Lebensdaten
erwähnt 1107, gestorben 1142
Sterbeort
Garsten
Beruf/Funktion
Benediktiner in St. Blasien ; Abt von Garsten (bei Steyr) ; Prior von Göttweih
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118656716 | OGND | VIAF: 8208791
Namensvarianten
  • Berthold I.
  • Bertold I.
  • Berthold
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Orte

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Zitierweise

Berthold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118656716.html [04.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Vielleicht aus dem Geschlecht der Domvögte von Regensburg und Grafen von Bogen.

  • Leben

    B. war Prior und Bibliothekar im Benediktinerkloster St. Blasien im Schwarzwald. 1107 wurde er Prior von Göttweig in Niederösterreich (um 1072 gegründet, 1094 von Benediktinern aus St. Blasien besiedelt) und 1111 vom steierischen Markgrafen Otakar II. zum ersten Abt seiner ursprünglich als weltliches Kanonikatsstift errichteten, 1107 aber von Göttweiger Mönchen übernommenen und in ein Benediktinerkloster umgewandelten Gründung Garsten berufen. B. hat sein Kloster spirituell, kulturell und wirtschaftlich (Güterschenkungen, Rodung, Neusiedlungen) zu hoher Blüte und Ansehen gebracht und vorzüglich organisiert. Er verband persönliche Demut und Frömmigkeit mit großer Sittenstrenge und Zucht, hatte enge Verbindung mit anderen österreichischen und steierischen Benediktinerklöstern (Göttweig, Admont, Kremsmünster, in welch letzterem ein Neffe von ihm später Abt wurde) und hat die Ideen der Hirsauer Kongregation in die Alpen- und Donauländer gebracht. - Sein Leben wurde auf Veranlassung Abt Konrads von einem Garstener Mönch um 1175 beschrieben; es gibt einen sehr guten Einblick in das klösterliche Leben und berichtet von vielen Mirakeln. Schon bald nach dem Tode B.s entwickelte sich in Garsten eine lokale kultische Verehrung, 1883 wurde die festliche Feier des Todestages (27.7.) für die Diözese Linz gestattet, 1952 wurde der bestehende Kult des Seligen gutgeheißen.

  • Literatur

    ADB II;
    Ehrenspiegel, d. i. hl. u. herrl. Tugendwandel B.s d. 1. Abtes d. Klosters Garsten OSB, Steyr 1701;
    AA SS, Juli, Bd. VI, 1845 ff., S. 469-90 (27.7.);
    G. Frieß, Gesch. d. Benediktinerstiftes Garsten in Oberösterr., in: StMBO 1, 1880 (dazu: B. Braumüller, ebenda, 2, 1881, S. 406 ff.);
    W. Wattenbach, in: Bibl. hagiogr. lat. ant. et mediae aetatis I, 1898, S. 191;
    V. Melzer, Zur älteren Gesch. d. Benediktinerabtei Garsten, in: Archiv f. d. Gesch. d. Diözese Linz 4, 1907, S. 3 ff.;
    K. Schiffmann, in: Ein altes Bilderbuch, Kulturgesch. Skizzen, Linz 1908, S. 50-104;
    Leben d. sel. B., Abtes v. Garsten, neu hrsg., mit Einl. u. Anm. versehen v. J. Lenzenweger, T. I, Linz 1946;
    LThK;
    Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques VIII, 1935.

  • Autor/in

    Karl Lechner
  • Empfohlene Zitierweise

    Lechner, Karl, "Berthold" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 163 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118656716.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bertold I., Abt von Garsten. B. stammte aus dem Geschlechte der Grafen von Wirtemberg und war mit den Babenbergern und Ottakaren verwandt. Er selbst war früher mit Adelhaid von Lechsgemünd vermählt gewesen, trat aber nach dem Tode seiner Gattin in das Kloster St. Blasien ein, wurde dort Subprior und Aufseher über die Kirchenbücher, sodann vom Abte Hartmann nach Göttweih als Prior berufen und endlich von dem Markgrafen Ottakar VI. von Steyer als erster Abt in dem auf seinem Gebiete gegründeten Kloster eingesetzt (1110). B. brachte das Kloster zu Ruf und Reichthum. Von vielen Gegenden zog das Ansehen seiner Person Hohe und Niedere herbei, die er mit dankbar empfangenen Trost entließ oder denen er den in jener rohen Zeit doppelt wohlthätigen Rechtsschutz gewährte. So nahm B. den von seinem Sitz vertriebenen Erzbischof Konrad I. von Salzburg, unbekümmert um den Zorn des Kaisers Heinrich V., bei sich auf. Besonders wichtig war es, daß er die Ideen der Hirschauercongregation in die Alpenthäler übertrug. B. soll auch Beichtvater König Konrads III. gewesen sein. Er starb am 27. Juli 1142 und ist in der ehemaligen Stiftskirche begraben. Ein Ungenannter (vermuthlich ein Mönch von Garsten) verfaßte um 1165 eine Biographie Bertolds, die er dem Abte Ulrich III. von Kremsmünster, dessen Neffen, widmete.

    • Literatur

      Die Vita Bertoldi bei Pez, SS. rer. Austr. II. — Fritz, Geschichte der ehemaligen Benedictinerklöster Garsten und Gleink. Linz 1841. — Franz|Kurz, Sammlung der vorzüglicheren Urk. des Klosters Garsten, in dessen Beiträgen z. Gesch. d. Landes Oesterr. ob d. Enns. Linz 1808. II. Urkundenbuch des Landes ob der Enns. Wien 1852. I. Bd. S. 111 ff. Codex traditionum monasterii Garstensis.

  • Autor/in

    H. Zeißberg.
  • Empfohlene Zitierweise

    Zeißberg, Heinrich von, "Berthold" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 521-522 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118656716.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA