Lebensdaten
1826 bis 1900
Geburtsort
Zwittau (Bezirk Mährisch Trübau)
Sterbeort
New York
Beruf/Funktion
Verleger ; Mäzen
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118590731 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ottendorfer, Oswald

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Zitierweise

Ottendorfer, Oswald, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118590731.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Vinzenz, Tuchmacher;
    M Katharina Neumeister;
    1859 Anna (1815–84, 1) Jacob Uhl, 1852, Drucker), T d. Eduard Behr, Kaufm. in Würzburg, seil 1837 in den USA, erwarb 1844 mit ihrem 1. Ehemann d. Verlag Julius Böttichers, 1845 die „New Yorker Staatsztg.“, die von e. Wochen- zu e. Tagesztg. ausgebaut wurde, stiftete u. a. 1875 das Isabella Home für alte Frauen in Astoria (Long Island), 1881 den Hermann Uhl Memorial Fund f. dt.-amerik. Studien in N. Y. u. Milwaukee, 1882 d. Frauenabt. d. Dt. Krankenhauses in N. Y. (s. L);
    6 Stief-K (3 früh †).

  • Leben

    O. studierte nach dem Gymnasialbesuch in Leitomischl und Brünn seit 1846 in Wien Philosophie und seit 1847 in Prag Rechtswissenschaften. 1848 schloß er sich der akademischen Legion an und kämpfte auf seiten der Revolutionäre in Wien gegen die Truppen von Windischgrätz, zusammen mit seinem Freund Adelbert Gf. v. Baudissin (1820–71) in Schleswig-Holstein gegen die Dänen, außerdem in Sachsen und Baden. Nach Niederschlagung der Revolution mußte er in die Schweiz fliehen. Von dort ging er 1850 über England nach Amerika, wo er seit 1851 bei der deutschsprachigen „New Yorker Staatszeitung“ tätig war, seit 1858 als deren Chefredakteur, nach seiner Verehelichung als Miteigentümer. Bereits 1866 gehörte die Zeitung|als das führende und am weitesten verbreitete deutsche Organ in Amerika zu den renommiertesten Blättern in New York. Im Gegensatz zu den meisten 48ern in Amerika – etwa Carl Schurz (1829–1906), mit dem er gleichwohl Kontakt pflegte – schloß sich O. den Demokraten an und ergriff während des Bürgerkrieges Partei für die Union. 1872-74 Mitglied des New Yorker Stadtrates und 1874 Bürgermeisterkandidat, bekämpfte er die Korruption in der Verwaltung und in den Tammany Societies, einer Gruppierung innerhalb der Demokratischen Partei. 1884 errichtete O. in einem vorwiegend von Deutschen bewohnten Stadtteil eine freie Leihbibliothek, die als „Ottendorfer Branch“ in der New Yorker Public Library fortbesteht. Für das Deutschstudium an der New Yorker Universität stiftete er den „Ottendorfer Memorial Fellowship“. Nach der allgemeinen Amnestie von 1867 besuchte er mehrmals seine Geburtsstadt und errichtete dort gemeinnützige Stiftungen für Kranke, Bedürftige und Waisenkinder sowie eine Bibliothek.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Univ. New York).

  • Literatur

    New Yorker Staatsztg. v. 16.12.1900;
    K. Lick, O. O., 1922;
    H. M. Lydenberg, History of the New York Public Library, 1923, S. 209 ff.;
    E. Gierach, in: Sudetendt. Lb. 1, 1926, S. 293 ff. (L, P);
    M. R. Werner, Tammany Hall, 1928 (Neudr. 1968);
    A. E. Zucker (Hg.), The Forty-Eighters, 1950;
    C. F. Wittke, Refugees of Rev., 1952;
    E. W. Dobert, Dt. Demokraten in Amerika, 1958;
    L. Schachert, Wege ins Exil, 1964, S. 151-62;
    E. M. Schenk, Zwanzig J. demokrat. Erwachsenenbildung in d. Böhm. Ländern 1918–38, 1972;
    F. Steiner, O. O., Ein vergessener Pionier d. dt. Volksbüchereiwesens, 1975;
    Wininger IV;
    DAB 14;
    Kosch. Biogr. Staatshdb.: Enc. Americana 21, 1965;
    ÖBL;
    Biogr. Lex. Böhmen. – Zu Anna: H. A. Rattermann, A. O., Eine dt.-amerik. Philanthropin, 1885;
    DAB 14.

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz, "Ottendorfer, Oswald" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 653 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118590731.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA