Lebensdaten
1515 bis 1544
Geburtsort
Kassel
Sterbeort
Rom
Beruf/Funktion
Mediziner ; Naturwissenschaftler ; Botaniker
Konfession
katholisch,evangelisch
Normdaten
GND: 118670085 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Cordus, Valerius
  • Cordus, V.
  • Eberwein, Valerius
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen in der GND - familiäre Beziehungen
Personen in der GND - Bekannte und Freunde

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Cordus, Valerius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118670085.html [27.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Euricius s. (1).

  • Leben

    C. studierte in Wittenberg vor allem bei Melanchthon und wandte sich anschließend, von seinem Vater beeinflußt, den Naturwissenschaften zu. Er bereiste Sachsen, Böhmen, den Harz und Österreich und ging danach nach Italien. Schon 1540 muß er ein Kolleg über die Gedanken und Anschauungen seines Vaters gelesen haben, denn seine Adnotationes in (ad) Dioscoridem sind dem Kollegheft eines Schülers entnommen und nach seinem Tode 1549 veröffentlicht. C. sucht als Arzt seine Simplicia und verfaßt die erste Pharmakopoë nördlich der Alpen, die der Nürnberger Magistrat drucken ließ und die lange Zeit ein beliebtes Handbuch der Apotheker war. Von sonstigen bemerkenswerten Mitteilungen in seinen Arbeiten sei vor allem auf die große Anzahl neuer Pflanzenarten und ihre gute Beschreibung hingewiesen, auf die Erkenntnis, daß die Steinkohle aus Holz entstanden ist und auf die Beschreibung der Bewegung der Blätter der Leguminosen nach Albertus Magnus. Sein früher Tod bildet die Erklärung dafür, daß viele Gedanken nicht völlig ausreifen konnten. Viele seiner Werke wurden von dem kongenialen Konrad Gesner nach seinem Tod herausgegeben, so daß nicht immer ganz einfach zu entscheiden ist, was jenem oder diesem zugewiesen werden muß.

  • Werke

    Weitere W Dispensatorium pharmacorum omnium, Nürnberg 1546;
    Historiae stirpium libri V, hrsg. v. K. Gesner, Straßburg 1561;
    s. a. Pogg. I.

  • Literatur

    ADB IV;
    Dt. Apothekerztg., 1936;
    M. Möbius, Gesch. d. Botanik, 1937;
    BLÄ.

  • Autor/in

    Hermann Ziegenspeck
  • Empfohlene Zitierweise

    Ziegenspeck, Hermann, "Cordus, Valerius" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 359 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118670085.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Cordus: Valerius C., Arzt und Botaniker, geb. zu Simshausen am 18. Febr. 1515, am 25. Sept. 1544. Von seinem Vater Eurich C. (s. o.) trefflich vorbereitet, studirte er Medicin und Naturkunde mit großem Eifer, war in Wittenberg Melanchthon's Schüler und hielt später daselbst wiederholt Vorlesungen über die Materia medica des Dioscorides. Um die von diesem beschriebenen Naturkörper festzustellen, unternahm er große Fußreisen in Sachsen,|Thüringen, Böhmen, Oesterreich und schließlich in Italien, wo er zwei Jahre in Padua und Umgegend lebte und auf einer Reise nach Süden, von einem Hufschlage am Schenkel getroffen, an den Folgen der Verletzung wenige Tage nach seiner Ankunft in Rom starb. Dort entging der Leichnam des als Protestant Verstorbenen nur durch List seiner Begleiter dem Loose in den Tiber geworfen zu werden. C., dessen frühzeitiger Tod von seinen Zeitgenossen, u. a. von Melanchthon tief beklagt wird, hinterließ eine Anzahl botanischer und naturhistorischer Schriften, welche zum Theil (wie auch die Commentare zum Dioscorides, dessen griechischen Text C. nicht kannte) von C. Gesner (1561) herausgegeben wurden, übrigens insgesammt vielfach das Gepräge der Jugend und Unreife zeigen. Am meisten bekannt geworden ist C. durch sein „Dispensatorium pharmacorum omnium“ (1536), welches, schon 1542 vom Nürnberger Magistrat den Apothekern als Norm empfohlen und später (1592) neu aufgelegt, als die älteste in Deutschland gebräuchliche Pharmacopoe zu betrachten ist, nach welcher im 16. Jahrhundert auch außerhalb Deutschlands in den Apotheken viel gearbeitet wurde. — Ausführliche Biographie in Adami Vit. Germ. med. (1620) p. 42. vgl. die Biographie im Sondershauser Gymnasialprogramm, Ostern 1862, S. 10—34, von Th. Irmisch.

  • Autor/in

    Th. Husemann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Husemann, Theodor, "Cordus, Valerius" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 479-480 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118670085.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA