Lebensdaten
1894 bis 1985
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
Marineoffizier ; Militärschriftsteller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118604031 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ruge, Friedrich Oskar
  • Ruge, Friedrich
  • Ruge, Friedrich Oskar

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Zitierweise

Ruge, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118604031.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Walther (1865–1943), Dr. phil., Geograph, Dir. d. Gymn. in Bautzen (s. Gen. 1), S d. Sophus (s. 1);
    M Martha (* 1868), T d. Friedrich Albert v. Zahn (s. Gen. 1), u. d. Friederike Weigel (1844–71);
    Om Paul v. Zahn (* 1870), Oberstlt., Gvv d. Peter v. Zahn (1913–2001), Dr. phil., Schriftst., Rundfunkjourn., Fernsehproduzent, Adolf-Grimme-Preis 1964, 1965 u. 1966, BVK 1981, bayer. Fernsehpreis 1990, Prof. E. h. d. Hansestadt Hamburg (s. Munzinger);
    1920 Ruth Greff (1897–1967);
    2 S (1 früh †), 3 T.

  • Leben

    R. trat nach der Gymnasialzeit in Leipzig und Bautzen im April 1914 als Seeoffizieranwärter in die Ksl. Marine ein und nahm nach einer verkürzten Ausbildung seinen Dienst an Bord von Torpedoboots-Zerstörern auf. Bei Kriegsende geriet er in brit. Gefangenschaft. Anschließend trat er in die Reichsmarine im Bereich der Minensuchflottillen in Kiel ein und wurde zudem im Küstenschutzdienst ausgebildet. 1924-26 wurde er an die TU Berlin abgestellt, um sich in Form eines Pilotprojekts dem Studium des „Minenwesens“ zu widmen; daneben begann R. aus eigenem Antrieb ein Sprachstudium (Engl., Ital., Schwed. u. Span.). Nach seiner Zeit als Minensuchbootskommandant war er 1932-34 Flottillenchef, bis zum Kriegsausbruch Führer der Minensuchboote in Cuxhaven.

    Während des 2. Weltkriegs wurde R. zunächst als Führer der Suchverbände in verschiedenen Operationen in der Ost- und Nordsee sowie im Ärmelkanal als Befehlshaber der Sicherung West verwendet, 1943, mittlerweile Vizeadmiral, zunächst in Italien (Tunesiengeleite), bevor er im Nov. 1943 aufgrund seiner umfassenden Kenntnisse über den Küstenschutz als Marineberater in den Stab Rommels eintrat. Seit Nov. 1944 leitete er das Amt für Kriegsschiffbau in Berlin.

    Nach brit. Gefangenschaft 1945/46 arbeitete R. als Übersetzer, Dolmetscher und Sprachlehrer in Cuxhaven. Auf amerik. Initiative hin wurde er 1949-52 Mitarbeiter im Naval Historical Team in Bremerhaven. Die Amerikaner versprachen sich Erkenntnisse über dt. Erfahrungen mit der sowjet. Seekriegsführung, gleichzeitig waren durch die Gruppenkonstellation auch Möglichkeiten geschaffen worden, über einen maritimen Neubeginn in der Bundesrepublik nachzudenken. Die Ergebnisse dieser Überlegungen wurden später in die Himmeroder Denkschrift übernommen. 1952 wurde R. in den Stadtrat von Cuxhaven gewählt, übersiedelte jedoch 1954 nach Tübingen. Seitdem wirkte er am Aufbau einer neuen Marine mit – zunächst als Abteilungsleiter VII, später als erster Inspekteur der Bundesmarine. Die von R. und seinem Stab betriebene Pionier- und Aufbauarbeit ermöglichte die zügige Integration der Bundesmarine in die NATO und gewährleistete so die Erfüllung des maritimen Auftrags im Bereich der Ostseezugänge im Konnex des Auftrags der Bundeswehr. Außerdem galt sein besonderes Interesse der Aus- und Weiterbildung des Offiziernachwuchses („Studium generale navale“); die bereits in seiner Winterarbeit 1931 (Ausbildung z. Seeoffz.) festgestellten Mängel sollten künftig vermieden werden. Nach seiner Pensionierung 1961 widmete sich R. verstärkt seinen schriftstellerischen Arbeiten; 1962 wurde er Lehrbeauftragter für wissenschaftliche Politik an der Univ. Tübingen, 1967 Honorarprofessor.|

  • Auszeichnungen

    E. K. I (1918); Rr.kreuz (1940); Gr. BVK mit Stern u. Schulterband (1961); Legion of Merit (1961).

  • Werke

    Autobiogrr.: Entscheidung im Pazifik, 1951;
    Der Seekrieg 1939–45, 1954 (franz. 1955, amerik./engl. 1957, russ. 1957, ital. 1961);
    Rommel u. d. Invasion, Erinnerungen, 1959 (ital. 1963, franz. 1964, span. 1964);
    Pol., Mil., Bündnis, 1963;
    Pol. u. Strategie, Strateg. Denken u. polit. Handeln, 1967;
    In vier Marinen, Lebenserinnerungen als Btr. z. Zeitgesch., 1979 (P). – Scapa Flow 1919, Das Ende d. dt. Flotte, 1969 (franz. 1969, engl. 1973);
    The Soviets as Naval Opponents, 1979 (dt. 1981);
    W-Verz.:
    Marineamt (Hg.), „Ein Seeoffz. schreibt nicht“, F. O. R. als schreibender Marineoffz., Eine Lit.übersicht, 1986;
    |

  • Nachlaß

    Nachlaß: BA/Mil.archiv; US-Military Ac., The Citadelle (Charleston, North Carolina, USA); Privatbes.

  • Literatur

    Zahlr. Art. zu R.s Geb.tagen in: Marineforum, Marine-Rdsch., Marine, Schiff u. Zeit, MOV-Nachrr., Wehrwiss. Rdsch., Atlant. Welt, Information f. d. Truppe, Soldat u. Technik, Leinen los, Wehrkunde, Die Reserve, Visier, Naval Proceedings, Europ. Wehrkunde, Bundeswehr aktuell. – Der Spiegel 16, 1962, Nr. 43, S. 118 u. Nr. 23, S. 84, 17, 1963, Nr. 5, S. 70;
    K. F. Ludwig, Sie bauten Dtld.s Flotte auf: F. R., in: Köhlers Flottenkal. 50/62, S. 114-16;
    F. Kurowski, Dt. Offiziere in Staat, Wirtsch. u. Wiss., 1967, S. 203-12;
    Dt. Marine Institut (Hg.), Seemacht u. Gesch., FS z. 80. Geb.tag v. F. R., 1975;
    H. H. Hildebrand u. E. Henriot, Dtld.s Generale u. Admirale, III, 1988, S. 164 f.;
    D. Brandley, in: MARS, Jb. f. Wehrpol. u. Mil.wesen 1, 1995, S. 118-31;
    J. Hillmann (Hg.), „Erleben – lernen – weitergeben“, F. R. (1894-1985), Ein schreibender Marineoffz., 2005 (W, L, P);
    Munzinger;
    Baden-württ. Biogrr. III, 2002.

  • Portraits

    Ölgem. v. H. Busch-Hansen (Marineschule Mürwik, Flensburg), Abb. in: J. Hillmann, Das rote Schloß am Meer, Die Gesch. d. Marineschule Mürwik seit ihrer Gründung, 2002, S. 57.

  • Autor/in

    Jörg Hillmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Hillmann, Jörg, "Ruge, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 235-236 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118604031.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA