Lebensdaten
1887 bis 1962
Geburtsort
Kassel
Sterbeort
Wiesbaden
Beruf/Funktion
Rundfunkpionier
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118576186 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Magnus, Kurt

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Zitierweise

Magnus, Kurt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118576186.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst (1851–1911), Dr. iur., Oberverwaltungsgerichtsrat in Berlin, S d. Adolph (1809–99), Rechtsanwalt u. Notar in Bonn, u. d. Mathilde Adolphine v. Magnus;
    M Louise (1862–1944), T d. Carl Albrecht Christensen, Geh. Oberjustizrat, Senatspräs, in Kiel, u. d. Anna Petersen;
    Berlin-Charlottenburg 1920 (⚮) Annemarie (1895–1959), T d. Gen.-Majors Georg Schüler u. d. Martha Böttcher;
    1 S (⚔), 1 T.

  • Leben

    M. legte 1906 in Berlin das Abitur ab und studierte dann Rechts- und Staatswissenschaften in Oxford, Göttingen und Berlin, wo er 1910 das Referendarexamen bestand. Im selben Jahr promovierte er in Göttingen zum Dr. iur. Nach Kriegsteilnahme 1914-18 als Leutnant d. Res. war er seit 1919 Gerichtsassessor, dann Landesassessor bei der Brandenburg. Provinzialverwaltung in Berlin. Seit 1922 war M. Rechtsanwalt in Berlin, Syndikus und schließlich Direktor des Vox-Schallplattenkonzerns. 1923 führte er im Auftrag von dessen Eigentümer August Stauch Verhandlungen mit der Reichspost wegen der Einrichtung eines Rundfunkdienstes in Berlin. Im selben Jahr war er Mitgründer der „Berliner Radio-Stunde“, die am 29.10.1923 ihren Programmdienst aufnahm. Nach deren Umwandlung in die Berliner Funkstunde AG war er bis 1926 Aufsichtsratsvorsitzender dieser Gesellschaft. 1925 begründete M. gemeinsam mit Staatssekretär Hans Bredow (1879–1959) die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (R. R. G.) als Dachgesellschaft aller Rundfunk-AGs, war zunächst deren führender Direktor und seit 1930 Vorsitzender des Vorstandes. Während der folgenden Jahre förderte er in mannigfacher Weise die Programmarbeit, schuf die Zentralstelle für Programmaustausch mit dem Ausland, wurde Leiter des von den Intendanten gegründeten unabhängigen Programmausschusses der R. R. G., organisierte 1931 die erste Übertragung von den Bayreuther Festspielen auf 200 europäische und amerikan. Sender und interpretierte die Urheberrechte von Komponisten und Schriftstellern für Rundfunkübertragungen neu. – 1933 wurde M. von den Nationalsozialisten fristlos entlassen. Nach 19 Monaten Haft im Konzentrationslager Oranienburg und im Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit gehörte er zu den Angeklagten im großen „Rundfunkprozeß“, doch nach 85 Verhandlungstagen wurde das Verfahren gegen die leitenden Männer des Rundfunks eingestellt. M. war seit 1935 in Berlin, seit 1939 in Wiesbaden kaufmännisch tätig; 1940-45 leitete er den Export der Dr. Schleussner Fotowerke GmbH in Frankfurt/Main.

    Im Mai 1945 übernahm M. als Regierungsdirektor die Leitung der Wirtschaftsabteilung beim Regierungspräsidenten in Wiesbaden, wurde im Oktober Landesdirektor und 1947 Ministerialdirektor im Hess. Ministerium für Wirtschaft und Verkehr. Gleichzeitig war er Aufsichtsratsmitglied und dann -vorsitzender der Staatlichen Erfassungsstelle für öffentliches Gut (STEG). 1949 arbeitete er im wirtschaftspolitischen Ausschuß des Bundesrates mit. Als Vertreter der Staatsregierung im Hess. Rundfunkrat und Vorsitzender dieses Gremiums (1949–51) war er – wiederum zusammen mit Hans Bredow – am Wiederaufbau des deutschen Rundfunks maßgeblich beteiligt. 1951 schied M. aus dem Staatsdienst aus und wurde Vorsitzender des Verwaltungsrats des Hess. Rundfunks (bis 1962). 1952 gehörte er zu den Gründern des „Goethe-Instituts zur Pflege der deutschen Sprache im Ausland“ und wurde dessen Vorstandsvorsitzender (1961 Präsident). Seit 1953 war M. Vorsitzender des Beirats der „Deutschen Welle“ in Köln und mehrerer Filmgesellschaften sowie Präsident des Verwaltungsrats des Lautarchivs des Deutschen Rundfunks (heute: Deutsches Rundfunkarchiv) in Frankfurt/Main. Die 1961 durch den Hess. Rundfunk begründete „Kurt-Magnus-Stiftung“ zur Förderung von Hörfunk-Nachwuchskräften vergibt seit 1963 jährlich den „Kurt-Magnus-Preis“.

  • Werke

    Eine Million Tonnen Kriegsmaterial f. d. Frieden, Eine Gesch. d. STEG, 1954;
    Der Rundfunk in d. Bundesrep. u. in West-Berlin, 1955;
    Drei Begegnungen, 1956.

  • Literatur

    W. B. Lerg, Die Entstehung d. Rundfunks in Dtld., 1965;
    ders., Rundfunkpol. in d. Weimarer Republik, 1980;
    A. Diller, Rundfunkpol. im 3. Reich, 1980;
    H. Bausch, Rundfunkpol. nach 1945, 1980;
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Kurt Wagenführt
  • Empfohlene Zitierweise

    Wagenführ, Kurt, "Magnus, Kurt" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 675 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118576186.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA