Lebensdaten
1885 bis 1963
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
Kommunalpolitiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118547984 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heimerich, Hermann

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Zitierweise

Heimerich, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118547984.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ferdinand Rr. v. H. (bayer. Personaladel 1908, 1843-1916), GR, Oberstaatsanwalt in Augsburg, S d. Johann, Kirchner an d. Pfarrkirche St. Burkard in Würzburg, u. d. Maria Anna Linz;
    M Ottilie (1846–1933, ev.), Wwe d. Fabr. Wilh. Krackhardt, T d. Gutspächters Carl Schäfer in Deutschhof b. Schweinfurt u. d. Marg. Sophia Elis. Thiel;
    Nürnberg 1921 Anna Luise Elis. (* 1896), T d. Kaufm. Jul. Schilling in Schlitz u. d. Elisabeth Brettel.

  • Leben

    H. studierte Rechtswissenschaft und Nationalökonomie in München, Genf und Würzburg. 1914 wurde er als junger sozialdemokratischer Rechtsanwalt in Nürnberg in das Kollegium der Gemeindebevollmächtigten gewählt. 1916 trat er in die Verwaltung der Stadt Nürnberg ein und reorganisierte seit 1919 als berufsmäßiger Stadtrat Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge. 1925-27 war H. Bürgermeister in Kiel und wurde 1928 als Nachfolger von Theodor Kutzer zum Oberbürgermeister von Mannheim und bald darauf in den Vorstand des Deutschen Städtetages gewählt. Im März 1933 von den Nationalsozialisten seines Amtes enthoben, ging H. als Wirtschaftstreuhänder und Steuerhelfer nach Berlin. Schon am 10. Mai 1945 (bis 10.7., Bildung der französischen Besatzungszone) wurde er von den Amerikanern als Oberregierungspräsident der Provinz Mittelrhein-Saar eingesetzt, dem ersten größeren neugebildeten Verwaltungsgebiet innerhalb des Reiches. Danach wirkte er als Rechtsanwalt in Heidelberg. 1946 gründete er die „Zeitschrift „Der Betriebsberater“ und übernahm 1949 die Leitung des Instituts zur Förderung öffentlicher Angelegenheiten in Frankfurt/M. Im Sommer 1949 wurde H. nach dem Tode von Cahn-Garnier durch unmittelbare Volkswahl erneut in das Amt des Mannheimer Oberbürgermeisters berufen, das er bis 1955 bekleidete. Als Oberbürgermeister von Mannheim hat sich H. als führender Kommunalpolitiker sowohl auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet als auch im kulturellen Bereich erwiesen. Den Bildungsanstalten wie Schulen, Theatern, Museen und Bibliotheken wandte er sein besonderes Augenmerk zu. Mit seiner Eingemeindungspolitik trat die östliche Stadterweiterung Mannheims in ein entscheidendes Stadium. An dem Wiederaufstieg der Stadt nach den schweren Zerstörungen im 2. Weltkrieg hatte er maßgebenden Anteil. Unter den Neubauten, die seiner Initiative zu verdanken sind, ragt das von Gerhard Weber gestaltete Neue Nationaltheater hervor.|

  • Auszeichnungen

    Prof., Dr. h. c. (Wirtsch.-hochschule Mannheim), Ehrenbürger v. Mannheim.

  • Literatur

    Die lebendige Stadt, Zweimonatsschr. d. Stadt Mannheim, 1929-32;
    Mannheim heute, Zweimonatsschr. f. Arb. u. Kultur, 1948-51;
    F. Walter, Schicksal e. dt. Stadt, Gesch. Mannheims 1907–45, 2 Bde., 1949/50;
    Mannheimer Hh., 1952 ff.;
    G. Kratz, Mittelrhein u. Saar, 1954;
    H. H., eine Freundesgabe z. 21.12.1960, 1960.

  • Autor/in

    Gustaf Jacob
  • Empfohlene Zitierweise

    Jacob, Gustaf, "Heimerich, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 276 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118547984.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA