Lebensdaten
1888 bis 1944
Geburtsort
Manslagt Kreis Emden
Sterbeort
Meinberg (Lippe)
Beruf/Funktion
reformierter Theologe
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 118555545 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Immer, Karl

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Zitierweise

Immer, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118555545.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Eduard (1848–1914), aus Ostpr., Missionar in Afrika, Pastor in Manslagt, S d. Tischlers Friedrich Leopold u. d. Juliane Schröder;
    M Anna Florentia Franziska (1855–1923), T d. Hausmanns Diedrich Hermann Eilers u. d. Dorothee Marie Bastian;
    Rysum (Ostfriesland) 1914 Tabea Anette (* 1890), T d. Pastors Albertus Smidt u. d. Alida Antonetta Pannenborg;
    3 S (1 ⚔), 4 T, u. a. Karl (1916-84), Lic. theol., seit 1971 Präses d. Ev. Kirche im Rheinland.

  • Leben

    I. war Pastor in Rysum (Ostfriesland), Direktor des Erziehungsvereins in Neukirchen Kr. Moers und 1927-44 Pastor der ref. Gemeinde Barmen-Gemarke. Im Kirchenkampf erkannte er von Anfang an mit seltener Klarheit, daß von der Hl. Schrift und den reformatorischen Bekenntnissen her seine|Mitarbeit in der Bekennenden Kirche geboten war. Deshalb nahm er eine entschiedene Haltung gegen die von den Nationalsozialisten unterstützten Deutschen Christen ein und entfaltete eine vielseitige Tätigkeit in der Bekennenden Kirche. Er gab (ohne amtlichen Auftrag) den Gemeinden und Pastoren klare Anweisungen aus der Hl. Schrift und verhalf so zu einem Kampf ohne Kompromisse. Schon im Okt. 1933 gründete er den Coetus ref. Prediger. Als Nachrichten über die Ereignisse in der Kirche nur im Sinne des Nationalsozialismus erscheinen durften und schließlich ganz verboten wurden, schrieb er die Coetusbriefe und unterrichtete laufend über die Eingriffe des Staates und der Partei in das Leben der Kirche. Diese Briefe waren überall in Deutschland sehr begehrt. I. war der Initiator des biblischen Wochenblattes „Unter dem Wort“, an dem er mitarbeitete, und das die klare Linie der Bekennenden Kirche unbeirrt durchhielt, bis es 1936 verboten wurde. Daß in einer Zeit, in der die offiziellen Stellen der Kirche sich nach dem Willen der Partei richten mußten, dennoch eine freie ref. Synode im Jan. 1934 in Barmen-Gemarke zustande kam, ist vor allem der Initiative und dem Einsatz von I. zu danken. K. Barth sprach dort über das „rechte Verständnis der reformatorischen Bekenntnisse in der Deutschen Ev. Kirche der Gegenwart“. Seitdem wurden von bekennenden Gemeinden und Kirchen weitere freie Synoden, darunter vor allem die 1. freie Bekenntnissynode der Deutschen Ev. Kirche im Mai 1934 in Barmen-Gemarke, gehalten. I. gab die Berichte der Synoden als Flugschriften heraus, die auch Gemeindegliedern verständlich waren. Dem Reichsbruderrat gehörte er 1934-36, dem Bruderrat der altpreuß. Union 1934-44 an. Er kannte keine Scheu vor sog. hochstehenden Personen, redete Bischöfen und anderen Kirchenführern sehr energisch ins Gewissen und ermahnte sie zur Buße, wenn es nötig war. Den prophetischen Dienst der Kirche nahm er in der Zeit der Verwirrung und Vernebelung sehr ernst und setzte sich für die weitere theologische Ausrüstung der Pastoren und Ältesten ein. 1937 wurde er verhaftet und nach Berlin gebracht. Dort erlitt er in der Haft einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. I. ist im Kirchenkampf einer von denen gewesen, „die standen, stehen und stehen werden“ (K. Barth).

  • Werke

    Weitere W u. a. Hrsg.: Neukirchener Jugendkal.;
    Heimatlicht auf d. Weg junger Menschen, 1931, 91958.

  • Literatur

    H. Obendiek, in: Lb. aus d. Bekennenden Kirche, 1949;
    M. u. M. Albertz, Unsere Begegnung mit K. I. in: Ref. Kirchenztg. 98, 1957, S. 196-201;
    RGG

  • Autor/in

    Robert Steiner
  • Empfohlene Zitierweise

    Steiner, Robert, "Immer, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 158 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118555545.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA