Lebensdaten
1870 bis 1952
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Lüneburg
Beruf/Funktion
Maler ; Graphiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118555464 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Illies, Arthur

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Zitierweise

Illies, Arthur, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118555464.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1835–95), Getreidehändler, dann Dir. d. Mälzerei AG, S d. Joh. Carl Ludwig (s. Gen. 2);
    M Caroline Mathilde verw. Fick (1839–1921), T d. Kaufm. Karl Eduard Schwarze: Ov Carl (s. 2);
    - 1) Hamburg 1900 Minna (1071–1901). T d. Gutsbes. Johs. Schwerdtfeger in Wensin u. d. Ovidia Christophersen. 2) Hamburg 1905 Georgine (1880–1960). T d. Kaufm. Heinr. Rabeler in H. u. d. Elisabeth Eggers;
    1 T aus 1). 2 S, 2 T aus 2), u. a. Kurt (* 1906). Prof. (Schiffsmaschinen, Dampfkessel, Kerntechnik), Harald (* 1911), Landschaftsmaler;
    N Henning (* 1924), Prof. d. Geol.

  • Leben

    I. begann mit einer vom Vater als Voraussetzung für die künstlerische Laufbahn geforderten Lehre als Dekorationsmaler 1886-89 in Hamburg. 1887 sah er zum ersten Mal Bilder von Lovis Corinth, der mit seinem Chef Bay befreundet war. 1889-90 besuchte I. die Kunstgewerbeschule in München unter L. Lesker und studierte 1889-92 an der Akademie der bildenden Künste unter J. Herterich. Er gehörte zu den jungen Malern des späten 19. Jh., die sich von den historisierenden Vorbildern der Akademien abwandten (in München Kaulbach, Defregger, Piloty u. a.). Wieder in Hamburg, beschäftigte sich I. seit 1892 vorwiegend mit der Darstellung der Norddeutschen Landschaft. Alfred Lichtwark, der Direktor der Hamburger Kunsthalle, unterstützte diese Bemühungen um die Darstellung heimatlicher Landschaft, aus denen er die Erneuerung nationaler Kunst erhoffte. Mit seinen Freunden v. Ehren, Eitner, Kayser, Wohlers, Schaper und Siebelist war I. im „Hamburger Künstlerclub“ verbunden. Wesentliche Anregungen empfing er auch von Justus Brinckmann, dem Direktor des Museums für Kunst und Gewerbe, wo er unter anderem die ostasiat.|Graphik kennenlernte. Er war mit den Dichtern Richard Dehmel und Gustav Falke befreundet, seit 1895 auch mit dem bedeutenden Sammler Gustav Schiefler. 1895-1908 war I. Lehrer an der Malschule von Valeska Röver, 1908-33 Lehrer an der Landeskunstschule in Hamburg. Die Jahre bis zu seinem Tod verbrachte er in Lüneburg, wo ein großer Teil seiner Gemälde beim Brand des „Alten Kaufhauses“ (1959) zugrunde gegangen ist.

    I. hat in seinem graphischen Werk während der 90er Jahre des 19. Jh. ebenso wie viele seiner Zeitgenossen die Fesseln der Reproduktionsgraphik abgeschüttelt und sich in der sogenannten Künstlergraphik eine selbständige Sprache geschaffen, die Identität von Inhalt und Form zu erreichen sucht. Seit 1896 entstanden als Ergebnis kunstvoll-einfacher Experimente, die es ihm ermöglichten, mehrere Farben in einem Druckvorgang von einer Platte zu drucken, seine Blumenbilder und Landschaften. Wie andere Künstler des Jugendstils ist I. durch die ostasiat. Graphik beeinflußt. Er war unermüdlich im Experimentieren mit immer neuen Möglichkeiten der Plattenbearbeitung und des Druckes in oft variierten farbigen Stimmungen, ähnlich den Lichtvariationen Monets in der „Kathedrale von Rouen“ oder den „Heuhaufen“.

    Der Einfluß der Farbradierungen I.s auf die frühen Landschaften Emil Noldes, der I.s Werk bei Schiefler kennenlernte, ist deutlich. Über die Farbgraphik von Christian Rohlfs und der Brücke-Künstler hinaus ist eine Nachwirkung seiner Graphik bis zu den farbigen Prägedrucken von Rolf Nesch und den 1971 entstandenen Landschaftsradierungen von Horst Janssen erkennbar.

  • Werke

    Gem. in d. Hamburger Kunsthalle, vgl. Kat. d. Meister d. 20. Jh. in d. Hamburger Kunsthalle (Abb.), u. in d. Museen v. Kiel, Lübeck u. Lüneburg. Umfangr. Slgg. d. farb. Graphik u. a. im Kupf.kab. d. Hamburger Kunsthalle, im Nachlaß I.s b. Prof. Dr. Kurt Illies (S), Hamburg, b. Prof. Dr. Henning Illies (N), Karlsruhe u. b. den Erben v. G. Schiefler. - Schrr.:
    Über d. Entstehung m. Drucke (Tagebuch üb. d. Versuche mit d. Techniken färb. Graphik), in: G. Schiefler, 1970, s. L: Lebenserinnerungen (umfangr. Ms. im Nachlaß).

  • Literatur

    G. Schiefler, Verz. d. Graph. Werks neuerer Hamburg. Künstler bis 1904, 1905, S. 65-110, Neuausg. d. Abt. I. erg. u. hrsg. v. G. Schack u. d. T. Das graph Werk v. A. I., 1970 (W-Verz d. Graphik b. 1950, 129 Abb.);
    ThB;
    Vollmer.

  • Portraits

    Selbstbildnisse, Abb. b. Schiefler, s. L.

  • Autor/in

    Gerhard Schack
  • Empfohlene Zitierweise

    Schack, Gerhard, "Illies, Arthur" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 135 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118555464.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA