Lebensdaten
erwähnt 1470, gestorben 1507
Sterbeort
Passau
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118703382 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Frueauf, Rueland der Ältere
  • Frueauf, Rueland, d. Ä.
  • Frueauf, Rueland, der Ältere
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Zitierweise

Frueauf, Rueland der Ältere, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118703382.html [20.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    S vermutl. Rueland d. J. (s. 2).

  • Leben

    F. ist 1470-80 in Salzburg (1478 als Bürger) bezeugt und erwarb 1480 das Bürgerrecht in Passau. Signierte Arbeiten sind vier 2 m hohe Altarflügel mit je 4 Marienszenen und Passionsszenen (heute zersägt) von 1490/91 und ein etwa gleichzeitiges Männerbildnis (Jobst Seyfrid?), alle in Wien. Viele Werke stammen aus seiner Werkstatt. Der ihm ebenfalls zugeschriebene Passionsaltar in Regensburg (Baldass, Abbildungen 58-71) ist trotz Motiv- und Typenähnlichkeiten fragwürdig, mehr bayrisch als salzburgisch, in manchem auf Mayr von Landshut hinweisend. Mit ihm verwandt sind 4 Heiligenlegenden (Baldass, Abbildungen 104-107). Die signierten Arbeiten erweisen F. als den wichtigsten alpenländischen Maler neben Michael Pacher. Der allgemein durch lyrisch-religiöse Konzentration bezeichnete Stil von 1490 wird hier in einer für Salzburg typischen Monumentalität dargeboten. Massigkeit und Flächenmäßigkeit, unter Verzicht auf spätgotischen Realismus und räumliche Illusion, geben der Gestalt den Vorrang. Fleischig gerundete Körper, von reich gebrochenen Stoffen bogig umhüllt, oft zu Gruppen und Figurenwänden geschlossen, nehmen in der Spannung von Körper- und Flächenbindung manchmal geradezu Bruegel vorweg (Schergen der Wiener Geißelung, Baldass, Abbildung 79). Das Kolorit ist lokalfarbig, kühl in großen Flächen ausgewogen. Rückgriffe auf die S-Linie, zugleich auf die Monumentalität der Flemaller-Generation, stehen im Dienst dieser extremen Stilisierung. Für sie ist die urkundlich nachweisbare Wandmaler-Tätigkeit gewiß bedeutsam gewesen.

  • Werke

    W Weitere Hauptwerke d. Werkstatt, teilweise den Gehilfen zugeschr., vor allem d. neuerdings v. Demus in 2 Hände gespaltenen „Meister von Großgmain“: Kreuzigung, um 1470 (Wien;
    Baldass, Abb. 72);
    Marientod, zw. 1473 u. 86 (?) (Wien;
    Baldass 73);
    Hl. Fam., 1483 (Prag;
    Baldass 110);
    Schmerzensmann (München;
    Baldass 95);
    6 Fragmente e. Marienaltars, um 1493–96, mit Gehilfenbeteiligung (Budapest, Cambridge/USA, Herzogenburg, St. Florian, Venedig;
    Baldass 98-103);
    Krönung Mariae, um 1496-99 (Prag;
    Baldass 111);
    Ambrosius, 1498, Augustinus (Gegenstück) (Wien;
    Baldass 115);
    Hieronymus, 1498 (Lugano, Slg. Thyssen;
    Baldass 115);
    Hl. Abt (München, Bayer. Staatsgem.slgg., derzeit Regensburg;
    Baldass 116);
    4 Marienszenen, 1499 (Großgmain b. Salzburg;
    Baldass 117-22);
    Salvator u. Maria, um 1499 (ebd., vom selben Altar;
    Baldass 126 f.);
    Erziehung d. Jesusknaben (Boston, Mus. of Fine Arts).

  • Autor/in

    Karl Oettinger
  • Empfohlene Zitierweise

    Oettinger, Karl, "Frueauf, Rueland der Ältere" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 667-668 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118703382.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA