Lebensdaten
1893 bis 1985
Geburtsort
Freiburg (Breisgau)
Sterbeort
London
Beruf/Funktion
Photograph
Konfession
evangelisch,katholisch
Normdaten
GND: 118576925 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Man, Felix Hans
  • Baumann, Hans (eigentlich)
  • MAN (Pseudonym)
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Zitierweise

Man, Felix H., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118576925.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Sigismund Baumann (1853–1914), Dr. phil., Bankier in Riga, seit 1890 in F., hier Musikkritiker;
    M Helene Hofmann (1862–1915);
    B Paul Baumann (1887–1961), Verleger u. Schriftsteller, Begr. d. Verlags „Die Wende“ 1920, Hrsg. d. bibliophil. Zs. „Eos“;
    Schw Marie Baumann (1885–1975, ⚭ Gustav Rickelt, 1862–1946, Regisseur u. Schauspieler, s. Kosch, Theater-Lex.), Schauspielerin;
    - 1) ca. 1920 Gertrud Jeckeln (1896–1966), 2) 1973 Lieselotte Henderson-Begg (* 1912), Malerin; kinderlos, 1 Stief-S aus 2).

  • Leben

    M. begann seine journalistische Tätigkeit 1927 in Berlin als Sportzeichner der „BZ am Mittag“ und als Photograph für das 1928 gegründete Ullsteinblatt „Tempo“. Im Februar 1929 wechselte er zu DEPHOT (Deutscher Photodienst), einer Berliner Agentur, als freier Bildjournalist mit einem Garantievertrag von der „Münchner Illustrierten Presse“ (MIP). Zu dieser Zeit entstand sein Pseudonym „MAN“, unter dem fortan seine Bildgeschichten veröffentlicht wurden. Entscheidend für M.s späteren Lebensweg war seine Begegnung mit Stefan Lorant (* 1901), Berliner Redaktor der MIP und seit 1930 ihr Chefredaktor bis zu seiner Inhaftierung 1933 durch die Nationalsozialisten. Zwischen Juni 1929 und Dezember 1932 erschienen in der MIP 110 Bildberichte von M. zu verschiedensten Themen. 1932 arbeitete er hauptsächlich für die „Berliner Illustrirte Zeitung“ (BIZ). Nach einer Anzahl von Bildberichten aus Nordafrika bereiste er für die BIZ Kanada und die Kanadische Arktis. Während er in Vancouver weilte, erhielt er die Nachricht von der Enteignung des Ullstein-Konzerns. Nach Berlin zurückbeordert, wurde ihm jedoch die Arbeitserlaubnis verweigert, da er es ablehnte, der nationalsozialistisch geführten Reichspressekammer beizutreten. M. emigrierte im Mai 1934 nach England. Seine in Kanada entstandenen Bildberichte erschienen weiterhin in der BIZ. Insgesamt waren es 41 Reportagen zwischen August 1929 und Juni 1935.

    In London traf M. wieder mit Lorant zusammen und wurde dessen Mitarbeiter an der neu gegründeten „Weekly Illustrated“, deren erste Nummer am 7.7.1934 erschien. In den ersten sechs Monaten ihres Bestehens veröffentlichte M. 47 Bildberichte. Dann wechselte er zum „Daily Mirror“ über, der ersten mit Photographien illustrierten Tageszeitung der Welt, bis ihn Lorant 1938 zur Mitarbeit an einer neuen Zeitschrift unter seiner Leitung berief: „Picture Post“ hatte von der ersten Nummer am 1.10.1938 an einen sensationellen Erfolg. Sie wurde die beste und umfangreichste Illustrierte Europas, mit 80-100 Seiten und einer Auflage von 1,5 Millionen. Der für England völlig neuartige Reportagestil, die Darstellung des täglichen Lebens und seiner sozialen Probleme, sowie der niedrige Preis machten sie zum beliebten Wochenblatt des Volkes. M. veröffentlichte in „Picture Post“ pro Jahr 150-200 Reportagen.

    Nach Kriegsende wandte sich M. dem Studium und Sammeln von Künstler-Lithographien zu. 1953 veröffentlichte er eine Geschichte der Lithographie. Als „Picture Post“ 1948 mit dem Druck von Farbseiten begann, wirkte M. auch auf diesem Gebiet bahnbrechend; mit dem damals noch verhältnismäßig unempfindlichen Farbfilm gelangen ihm lebendige Bildberichte in Innenräumen bei vorhandenem Licht, z. B. bei einer Heiligsprechung in St. Peter in Rom 1950. Zwei Jahre vorher hatten seine Farbaufnahmen der Themse in London bei Sonnenuntergang Aufsehen erregt. Sein Buch „Eight European Artists“, 1954 erschienen, enthält farbige und monochrome Bildsequenzen berühmter|franz. und engl. Künstler bei ihrer Arbeit und im Privatleben. Die intim wirkenden Aufnahmen beeindrucken durch ihre Natürlichkeit. Über sieben Jahrzehnte erstreckt sich M.s Arbeit, ein faszinierendes Miterleben von Ereignissen und großen Persönlichkeiten, die auf das kulturelle und politische Leben dieser dramatischen Epoche des 20. Jh. bestimmend eingewirkt haben. Neben seiner Lebensleistung als einer der großen Pioniere des Photojournalismus im 20. Jh. waren auch seine umfangreichen Arbeiten über die Geschichte der Lithographie von Bedeutung.|

  • Auszeichnungen

    Kulturpreis d. Dt. Ges. f. Photographie (1965); Gr. Bundesverdienstkreuz (1982).

  • Werke

    150 Years of Artists' Lithographs 1803-1953, 1953;
    Europ. Graphik, Mappen I-X, 1963-75;
    Artists' Lithographs, A World History from Senefelder to the Present Day, 1970;
    The Complete Graphic Work of Graham Sutherland 1922–69, 1971;
    Man with Camera – Photographs from Seven Decades, 1983 (dt. 1983). – Ausstellungen v. M.s Photographien: München 1971;
    Stockholm 1975;
    Malmö 1975;
    London 1976 u. 1977;
    Bielefeld, Frankfurt u. Aachen 1978;
    Paris 1981;
    Rom 1981;
    Berlin u. London 1983;
    Freiburg 1985. – Slgg. v. M.s Photographien: Berlin, Essen, Freiburg, München, London, Ottawa, Melbourne, Austin (Texas), Santa Monica (Calif.). M.s umfangreiche Slg. v. Künstler-Lithographien wurde v. d. Nat. Gallery in Canberra, Australien, erworben. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Felix H. Man Archiv, Hans Baumann, Freiburg/Br.

  • Literatur

    H. Gernsheim, The Man Behind the Camera, 1947;
    ders., in: The Times v. 30.1.1985;
    ders., in: Dt. Ges. f. Photogr. Intern, 1985, Nr. 1, S. 18-22;
    ders. u. A. Gernsheim, A Concise History of Photography, 1965 (dt. 1976);
    ders., Creative Photography, 1962;
    N. Lyons, Photography in the 20th Century, 1967;
    R. Hassner, Bilder for Miljoner, 1977;
    P. Tausk, Gesch. d. Photogr. im 20. Jh., 1977;
    T. Hopkinson, Contemporary Photographers, 1982.

  • Portraits

    Gem. v. H. Purrmann, 1967;
    Lith. v. D. Hockney, 1973;
    Phot. v. H. Gernsheim 1969 u. 1984, F. Henle 1984, St. Moses 1984, alle b. Lieselotte Henderson-Begg, London u. Montagnola.

  • Autor/in

    Helmut Gernsheim
  • Empfohlene Zitierweise

    Gernsheim, Helmut, "Man, Felix H." in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 4 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118576925.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA