Lebensdaten
1893 bis 1976
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Erlangen
Beruf/Funktion
Kirchenrechtler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118572830 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Liermann, Hans

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Zitierweise

Liermann, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118572830.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1864–1915), Dr. med., Prof., Chirurg, Dir. d. Kreiskrankenhauses in Dessau, Hofarzt d. Herzöge v. Anhalt, S d. Wilhelm (1837–1907), Lehrer u. Stadtschulinsp. in F., u. d. Marie Biedenkapp;
    M Elisabeth (1872–1940), T d. Ludwig Wohlgemuth (1834–1919), Groflkaufm. in Brasilien, dann in Paris, u. d. Pfarrers-T Elise Vischer; Urur-Groß-O Ludwig Friedrich Schmidt (1764–1857), Hof- u. Kab.prediger d. Kfn. Karoline v. Bayern, hielt 2.6.1799 d. ersten ev. Gottesdienst in München, 1800 ao. Oberkirchenrat, 1818-25 Ministerialrat im Innenmin. f. d. prot. Kirchenangelegenheiten (s. Schärl);
    Ov Otto (1867–1943), Dr. phil., Dir. d. Wöhler-Realgymnasiums in F. (s. Wi. 1935);
    - Freiburg i. Br. 1923 Margarete (1899–1974), T d. Notars Emil Staiger u. d. Anne Beck;
    1 S, 2 T, u. a. Peter (* 1936), Prof. d. Germanistik in Decorah (Iowa. USA).

  • Leben

    L verbrachte seine Kindheit und Jugend in Frankfurt am Main und in Dessau. Er studierte vor dem 1. Weltkrieg in Freiburg und Halle Rechtswissenschaft und legte, nachdem er am Kriege teilgenommen hatte und verwundet worden war, 1919 das bad. Referendarexamen und 1921 das Assessorexamen ab. Anschließend war er zunächst als Rechtsanwalt in Freiburg tätig. 1919 erfolgte die Promotion zum Dr. iur., und 1926 habilitierte sich L. an der Univ. Freiburg für die Fächer Öffentliches Recht und Kirchenrecht. Seine Dissertation über das Thema „Die Finanzhoheit des Reiches und der Länder“ und seine Habilitationsschrift „Das deutsche Volk als Rechtsbegriff im Reichsstaatsrecht der Gegenwart“ betreute Wilhelm van Calker (1869–1937). 1929 folgte L. einem Ruf an die Univ. Erlangen, nachdem er einen gleichzeitigen Ruf an die Univ. Prag abgelehnt hatte. In Erlangen übernahm er den Lehrstuhl für Kirchenrecht, Deutsche und Bayer. Rechtsgeschichte, den er bis zu seiner Emeritierung 1961 innehatte. Berufungen nach Königsberg und Jena lehnte er ab. Mehrere Jahre versah L. das Amt des Prokanzlers. L. hat die Wissenschaft des ev. Kirchenrechts nicht nur durch vielfältige Einzeluntersuchungen gefördert, in denen er vor allem die geschichtlichen Entstehungsgründe für die behandelten Rechtsinstitute und Rechtsgedanken verdeutlicht. Er hat auch|einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Kirchenrechts als eigenständiger Disziplin geleistet, namentlich durch sein 1933 erschienenes Hauptwerk „Deutsches Ev. Kirchenrecht“. In der darin gebotenen Darstellung trägt er dem Umstand Rechnung, daß nach der Verselbständigung der ev. Kirchen in Deutschland vom Staate 1919 das Kirchenrecht nicht mehr ohne weiteres als Materie des staatlichen öffentlichen Rechts erklärt werden konnte. L. stellt zum ersten Mal das ev. Kirchenrecht als ein von der Kirche selbst verantwortetes und auf die eigenen Bedürfnisse der Kirche ausgerichtetes Recht dar, das freilich in seinen wesentlichen Institutionen durch die kirchliche Rechtsgeschichte geprägt ist. So zeichnet er ein Bild des ev. Kirchenrechts, das die Verbindung zur Tradition des kanonischen Rechts und zur Tradition des Gemeinen Rechts des Abendlandes nicht verleugnet. Sein umfangreiches sonstiges Schrifttum ist vorwiegend Einzelthemen aus der weltlichen und kirchlichen Rechtsentwicklung gewidmet. Hervorzuheben sind das Stiftungsrecht und die Rechtsgeschichte im fränk. Raum. In fast allen Stellungnahmen zu unterschiedlichen Institutionen und Erscheinungen des Rechtslebens zeigte sich L. darum bemüht, eine isolierte Beurteilung des Rechts zu vermeiden und das Recht von seinen kulturellen Bezügen her verstehbar zu machen.|

  • Auszeichnungen

    D. theol. (Erlangen 1953); Bayerischer Verdienstorden (1961); Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1965).

  • Werke

    Weitere W u. a. Richter, Schreiber, Advokaten, 1957;
    Gesch. d. Stiftungsrechts, 1963;
    Der Jurist u. d. Kirche, Ausgew. kirchenrechtl. Aufsätze u. Rechtsgutachten, 1973;
    Erlebte Rechtsgesch., 1976 (Autobiogr., P); W-Verz.
    in Festschr. f. H. L. z. 70. Geb.tag, 1974, S. 323-28.

  • Literatur

    W. v. Loewenich, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1976, S. 206-14 (P);
    D. Pirson, in: Zs. f. ev. Kirchenrecht 22, 1977, S. 1-5 (L).

  • Autor/in

    Dietrich Pirson
  • Empfohlene Zitierweise

    Pirson, Dietrich, "Liermann, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 536 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118572830.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA