Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Grafen von Everstein ; niedersächsische Dynasten
Konfession
katholisch,evangelisch?
Normdaten
GND: 118687557 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eberstein (Form mit v zur Unterscheidung von anderen E.)
  • Everstein
  • Eberstein (Form mit v zur Unterscheidung von anderen E.)
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Zitierweise

Everstein, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118687557.html [21.11.2018].

CC0

  • Leben

    Niedersächsisches Dynastengeschlecht von der Oberweser. Die niederdeutsche Namensform mit v ist üblich geworden zur Unterscheidung von den (nicht mit den E. verwandten) oberdeutschen Geschlechtern der Grafen von Eberstein (vom Schwarzwald) und Freiherren von Eberstein (von der Rhön) (beide siehe NDB IV). – Stammsitz der E. ist die bei Holzminden gelegene Burg Everstein, nach der sich erstmals 1116 der älteste bekannte Namensträger Konrad nennt, anfangs als Edelfreier, seit 1126 als Graf auftretend. Bevorzugte Vornamen: Albrecht, Hermann, Ludwig, Otto. – Albrecht III. (um 1200) wird Stammvater von 4 Linien: Ohsen (erloschen vor 1336), Holzminden (um 1350 erloschen), Polle (im Mannesstamm erloschen vor 1429). Die 4. Linie trieb neben einem niedersächsischen Zweig (erloschen Ende 14. Jahrhundert) einen dänischen (bis 1453) und einen pommerischen, der in nichtdynastischer Stellung bis 1663 blühte; ihm entstammten der hessische General Kaspar ( 1644) und die Brüder Ludwig (1538–90) und Stephan Heinrich Grafen von Eberstein ( 1613), beide Vertreter der pommerischen Stände (alle siehe ADB V). Eheverbindungen des Hauptstammes überwiegend mit niedersächsisch-westfälischen Dynasten, mit den Welfen nur zweimal; aus dem Rahmen fallen die Ehe Albrechts II. (1162–1197) mit Rixa von Polen, Witwe Alfons' VII. von Kastilien und Raimund-Berengars V. von Provence, und die Ehe Albrechts III. mit Agnes von Wittelsbach.

    Das Territorium der E. umfaßte das Oberwesertal von Holzminden bis Hameln. Sie waren außerdem begütert im Diemelland, auf dem Eichsfeld und im Vogtland, wo die Vögte von Weida, späteren Fürsten Reuß, als ihre Ministerialen in die Geschichte eintreten. Der pommerische Besitz massierte sich um Naugard und Massow. Den Höhepunkt ihrer Macht erreichten die E. nach dem Sturz Heinrichs des Löwen um und kurz nach 1200, seitdem trat schneller Rückgang ein. Als eifrige Parteigänger der Staufer kämpften sie nach 1180 immer wieder gegen die Herzöge von Braunschweig, die ihnen schon 1284 den Everstein abgewannen und die Reste der Grafschaft 1408 durch erzwungene Heirat der Erbtochter Elisabeth des letzten Grafen der Poller Linie, Hermann VII., mit dem Herzog Otto an sich brachten. Bedeutendere Einzelpersönlichkeiten hat der Hauptstamm kaum hervorgebracht, auch keinen Kirchenfürsten gestellt, wohl aber viele Domherren in Hildesheim, Paderborn und Minden.

  • Literatur

    B. Ch. v. Spilcker, Gesch. d. Grafen v. E. u. ihrer Besitzungen, 2 Bde., 1833 (mit UB);
    G. Schnath, Die Herrschaften Everstein, Homburg u. Spiegelberg, = Stud. u. Vorarbb. z. Hist. Atlas Nd.sachsens 7, 1922 (die Stammtafeln überholt durch: Johs. Meyer, Zur Geneal. d. Grafen v. E. (Weser), = Sonderveröff. 7 d. Nd.-sächs. Landesver. f. Fam.kde., 1954, S. 142-63, u. H. Dobbertin, Die Piastin Richza v. E. u. ihre Verwandtschaft, = Schrr.R. d. Genealog. Ges. Hameln 14, 1957);
    Über d. pomm. Linie: A. Hofmeister, Die Grafen v. E. in Pommern, in: Mbl. d. Ges. f. pomm. Gesch. 51, 1937, S. 17-28;
    K. Wolber, Gesch. d. Grafen v. Eberstein in Pommern 1267-1331, Diss. Berlin 1937;
    Isenburg III.

  • Autor/in

    Georg Schnath
  • Empfohlene Zitierweise

    Schnath, Georg, "Everstein" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 693 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118687557.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA