Lebensdaten
1866 bis 1930
Geburtsort
Czernowitz
Sterbeort
Graz
Beruf/Funktion
Historiker ; Volkskundler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118714740 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kaindl, Raimund Friedrich
  • Kaindl, R. F.
  • Kaindl, Raimund
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Zitierweise

Kaindl, Raimund Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118714740.html [18.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Anton ( 1879), Lehrer;
    M Ernestine Winkler, 1893 Ludmilla Kisslinger;
    K.

  • Leben

    K. studierte in Czernowitz Germanistik, Geographie und vor allem bei F. von Zieglauer und Johann Loserth Geschichte. Nach Staatsexamen und Promotion (1891) wirkte er als Mitteilschullehrer und absolvierte gleichzeitig als Externer einen Kurs am Institut für österreichische Geschichtsforschung. 1893 habilitierte er sich für österreichische Reichsgeschichte, wurde 1901 außerordentlicher und 1905 ordentlicher Professor in Czernowitz (1912/13 Rektor), 1915 nahm er einen Ruf nach Graz an. K. begann als Erforscher seines Heimatlandes, dem er zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Siedlungsgeschichte, Volkskunde und Rechtsgeschichte widmete. Dann dehnte er seine Forschungen auf die Geschichte des Deutschtums in den östlichen und südlichen Landesteilen der Doppelmonarchie aus. Sein Hauptwerk „Geschichte der Deutschen in den Karpatenländern“ (3 Bände, 1907–11), hat bleibenden Wert durch die umfassenden Aktenstudien, durch die Verwendung der Lokalliteratur, durch die Vertrautheit des Verfassers mit den Örtlichkeiten und den Quellensprachen. K. hat vom Anfang seiner wissenschaftlichen Laufbahn an sich bemüht, die Forschungsergebnisse auch einem breiteren Leserkreis zu vermitteln. Davon zeugen zahlreiche Beiträge in Tageszeitungen. Zwischen 1911 und 1914 organisierte er 4 Tagungen der von ihm sogenannten „Karpatendeutschen“, um im Zeitalter des hektischen Nationalismus das Zusammengehörigkeitsgefühl der Deutschen in der Monarchie zu stärken. Im Weltkrieg setzte er sich für die vor der russischen Armee geflohenen Landsleute ein.

    Die Ursachen des Zusammenbruchs von 1918 glaubte K. in dem Scheitern des großdeutschen Gedankens 1848/49 und in der preußischen Machtpolitik von 1866 sehen zu müssen. Weder die österreichischen noch die reichsdeutschen Historiker sind ihm damals in dieser Auffassung gefolgt. K. warb publizistisch für den Anschluß der Republik Österreich an Deutschland und für eine Föderalisierung des Donauraumes. – Als Volkskundler gehörte er zu den ersten, die nach eigenen umfangreichen Feldforschungen diese Disziplin theoretisch begründeten und sie vor allem als eine Hilfswissenschaft der Geschichte ansahen.

  • Werke

    Weitere W Das Ansiedlungswesen in d. Bukowina, 1902;
    Die Volkskde., Ihre Bedeutung, ihre Ziele, ihre Methoden, 1903;
    Gesch. d. Stadt Czernowitz, 3 Bde., 21896-1903;
    Polen, Mit e. geschichtl. Überblick üb. d. poln.-ruthen. Frage, 21917;
    Böhmen, Zur Einführung in d. böhm. Frage, 1919;
    1848/49-1866-1918/19, Des dt. Volkes Weg z. Katastrophe u. s. Rettung, 1920;
    Gesch. u. Kulturleben Dt.-Österreichs v. d. ältesten Zeiten bis 1526, 1929. -
    Autobiogr. in: Die Gesch.-wiss. d. Gegenwart in Selbstdarst. I, 1925, S. 171-205 (P).

  • Literatur

    H. Kipper, R. F. K., 30 J. karpathendt. Arb., 1918;
    H. Pirchegger, in: Dt. Hh. f. Volks- u. Kulturbodenforschung 1, 1930, S. 32-34;
    H. Rüdiger, in: Der Auslandsdeutsche 13, 1930, S. 216-19;
    F. Doubek, in: Dt. wiss. Zs. f. Polen, H. 20, 1930, S. 143-53;
    G. Berka, 100 J. dt. Burschenschaft in Österreich, 1959, S. 27 f., 72 f.;
    A. Blase, R. F. K., Leben u. Werk, 1962 (P);
    R. F. K. (1866-1966), Kulturhist. Ausstellung Graz, 1966 (P);
    A. A. Klein, in: Zs. d. Hist. Ver f. d. Steiermark 57, 1966, S. 141-73;
    E. Beck, Bibliogr. z. Landeskde. d. Bukowina, 1966 (vollst. Bibliogr.);
    ÖBL.

  • Autor/in

    Gerhard Grimm
  • Empfohlene Zitierweise

    Grimm, Gerhard, "Kaindl, Raimund Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 33 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118714740.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA