Lebensdaten
1820 bis 1880
Geburtsort
Darmstadt
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Agrarwissenschaftler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11854537X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hamm, Wilhelm Philipp Ritter von
  • Emrich, Philipp (Pseudonym)
  • Hamm, Wilhelm Ritter von
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Zitierweise

Hamm, Wilhelm Ritter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11854537X.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Konrad (1791–1867), hess. Hofsekr., S d. Sattlermeisters Joh. Philipp in D. u. d. Maria Marg. Schneider;
    M Wilhelmine (1798–1836), T d. Handelsmanns u. Konditors Joh. Wilh. Emrich in D. u. d. Elisabeth Korndörffer;
    Audigast b. Leipzig 1850 Nanny (1832–1908), T d. Gutsbes. Adolf du Moissy u. d. Wilhelmine Vetterlein;
    6 K.

  • Leben

    Nach Besuch des Gymnasiums (bis Obersekunda) trat H. in Darmstadt in das landwirtschaftliche Institut von H. W. Pabst ein, der einen entscheidenden Einfluß auf seine wissenschaftliche und berufliche Laufbahn gewann. Anschließend war er praktisch auf mehreren hessischen Gütern tätig. 1838/39 bezog er die land- und forstwirtschaftliche Akademie Hohenheim bei Stuttgart, wo er besonders mit A. von Weckherlin in engere Fühlung trat. Schon damals interessierte er sich lebhaft für das noch in den ersten Anfängen steckende landwirtschaftliche Maschinenwesen. Weiterer praktischer Tätigkeit und einer größeren Studienreise folgte in Darmstadt die Reifeprüfung und ab 1841 das Studium der Kameralwissenschaft in Gießen, wo er offensichtlich durch Justus von Liebig in seiner fortschrittlichen Einstellung zur landwirtschaftlichen Produktionstechnik stark beeinflußt wurde. Damals beginnend, ist er zeit seines Lebens als wissenschaftlicher Autor von Monographien und zahlreichen Zeitschriftenaufsätzen hervorgetreten. Bekannt wurde er indes vor allem durch sein großes Werk „Die landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte Englands“ (1845-49, umgearbeitete Neuauflage 1856–58). Noch vor seiner Promotion (Gießen 1845) erhielt er eine Stelle als Lehrer an der landwirtschaftlichen Erziehungsanstalt Ph. E. von Fellenbergs in Hofwyl (Schweiz). 1846 übernahm er in Leipzig die Redaktion der „Agronomischen Zeitung“ (bis 1869) und trat auch in enge Beziehung mit den dortigen schöngeistigen und künstlerischen Kreisen (Friedrich Gerstäcker und andere). Er gründete in Leipzig eine landwirtschaftliche Maschinenfabrik, die erste ihrer Art. Daneben war er nach wie vor als Redakteur und fruchtbarer Publizist, aber auch als Taxator und Wirtschaftsorganisator tätig. Reisen führten ihn unter anderem bis in die Moldau und nach Südrußland.

    1867 folgte H. einem Ruf nach Wien als Ministerialrat und Leiter des Departements für Landwirtschaft im Handelsministerium als Nachfolger seines Lehrers Pabst. 1868 trat er in das neu gegründete Ackerbauministerium über. Sein Wirken war vielseitig. Sein Name ist mit der Gründung der Hochschule für Bodenkultur in Wien verbunden. Daneben wurden landwirtschaftliche Versuchsstationen errichtet, und das Tagungs-, Ausstellungs- und Vereinswesen erfuhr durch ihn lebhafte Förderung. Neben Einzelwerken stammt von ihm eine längere Reihe von Umarbeitungen und Adaptierungen landwirtschaftlicher Werke des In- und Auslandes, meist in belehrender, leicht faßlicher Form als „Katechismus“, „Anleitungen“ u. ä. (oft mehrfach aufgelegt) über Pflanzenbau und Tierzucht, aber auch über chemische und maschinenkundliche Themen. Daneben war H. auch belletristisch tätig und galt als vielseitiger und gedankenreicher Feuilletonist.

  • Werke

    Weitere W u. a. Emanuel Fellenbergs Leben u. Wirken, 1845;
    Chem. Bilder aus d. tägl. Leben, 2 Bde., 1854 f.;
    Weinbuch,: 31886;
    Das Wesen u. d. Ziele d. Landwirtsch., 1866, 21872;
    Gesammelte kleine Schrr., hrsg. v. L. Přibyl, 2 Bde., 1881 (P);
    Jugenderinnerungen, hrsg. v. K. Esselborn, 1926. - Bearbeiter: W. Pabst, Lehrb. d. Landwirtsch., 2 Bde., 71878. - Chefredakteur: Landwirtsch. Wschr. d. Ackerbaumin., 1869 ff.

  • Literatur

    C. Fraas, Gesch. d. Landbau- u. Forstwiss., 1865;
    K. Esselborn, in: Hess. Biogrr. II, 1927, S. 360-69;
    S. v. Frauendorfer, Ideengesch. d. Agrarwirtsch. u. Agrarpol., 21963, S. 245;
    Pogg. III;
    ÖBL.

  • Portraits

    Wien, Nat.bibl.

  • Autor/in

    Sigmund von Frauendorfer
  • Empfohlene Zitierweise

    Frauendorfer, Sigmund von, "Hamm, Wilhelm Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 587 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11854537X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA