• Genealogie

    V Eckard (1870–1958), Buchhändler in J., Leipzig u. Bonn, S d. Julius (1826–1900), schwed. Konsul in Messina/Sizilien, u. d. Helene Eckard;
    M Angiolina (1876–1947), T d. Vittorio Maspes (1849–97), Kaufm. in Ivrea u. Turin, u. d. Terese de Soncini;
    Frankfurt/M. 1937 Helene (* 1918), T d. Friedr. Gries (1846–1926) u. d. Rosa Geier;
    2 S, 1 T Michael (* 1939), Eckard (* 1950), beide Verleger, Petra (1950–78), Redakteurin d. Dt. Apothekerztg.

  • Leben

    K. trat 1920 seine buchhändlerische Lehre in der Frommannschen Hofbuchhandlung in Jena an. Nach 2 Jahren war er im Sortiment und Antiquariat der Firma Cohen in Bonn tätig, seit 1924 als Leiter des Antiquariats. Daneben studierte er Volkswirtschaft, da er eigentlich vorhatte, Bankkaufmann zu werden. 1926-28 ließ er sich beurlauben, um in München volkswirtschaftliche und geisteswissenschaftliche Studien zu betreiben. 1930 gründete er in Frankfurt am Main den Verlag „Vittorio Klostermann“. Erstes Verlagswerk war Max Kommerells „Jugend ohne Goethe“, krönender Abschluß von K.s verlegerischer Tätigkeit eine Gesamtausgabe (Ausgabe letzter Hand) von Martin Heideggers Werken (1975 ff.). Als Spezialgebiete seines Verlags wählte K. Philosophie, Bibliographie und Bibliothekswissenschaft, Rechtsgeschichte, Romanistik, Altertumskunde, Archäologie und Kunstgeschichte sowie Anthroposophie. Mit diesem Programm bewies er, daß hohe wissenschaftliche Qualität bei kleinen Auflagen trotz wechselhafter Zeiten und schwieriger Finanzierung verwirklicht werden konnte. Welches Ansehen er sich dadurch bei seinen Kollegen und in Kreisen der Wissenschaft erwarb, zeigen seine ehrenamtlichen Tätigkeiten und die Ehrungen: K. war nach der Neugründung des Börsenvereins für den Deutschen Buchhandel in Frankfurt dessen erster Vorsteher und gehörte zu den Begründern der Deutschen Bibliothek und der Internationalen Buchmesse in Frankfurt.|

  • Auszeichnungen

    Dr. iur. h. c. (Freiburg/Br. 1961), Dr. phil. h. c. (Köln 1961), Goetheplakette d. Stadt Frankfurt am Main (1961), Ehrenbürger d. Univ. Frankfurt (1961), Gr. Bundesverdienstkreuz (1967).

  • Werke

    Verlagskat. 1930–70, 1970 (Nachtrag 1971–75, 1975).

  • Literatur

    Würdigungen bzw. Nachrufe: Börsenbl. f. d. Dt. Buchhandel 17, Nr. 103 f. v. 24.12.1961, S. 2387 f. (P), 22, Nr. 108 f. v. 28.12.1966, S. 2853 f. (P), 33, Nr. 75 v. 20.9.1977 (P);
    V. K. z. 29.12.1976, 1976 (P).

  • Autor/in

    Michael Klostermann
  • Empfohlene Zitierweise

    Klostermann, Michael, "Klostermann, Vittorio" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 125 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118563432.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA