Lebensdaten
1890 bis 1974
Geburtsort
Lübeck
Sterbeort
Marburg/Lahn
Beruf/Funktion
Archäologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118579126 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Matz, Friedrich

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Zitierweise

Matz, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118579126.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (1847–1920), Kaufm. in L., S d. Arztes Carl Gottlieb u. d. Mathilde Krüger;
    M Louise (1857–1938). T d. August Georg Ludwig Meyer (1829–70), Jurist, u. d. Louise Strodtbeck;
    Ov Johannes (Hans, 1849–1913), Geh. Baurat, Architekt, Mitarbeiter v. Wallot am Reichstag in Berlin; – 1921 Rose (1891–1978), T d. Gen.-Lt. Albert Müller (1856–1921) u. d. Gustave Emilie Sidonie Götte;
    1 S, 1 T;
    N Rudolf (* 1892), Schöpfer d. Landwirtsch. Bodenatlas d. DDR, Arnold (* 1904), Prof. am Konservatorium in Leipzig.

  • Leben

    M. studierte 1909 in Tübingen, seit 1910 in Göttingen, wo er 1913 in klassischer Archäologie promoviert wurde und 1914 das Staatsexamen in Altphilologie ablegte. 1914 erhielt er das Reisestipendium des Kaiserlichen Deutschen Archäologischen Instituts, wurde jedoch bei Ausbruch des Krieges zum Lehrerersatzdienst nach Lübeck verpflichtet. 1916 Studienreferendar in Berlin, 1917 Studienassessor, war M. seit 1921 Studienrat in Freienwalde/Oder und in Berlin. 1925 verließ er den Schuldienst, um im Deutschen Archäologischen Institut in Rom die 2. Auflage des Archäologischen Realkatalogs zum Abschluß zu bringen. 1928 folgte die Habilitation in Berlin. 1929 wurde M. Assistent G. Rodenwaldts bei der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin, wo er, bis zur Berufung auf den Lehrstuhl für Klassische Archäologie in Münster 1934, als Privatdozent tätig war. 1941 folgte er einem Ruf nach Marburg. Nach seiner Emeritierung 1958 betätigte sich M. weiterhin als Herausgeber mehrerer wissenschaftlicher Reihenwerke, die er zum Teil selbst ins Leben gerufen hatte.

    M. gilt zusammen mit Guido Kaschnitz v. Weinberg als einer der Wegbereiter der Strukturforschung im Bereich der Archäologie und Kunstgeschichte. Er hat es verstanden, nicht zuletzt dank seiner 1928 erschienenen Habilitationsschrift „Die frühkret. Siegel, die Formstruktur eines Kunstwerks als wesentlichen Aspekt bei der Betrachtung historischer Kunstphänomene einem breiten Forscherkreis bekanntzumachen. Damit prägte er die archäologische Forschung im 20. Jh. Er war überzeugt, daß die rein stilkritische Methode in der Kunstwissenschaft nur dann aus ihrer Isolierung innerhalb der historischen Forschung befreit werden könne, wenn dem Raumverständnis bei einem Kunstwerk und dessen Veränderung in der Geschichte auf explizite Weise und als wesentlichstem Axiom Rechnung getragen wird. M.s thematische Schwerpunkte lagen auf hellenist.-röm. und kret.-myken. Gebiet. In letzterem galt er jahrzehntelang als der führende deutsche Gelehrte. Er erwies sich auch als entscheidender Förderer der Sarkophagforschung. Ein bedeutender Teil seines schriftlichen Werkes bestand aus ausführlichen und kritisch-würdigenden Rezensionen. In den zahlreichen Nachrufen auf Gelehrte der Klassischen Archäologie tritt sein wissenschaftshistorisches Interesse hervor. Nach dem 2. Weltkrieg verhalf M.s Organisationstalent der deutschen Archäologie wieder zu anerkanntem Niveau. M. war Herausgeber von weltweit beachteten Fachzeitschriften und Reihenwerken wie „Gnomon“, „Archaeologia Homerica“, „Corpus der minoischen und mykenischen Siegel“ und „Die antiken Sarkophagreliefs“.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Society of Hellenic Studies, London; Mitgl. d. Ak. d. Wiss. u. d. Lit. Mainz.

  • Werke

    Weitere W Gesch. d. griech. Kunst I. 1950;
    Göttererscheinung u. Kultbild im minoischen Kreta, 1958;
    Kreta u. frühes Griechenland, Prolegomena z. griech. Kunstgesch., 1962;
    Strukturforschung u. Archäol., in: Studium Generale 17, H. 4, 1964, S. 203-19;
    Dionysiake Telete, Archäolog. Unters. z. Dionysoskull in hellenist. u. röm. Zeit, 1964;
    Die dionys. Sarkophage I-IV, 1968-70;
    Archäolog. Erinnerungen aus sechs J.zehnten (1910–70). 1974 (Privatdr., P).

  • Literatur

    B. Schweitzer u. U. Hausmann, Allg. Grundlagen d. Archäol., Hdb. d. Archäol., 1969, S. 89, 91, 180, 202 f.;
    N. Himmelmann, Verz. d. Schrr. v. F. M., 1970 (P);
    ders., in: Jb. d. Ak. d. Wiss. u. d. Lit., Mainz, 1974, S. 87-89 (P);
    H. G. Buchholz, in: Nestor. Sept. 1974, S. 940 f.;
    B. Andreae, in: Gnomon 47, 1975, S. 524-28 (Ergg. z. W-Verz., P).

  • Portraits

    Kopfporträt, Kohlezeichnung v. Schmidthagen, 1943 (im Bes. v. M.s Tochter, Susanne Tuczek, Marburg).

  • Autor/in

    Andreas E. Furtwängler
  • Empfohlene Zitierweise

    Furtwängler, Andreas E., "Matz, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 419 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118579126.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA