Lebensdaten
1891 bis 1966
Geburtsort
Solingen
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Komponist ; Musiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118571427 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lemacher, Heinrich

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Zitierweise

Lemacher, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118571427.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Clemens (1861–1926), Organist, Chordirigent, Komponist in S.;
    M Maria Rennenberg.

  • Leben

    L. studierte am Konservatorium in Köln und Musikwissenschaft an der Univ. Bonn, wo er 1916 promoviert wurde. Nach dem Kriegsdienst 1916-18 arbeitete er als Privatmusiklehrer und Musikschriftsteller in Köln, war Mitarbeiter an mehreren Fachzeitschriften, Musikreferent der „Rhein. Volkswoche“, später der „Köln. Volkszeitung“, gründete 1919 den Solinger Künstlerbund und 1921 die Gesellschaft für neue Musik in Köln, die er bis 1925 leitete. 1925-33 leitete er das Seminar des Reichsverbands deutscher Tonkünstler. 1925 wurde er Dozent, 1928 Professor an der Staatl. Hochschule für Musik (emeritiert 1956) und las an der Univ. Köln über Musiktheorie. 1927-57 war er im Vorstand der Internationalen Gesellschaft für neue Kirchenmusik, seit 1956 im Vorstand des Allgemeinen Cäcilienverbands tätig. Als Musikerzieher und Komponist entfaltete L. eine reiche Tätigkeit, mit besonderer Betonung der Kirchen- und Schulmusik. Über 200 Werke der Chor-, Orchester- und Kammermusik sind von ihm erschienen. Mit J. Haas, J. Lechthaler und E. Tittel war er der Begründer eines neuen Chorstils in weltlichen und kirchlichen Werken. Im Banne der neuen Musikentwicklung seit den 20er Jahren hat er vor allem der katholischen Kirchenmusik eine neue Richtung gegeben. In einer ausgeprägten kontrapunktischen Fertigkeit hat er verschiedene alte Formen in neuem Geist und Klang wiederbelebt und in immer neuen Gestaltungsformen die Kirchenmusik aus der cäcilianischen Erstarrung gelöst. Die Volksmusik war der lebendige Quell seiner musikalischen Erfindung. Neben der Kirchenmusik steht L.s reiches Wirken für die Haus- und Chormusik. Sein rheinischer Humor wird in vielen seiner Werke deutlich. In der Entwicklung der neuen Musik im Kreis um J. Haas, P. Hindemith u. a., die nicht nur dem großen Konzert, sondern auch dem lebendigen Musizieren der Jugend und des Volkes ihre Werke widmeten, hat L. seine gewichtige Stellung. Zu seinem großen Schülerkreis zählen auch H. Schroeder und B. A. Zimmermann.

  • Werke

    Kompositionen: Neben Oper, Orchester- u. gr. Orchesterwerken Kompp. aller Gattungen, u. a. 40 Messen, 11 Proprien, sowie Kantaten, Motetten u. Kammermusik. In erster Linie Volkslied- u. Kirchenliedbearbb. - Schriften:
    Zur Gesch d. Musik am Hofe zu Nassau-Weilburg, Diss. Bonn 1916;
    Hdb. d. Hausmusik, 1948;
    Hdb. d. kath. Kirchenmusik, 1949 (mit K. G. Fellerer).

  • Literatur

    Festschr. f. H. L., Musikal. Brauchtum, 1956 (W-Verz., L; auch f. V. Clemens)
    ;
    J. Dahlberg, Stud. z. Chormusik H. L.s, Diss. Köln 1983;
    MGG VIII.

  • Autor/in

    Karl Gustav Fellerer
  • Empfohlene Zitierweise

    Fellerer, Karl Gustav, "Lemacher, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 180-181 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118571427.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA