Pelzwaren, Plüsche, Decken);
    Vt Carl (1853–1932), KR, Fabr.; -ledig;
    N Karl (1885–1945), Hauptkonservator am Bayer. Landesamt f. Denkmalpflege, bearb. 13 Bde. d. „Kunstdenkmäler v. Bayern“, vf. „Kinderspielzeug aus alter Zeit“, 1928, 21965.

  • Leben

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen, Leipzig und Straßburg trat G. in den württembergischen Justizdienst. 1887 wurde er Staatsanwalt in Ravensburg. Wegen Mißbilligung seiner Kandidatur im 15. württembergischen Reichstagswahlkreis gegen den von der Regierung begünstigten Bewerber wurde er als Landrichter nach Heilbronn am Neckar versetzt, wo er 1895 Landgerichtsrat, 1912 titulierter Landgerichtsdirektor wurde. G. war 1887-1919 Mitglied des Reichstags und der Nationalversammlung, 1889-1919 Mitglied der Württembergischen 2. Kammer. Er war Gründer und Führer des Zentrums in Württemberg, das sich am 17.1.1895 in Ravensburg endgültig konstituiert hat. Den damit erzielten politischen Durchbruch in Württemberg erweiterte G. in einer ausgedehnten Versammlungstätigkeit. Auf den Generalversammlungen der deutschen Katholiken (Katholikentage) trat er viele fahre hindurch mit ebenso volkstümlichen wie grundsätzlichen Reden hervor. 1896 in Dortmund und 1906 in Essen war er Präsident. G. gehörte der zweiten Generation des Zentrums an, die, vom Erlebnis des Kulturkampfes geprägt, besonders um das Bewußtsein der Verantwortung für das öffentliche Leben im katholischen Volksteil bemüht war; er wurde zum Organisator und Repräsentanten der katholischen Bewegung in Württemberg. Tätigkeit und Wirksamkeit G.s waren weit gespannt. Seine besondere Aufmerksamkeit galt der Fortentwicklung und Ausgestaltung des Wehrrechts. Seine Tätigkeit in der Württembergischen 2. Kammer galt der Beseitigung des Staatskirchentums. Mit Entschiedenheit unterstützte und förderte er die Entstehung und Entwicklung der christlichen Gewerkschaften. Seiner sozialpolitischen Neigung entsprachen seine Mitarbeit im Volksverein für das katholische Deutschland und seine Beteiligung an der sozialpolitischen Gesetzgebung. 1917-19 war G. Vorsitzender der Zentrumsfraktion des Reichstags. Im Kabinett Prinz Max von Baden amtierte er vom 3.10. bis 10.11.1918 als Staatssekretär ohne Ressort. In der Nationalversammlung 1919 nahm er an einzelnen Beschlüssen entscheidenden Anteil; den Kompromißantrag über den Abschnitt „Bildung und Schule“ unterstützte er mit dem für seine politische Gesinnung beispielhaften Bekenntnis: „Tiefgehende uralte Gegensätze der Weltauffassung lassen sich in friedlicher Weise nur auf dem Boden der Freiheit lösen, nicht auf dem Boden der Majorisierung, des gesetzlichen Zwanges.“

  • Werke

    Kampf gegen d. Umsturz, Rede in d. Reichstagssitzung v. 9.1.1895, 1895;
    Der „neue Kurs“ in d. Reichspol., Rede in d. 6. Reichstagssitzung v. 28.2.1907, 1907;
    Das neue Vereinsgesetz - ein Schlag gegen Recht, Gerechtigkeit u. Freiheit, Rede z. 3. Lesung d. Vereinsgesetzes in d. 143. Sitzung d. Reichstags am 8.4.1908, 1908;
    Die Wahrheit üb. d. Reichsfinanzreform, Rede in d. Sitzung d. Württ. 2. Kammer v. 6.8.1909, 1909;
    Nochmals d. Wahrheit üb. d. Reichsfinanzreform, Antwort auf die gegnerischen Angriffe in d. Sitzung d. Württ. 2. Kammer v. 7.8.1909, 1909.

  • Literatur

    R. Grießer, in: Allg. Rdsch. 16, 1919, S. 745 ff.;
    K. Kümmel, Einiges aus d. Leben A. G.s, in:|Kath. Sonntagsbl. 1920, S. 7 ff. (21 Aufsätze);
    C. Noppel, in: Stimmen d. Zeit 98, 1920, S. 524 ff.;
    H. Cardauns, A. G., 1921;
    K. Bachem, in: DBJ II, S. 388-92 (u. Tl. 1919, L);
    ders., Vorgesch., Gesch. u. Pol. d. dt. Zentrumspartei, 9 Bde., 1927-32;
    Schermann, in: Württ. Nekr. f. d. J. 1918 u. 1919, 1922, S. 168-80 (L);
    Staatslex. d. Görresges. III, 61959, S. 1033 f.;
    Kosch, Kath. Dtld. (P).

  • Autor/in

    Ernst Deuerlein
  • Empfohlene Zitierweise

    Deuerlein, Ernst, "Gröber, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 107-108 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118718924.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA